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Wismar Linke zweifeln an Radschnellweg nach Wismar
Mecklenburg Wismar Linke zweifeln an Radschnellweg nach Wismar
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16:01 18.03.2019
Perfekte Oberfläche, bis zu vier Meter breit, Platz zum Überholen, kaum Kreuzungen: So sieht ein Radschnellweg aus. Quelle: Metropolregion Hamburg
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Wismar

Werden Wismar und Schwerin in Zukunft mit einem Radschnellweg verbunden? Das Projekt der Metropolregion Hamburg wird derzeit untersucht, am 23. März startet dazu auch eine Bürgerbeteiligung.

Die Linke Nordwestmecklenburg sieht das Projekt kritisch. „Wir fordern den Landkreis auf, im Rahmen der Machbarkeitsstudie deutlich und transparent zu informieren und keine unerreichbaren Luftschlösser in Aussicht zu stellen“, so der Kreisvorsitzende Horst Krumpen.

Machbarkeitsstudie für NWM

Mit rund einer Millionen Euro fördert die Metropolregion Hamburg die Vorarbeiten für die Planung und den Bau von acht Radschnellwegen. Die meisten davon im Raum Hamburg. Der Landkreis Nordwestmecklenburg ist Auftraggeber der Machbarkeitsstudie für die Strecke von Schwerin bis Wismar.

"Wir fordern den Landkreis auf, keine unerreichbaren Luftschlösser in Aussicht zu stellen." Horst Krumpen, Kreisvorsitzender Die Linke Quelle: Heiko Hoffmann

Krumpen, auch Mitglied des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC): „Positiv ist anzumerken, dass die Mitgliedschaft in der Metropolregion Hamburg jetzt zu einer echten Auseinandersetzung mit dem Thema Radwege in unserem Landkreis herausfordert. Positiv ist auch der darin erkennbare Ansatz, dem Radverkehr mehr Aufmerksamkeit zu schenken, als es bisher in Nordwestmecklenburg der Fall war.“

Zweifel an Förderfähigkeit

Allerdings hat Krumpen erhebliche Zweifel an der Förderfähigkeit des Vorhabens. Er verweist auf die Definition zu Radschnellwegen der Forschungsgesellschaft Straßen und Verkehrswesen. „Die erforderlichen rund 2000 Radfahrer pro Tag halten wir auf der Strecke WismarSchwerin für nicht realistisch.“ Die Potenzialanalyse der Metropolregion zeige auf, dass bei Strecken von fünf bis zehn Kilometern ein deutlicher Anstieg von Radfahreren zu erwarten sei. Der angedachte Radschnellweg mit einer Entfernung von rund 40 Kilometern bis Schwerin biete aber nur wenige Unterwegsziele in Form größerer Orte, Unternehmen oder Einkaufszentren. Das lasse keinen großen Umstieg aufs Fahrrad erwarten, vermutet Krumpen.

Linke will andere Prioritäten

Dringend erforderlich ist aus Sicht der Linken der weitere Ausbau des Radwegenetzes. „Derzeit haben wir an 378 Kilometer Kreisstraßen nur 48 Kilometer Radweg. Diese Zahlen zeigen deutlich, wo die Investitionen in den Radverkehr dringend gebraucht werden“, so Horst Krumpen, der weiter meint: „Ein Radschnellweg in einer Mindestbreite von vier Metern, der noch dazu möglichst berührungsfrei mit allen anderen Verkehren von Wismar nach Schwerin geht, würde Investitionen in die notwendigen Radwege auf lange Zeit vermutlich verhindern.“ Wenn die Verbindung aber diese Mindeststandards nicht erfülle, sei eine Förderung des Schnellradweg-Baus durch den Bund ausgeschlossen, „vom Unterhalt ganz zu schweigen“.

Befragung ab 23. März

Das zweistufige Beteiligungsverfahren der Metropolregion beginnt mit einer sechswöchigen Online-Beteiligung vom 23. März bis zum 5. Mai. Hier können Wünsche und Ideen zur Streckenführung geäußert werden. Der Link wird am 23. März unter www.metropolregion.hamburg.de/rsw-schwerin-wismar/ freigeschaltet. Die Hinweise können in die Ausarbeitung der Streckenvorschläge durch Planungsbüros einfließen. Im zweiten Beteiligungsschritt werden im Sommer Workshops mit Bürgern vor Ort durchgeführt.

Nach einem europaweiten Teilnahmewettbewerb untersuchen fünf Planungskonsortien die Umsetzbarkeit und erstellen Konzepte. Damit werden die Voraussetzungen für einen späteren Bau von Radschnellwegen geschaffen. Erste Zwischenergebnisse werden in der zweiten Jahreshälfte 2019 vorliegen. Es werden insgesamt rund 275 Kilometer Strecke untersucht.

Mehr zum Projekt: http://metropolregion.hamburg.de/radschnellwege/

Heiko Hoffmann

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