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Wismar DJ-Legende Dr. Motte elektrisiert den „Block 17“ in Wismar
Mecklenburg Wismar DJ-Legende Dr. Motte elektrisiert den „Block 17“ in Wismar
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14:39 25.11.2019
Der legendäre "Loveparade"-DJ Dr. Motte hat am Sonnabend im Studentenclub "Block 17" in Wismar aufgelegt. Quelle: (c) Georg Hundt
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Wismar

Er ist der Begründer und Mitorganisator der Berliner Loveparade. Er ist eine Legende der DJ- und Clubszene – nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. 30 Jahre nach dem Mauerfall, 30 Jahre nach Gründung des Millionenspektakels, der ravenden Friedensdemonstration namens Loveparade, und nach 50 Jahren Bestehen des Studentenclubs „Block 17“ in Wismar kam Matthias Roenigh, bekannt als DJ Dr. Motte, am Samstag nach Wismar. Der Keller und das friedliche Wismarer Tanzvolk bebten.

Techno-DJ „Dr. Motte“ in Wismar

Dass der „Block 17“ auf dem Campus der Hochschule Wismar regelmäßig unter Strom steht, ist nichts neues. Gerade in den letzten Jahren fanden dort Live-Interpreten elektronischer Tanzmusik mit ihren DJ-Kollektiven und Abzappeljüngern einen kuschligen Unterschlupf: „Spielwiese 7“ avancierte weit über Mecklenburgs Grenzen hinaus zur Qualitätsmarke zum Abtanzen und der Nachfolger „Bass Tales“ ist auf gleichen Pfaden unterwegs.

Ziel dieser Musikerkollektive und Veranstaltungsreihen: „Support your local DJ!“. Das friedfertige Lebensgefühl der Technoszene und das Miteinander eines großen Freundeskreises. Das Publikum kennt den Musiker und dieser das Publikum. Zusammen feiert man und zappelt sich aus.

Diesen Abendsport im familiären Kreis zu synthetischen Klängen fernab von Drogen und harter Selbstbeweispflicht lernte Michael Noack, ehrenamtlicher Organisator von „Bass Tales“, Anfang der 1990er Jahre in seiner Heimatstadt Leipzig kennen. Das war die Wendezeit, als Techno über die durchgefeierte Nacht zur Jugendkultur wurde. Als aus den Wirren der Weltgeschichte neben Chicago vor allem in Berlin und in anderen deutschen Metropolen der Sog aus erdrückenden Bässen, künstlichen Rhythmen und ulkigen Weltraumfantasien zog.

In dieser Zeit erlernte auch Michael Noack in Leipzig das Handwerk des Musikmachens aus Tonschnipseln von Schallplatten und Synthesizern und eben das herzliche Miteinander vor und auf der Tanzfläche. Das exportierte er in die Hansestadt Wismar, als er hier eine neue berufliche Perspektive und viele Elektro-Mitstreiter fand. „Ein mal in Jahr gönnten wir uns aber einen Star-DJ“, berichtet Michael Noack aus der Zeit in Leipzig, „Marusha, Westbam, Sven Väth – wir hatten sie alle da. Außer Dr. Motte.“. Zur großen Freude wurde das jetzt nachgeholt und mit DJ-Sets von Michael Noack und dem Duo „Friend of Mine“ abgeschmeckt.

Der Berliner Dr. Motte, ein bewusst und drogenfrei lebender, politischer, friedensaktivistischer, esoterischer Mann in den Endfünfzigern, servierte der Crew vom „Block 17“ dicke Schmalzstullen und der Wismarer Tanzgemeinde heftigste Beats zwischen Industrial, House, Acid und den eingeschummelten Chart-Hits der Loveparade-Hymnen der Berliner Jahre. Auf den Fliesen des Wismarer Studentenclubs standen Besucherveteranen des Tresor-Clubs und Goa-Festivalgänger der letzten fünfzehn Jahre neben begeisterten und in Trance tanzenden Jünglingen, deren Eltern deutlich jünger als der DJ-Star da vorn am Pult sein dürften. Daneben, aber mitten drin stehen Michael Noack mit den Lichteffektkünstlern Sven Neugebauer und Felix Spindler und Block-Geschäftsführer Sebastian Schmitt. Zwischen Blitzlichtgewittern, Videoeffekten und Mottes einnehmender Tanzmusikgewalt genießen sie den Wohnzimmermoment.

Von Georg Hundt

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