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Wismar MVs beste Juniorhelfer kommen aus Rostock, Greifswald und Doberan
Mecklenburg Wismar MVs beste Juniorhelfer kommen aus Rostock, Greifswald und Doberan
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13:45 08.09.2019
Maurice Mehlfeldt (17) mimt das Opfer, Lea, Maja und Alexandra (v.l.) wissen, was zu tun ist. Quelle: Nicole Hollatz
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Wismar

Ein Unfall mit einem Lieferauto vor Karstadt. Ein Mädel hat eine blutende Kopfwunde, steht unter Schock. Der junge Fahrer steigt aus, will das Warndreieck aufstellen und wird auf einmal ohnmächtig. Passanten bleiben stehen.

Schnell helfen

Liv, Lena, Lea und der Rest vom Jugendrotkreuzteam aus Uecker-Randow wissen, was zu tun ist. Notruf absetzen, die Verletzten angucken, Ansprechen und Anfassen. Maurice Mehlfeldt (17), der den ohnmächtigen Fahrer mimt, wird in die stabile Seitenlage gelegt und bekommt eine Rettungsdecke gegen die kalten Steine.

Lea Brauns (10) gibt als Gruppenführerin klare Anweisungen, wer was zu machen hat. „Das war Aufregung pur“, erzählt das Mädchen von DRK-Kreisverband Uecker-Randow später, während Nele Wille, das Mädel mit der Kopfwunde, sich frisches Kunstblut auftragen lässt.

Wettbewerb mitten in der Stadt

Am Wochenende fand der Landeswettbewerb des Jugendrotkreuzes in Wismar statt. 140 engagierte Kinder und Jugendliche zogen quer durch Wismar zu den zehn verschiedenen Stationen. Schiedsrichter bewerteten, wie die Kinder und Jugendlichen reagierten.

„Du warst richtig gut!“, lässt Torsten Wende die Gruppenführerin Lea wachsen. „Du hast dein Team super eingeteilt!“ Kollege Robert Welzel gibt wichtige Hinweise: „Ihr dürft den nicht so lange auf den Rücken liegen lassen, er könnte ersticken! Und auch die „Opfer“ erzählen jeweils, wie sie behandelt wurden.

Offener Beinbruch

Der Unfall vor Karstadt war nicht die gruseligste Station des Wettbewerbes. Vor dem St. Marien-Kirchturm lagen drei Jugendliche, laut um Hilfe rufend. Der offene Beinbruch, den Jasmyn Rest (15) geschminkt bekommen hat, sah schon ziemlich echt aus!

Kleine Helden in rot: die Kinder und Jugendlichen fielen am Samstag im Stadtbild auf. Sie nahmen am Landeswettbewerb des Jugendrotkreuzes teil und zeigten, was sie können.

Beim Klettern auf den aufgemauerten Kirchmauern dort sind drei Jugendliche schwer gestürzt. Hauptschiedsrichterin Anke Pohlka erklärte der jeweiligen Gruppe beim Eintreffen die Situation.

Retten und mehr auf Zeit

Dann startete die Zeit, die die „Junior-Helfer“ jeweils hatten, um unter den Augen der Schiedsrichter die jeweilige Situation zu meistern. Die jüngsten dieser Engagierten waren gerade mal sechs Jahre alt, die ältesten 25. Aus Wismar kam kein Team, aber eines der Jugendteams kam aus Nordwestmecklenburg.

Für ältere Teilnehmer waren die Aufgaben natürlich schwerer. „Dann liege ich ohnmächtig noch im Auto und muss dort raus gerettet werden“, erzählt Maurice Mehlfeldt, der ohnmächtige Fahrer vor Karstadt.

Richtig reagieren

Zurück zum Marien-Kirchturm. Das blaue Auge von Shaw Billig (15) muss gekühlt werden, der offene Bruch von Jasmyn wird nur abgedeckt, das Mädchen selbst beruhigt und mit der Rettungsdecke gewärmt. Bei Sebastian Herkules müssen die Ersthelfer besonders aufmerksam agieren. „Ich könnte ja eine Wirbelsäulenverletzung vom Sturz haben“, erzählt Sebastian später.

„Mein Erste-Hilfe-Lehrgang ist 30 Jahre her, ich wüsste nicht, ob ich das noch so könnte“, staunt Passant Gerhard Richter aus dem Landkreis. Er findet es gut, dass schon Kinder und Jugendliche sich engagieren.

Lübbo Roewer vom DRK-Landesverband: „Die Kinder und Jugendlichen, die hier mitmachen, werden später keine Angst vor der Ersten Hilfe haben. Die Angst, etwas falsch zu machen, ist für viele Erwachsene der Haupthinderungsgrund, überhaupt etwas zu machen.“

Auch Spaß dabei

Erste Hilfe, Allgemeinwissen, Sport und Spiel, Sozialkompetenz und Teamfähigkeit standen im Fokus der Stationen. Der Spaß kam mit Party, Musik und Kultur im Theater nicht zu kurz.

„Unsere Wettbewerbe sind das absolute Highlight für die Kinder und Jugendlichen, die sich im DRK engagieren. Sie haben die Möglichkeit, sich kennen zu lernen, das Gemeinschaftsgefühl im DRK zu erleben und ihren Wissenstand in der Ersten Hilfe unter Beweis zu stellen“, so Martin Rudolph, der Landesleiter des Jugendrotkreuzes Mecklenburg-Vorpommern.

Die Gewinner

Bei den jüngsten Teilnehmern im Alter von 6 bis 8 Jahren konnte die Gruppe aus Greifswald überzeugen (Kreisverband Ostvorpommern-Greifswald), bei den älteren bis 12 Jahren die aus Bad Doberan. In der Gruppe der 13- bis 16-Jährigen siegten die Jugendlichen aus Rostock, bei den bis 27-Jährigen überzeugte die Gruppe aus Rövershagen, die zum Kreisverband Bad Doberan gehört.

Von Nicole Hollatz

Klaus und Jutta Schönfeldt geben das Fuhrunternehmen nach drei Generationen auf. Sohn Veit, der es weiterführen wollte, verunglückte im Januar 2018 tödlich. Seit 1991 ist der Firmensitz in Hornstorf vor den Toren Wismars.

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