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Wismar Brandschutz-Mängel: Mensakeller Wismar muss schließen
Mecklenburg Wismar Brandschutz-Mängel: Mensakeller Wismar muss schließen
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20:16 21.12.2018
Das Ordnungsamt der Hansestadt Wismar hat verfügt, dass der Mensakeller geschlossen bleibt. Es bestehe Gefahr für Leben und Gesundheit. Quelle: Michaela Krohn
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Wismar

Bittere Nachricht kurz vor Weihnachten: Die Türen des Wismarer Mensakellers bleiben vorerst verschlossen. Das Bauamt der Hansestadt Wismar hat eine Nutzung der Räume bis auf Weiteres untersagt. Der Grund für diese drastische Maßnahme sollen gravierende Brandschutzmängel sein. Nach einer eingehenden Prüfung wurde vonseiten der Stadt verfügt, dass „Veranstaltungen jeglicher Art aufgrund sicherheitsrelevanter Mängel, die zu einer Gefährdungslage für die öffentliche Sicherheit, insbesondere für Leben und Gesundheit der Besucher führen kann“, dort nicht mehr stattfinden können.

Für viele Wismarer ist das ein Schock. Den Mensakeller – auch als „Alte Mensa“ bekannt – gibt es immerhin seit 43 Jahren. Dort gab es nicht nur Konzerte, Weihnachtsfeiern oder Sportveranstaltungen. Dort feierten auch Hunderte Schüler ihre Abschluss- und Abibälle. Ob die dort nun stattfinden können, ist zurzeit ungewiss, wenn nicht gar unwahrscheinlich.

Das Bauamt der Hansestadt Wismar hat eine Nutzung der Räume im Mensakeller bis auf Weiteres untersagt.

Ähnliche Veranstaltungsorte sind in Wismar rar

Auch Eltern und Schüler sind bereits in heller Aufregung, äußern sich besorgt in einem internen Schreiben eines Wismarer Elternrates (liegt der OZ vor) und fragen sich, wo die Abschlussveranstaltungen stattfinden sollen. Denn auch sie wissen: Ähnlich große Veranstaltungsorte, an denen sie feiern können, sind in Wismar rar.

Die „Alte Mensa“ ist in den 1970er-Jahren von DDR-Star-Architekt Ulrich Müther erbaut worden. Die Mensa ist 1972 als eine Schirmschalenkonstruktion entstanden. 1975 war der Gesamtbau fertig. Sieben solcher Schirmschalen – jeweils etwa 13 mal 14 Meter groß – bilden das Dach. Statt Säulen als bautechnisch notwendige Träger sind diese „Pilze“ Teil der Architektur und geben dem Bau sein Gesicht. Inzwischen ist die „Alte Mensa“ zumindest von außen in keinem guten Zustand mehr. Der Bau scheint langsam zu verfallen. Im Gestrüpp liegt Müll, sogar ein demoliertes Fahrrad. Die Zugänge über Gehwege sind mit Bauzäunen abgesperrt.

Der Mensakeller – hier von hinten zu sehen – kämpft schon lange mit Vandalismus. Nun soll er wegen Brandschutzauflagen geschlossen bleiben. Quelle: Michaela Krohn

Geschäftsführer will für Wiedereröffnung kämpfen

„Ja, der Mensakeller ist vorübergehend geschlossen“, bestätigt Geschäftsführer Sven Böttcher auf OZ-Anfrage – mit Betonung auf „vorübergehend“. Sich mit der Schließung einfach abgeben – das möchte er nicht. „Das Ordnungsamt hat uns verboten, den Mensakeller zu öffnen. Wir sind aber noch am Drehen und Kämpfen und wollen schauen, ob, wann und wie wir wiedereröffnen können.“ Der Brandschutz sei laut Böttcher ein Problem, das sich lösen lasse. Beim Lärmschutz sei es schon schwieriger.

Am 25. Dezember sollte zudem die „Christmas XXL Party“ im Mensakeller gefeiert werden. „Der“ Treffpunkt zu Weihnachten in Wismar. Traditionell kommen viele ehemalige Hansestädter dorthin, um an Weihnachten zu feiern und alte Freunde wiederzutreffen. Auf der Internetseite des Mensakellers wirbt der Veranstalter mit Mecklenburgs größter Weihnachtsparty. Die Angst, die Party könnte ausfallen, nimmt Veranstalter Sven Böttcher aber: „Sie wird definitiv stattfinden.“ Nur wo, das ist noch unklar. Er verspricht jedoch: „Wir werden über die sozialen Medien rechtzeitig einen Ausweichort bekannt geben.“

Michaela Krohn

Hans Heußner ist seit 2011 der Weihnachtsmann auf dem Wismarer Weihnachtsmarkt.

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