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Wismar Lobbyismus-Vorwürfe: Strenz sieht sich als Opfer
Mecklenburg Wismar Lobbyismus-Vorwürfe: Strenz sieht sich als Opfer
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06:58 21.09.2017
CDU-Bundestagsmitglied Karein Strenz (49) weist einige Vorwürfe zurück, auf andere geht sie allerdings gar nicht ein. Quelle: Hoffmann, Heiko
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Wismar

Karin Strenz, CDU-Bundestagsabgeordenete im Wahlkreis 13 (Wismar bis Parchim), hat sich am Mittwoch erstmals zu den Vorwürfen des Lobbyismus für Aserbaidschan zu Wort gemeldet. Sie räumt ein, zwischen November 2014 und Januar 2015 für die Firma Line-M-Trade des Aserbaidschan-Lobbyisten Eduard Lintner als Beraterin tätig gewesen zu sein. Zur Höhe von Zahlungen und ihrer konkreten Tätigkeit schweigt Strenz allerdings weiter. Anfragen beantwortet sie nicht.

Nach Angaben auf ihrer Bundestagseite könnten bis zu 30000 Euro geflossen sein. Strenz erklärt: Sie habe sich an alle bestehenden Regeln gehalten. „Wenige Tage vor der Bundestagswahl soll der Eindruck erweckt werden, ich würde mein Mandat nicht unabhängig ausüben“, so Strenz. „Ich weise dies in aller Entschiedenheit zurück.“ Dies gelte auch für den Vorwurf, sie habe 2015 im Europarat gegen die Forderung nach Freilassung politischer Gefangener in Aserbaidschan gestimmt. Auf Fragen zu ihrem Verhältnis zum despotischen Staatspräsidenten Aserbaidschans, Ilham Alijew, geht Strenz nicht ein. Bundespolitiker anderer Parteien beschreiben Strenz’ Agieren für Aserbaidschan als distanzlos. Sie lasse „null Kritik gegenüber dem Regime erkennen“, sagte Frank Schwabe (SPD), Mitglied des Europarats.

Die Landes-CDU schweigt zur Causa Strenz. Ganz anders die politische Konkurrenz im Wahlkreis 13. Frank Junge (SPD) fordert unzerzügliche Aufklärung, Christoph Grimm (AfD) gar den Rücktritt der CDU-Frau.

Frank Pubantz

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