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Wismar Modernes Lernen in Neukloster
Mecklenburg Wismar Modernes Lernen in Neukloster
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00:00 16.01.2018
Helena (7b) betreute die Station des Heißen Drahtes. Flynn (12) probierte sich aus.
Helena (7b) betreute die Station des Heißen Drahtes. Flynn (12) probierte sich aus. Quelle: Foto: Kerstin Erz
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Neukloster

Der Tag der offenen Tür am Gymnasium „Am Sonnenkamp“ Neukloster war sowohl für die Schüler und Lehrer als auch für die angehenden Siebtklässler und ihre Eltern und Großeltern aufregend und spannend zugleich. Viel war wieder vorbereitet worden, wie zahlreiche Programme in der Aula und vor allem in den Klassen- und Fachräumen.

Besonders stolz bei der Vorstellung ihrer Einrichtung war Schulleiterin Astrid Paschen über die Modernisierung. Sie erzählte von der Ausrüstung einiger Fachräume mit sogannten Whiteboards oder Smartboards – sozusagen digitaler Tafeln. Im Chemieraum konnten die Gäste von Lehrerin Uta Ehrke das Smartboard in Aktion erleben. „Das sind interaktive Tafeln für die multimediale Arbeitsweise, das heißt, die Smartboards funktionieren wie ein großer Computerbildschirm mit Speicherfunktion, nur dass man darauf auch schreiben und das Geschriebene löschen kann“, erklärt die Chemielehrerin.

„In diesem Sommer“, so die Schulleiterin weiter, „soll unsere Schule auf Wlan umgerüstet werden, was allerdings wegen des alten Gebäudes etwas schwierig werden wird. Doch wir haben nun mal die teure, moderne Technik, da muss das Internet folgen.“

Auch in der Aula gab es eine kleine Verbesserung, wie von Musik- und Englischlehrer Martin Höppner zu erfahren war: „Unser Hausmeister hat uns eine Elektrikleiste am Rand der Bühne installiert, sodass wir jetzt ohne den großen Aufwand von früher Beamer und andere Technik anschließen können.“

Die allergrößte Errungenschaft ist allerdings die Umwandlung des alten Ersatzcontainers in ein tolles Nebenschulgebäude. Die ehemaligen Schüler des Gymnasiums, Jahrgang 1998 bis 2007, Benjamin Gust und Steven Ziehl (beide 30), beschreiben ihre Eindrücke so: „Wir hatten ja bis zum Schluss im Container Unterricht. Heute stehen wir zum ersten Mal in diesen neuen Räumen. Große Fenster, helle Räume und eine funktionierende Heizung fallen uns auf.“ Und auch Englischlehrer Martin Höppner schwärmt von dem neuen Gebäude und meint, dass hier ein tolles Arbeiten möglich sei und der Geräuschpegel nun extrem niedrig liege.

Immer wieder begegnen die Besucher Schülern der 9. und 10. Klassen, die eine Führung durch die Schule geben. Berthold Brauer, Klasse 10 a, wartet gerade wieder auf Interessenten. Befragt, warum er den angehenden Siebtklässlern gerade dieses Gymnasium empfehlen würde, meinte er: „Weil ich persönlich hier sehr glücklich bin. Weil ich das Gefühl habe, dass ich wirklich etwas lerne und weil ich keinen Stress mit den Lehrern habe. Geschichte ist mein Lieblingsfach und in fast jeder Stunde sehen oder machen wir selbst Power-Point-Präsentationen oder kleine Filme. Das macht Spaß.“

Die gleiche Frage an Katrin Stöhr aus Babst, Gesamtelternratsvorsitzende, gestellt, beantwortet sie: „Ich hatte zwei Kinder in dieser Schule und jetzt noch meinen Nachzügler Mathis in der 9. Klasse.

Hier an der Schule ist eine sehr gute Zusammenarbeit zwischen Eltern, Lehrern und Schülern. Wir versuchen vor allem, Schüler und Lehrer auf eine Linie zu bringen. Die Schüler bekommen das Gefühl, dass sie ernst genommen werden. Das trägt viel dazu bei, dass sich alle hier wohlfühlen.“

Doch nicht nur mit der Ausstattung, sondern auch mit einem breiten Kurs-Angebot punktet die Schule in Neukloster: Ob nun Tanz, Musik, Schüleraustausch, Sprachen (neu Japanisch), Imkerkurs, Schach, Kunst oder Nähen – die Auswahl neben den Unterrichtsfächern ist vielfältig.

Und was sagen die bald Jüngsten an dieser Schule? Niklas Rohde (11) aus Krusenhagen schaut sich mit seiner Oma Brunhilde Schomann gerade die Präsentation des Anthropologie-Projektes in der Aula an.

„Ich freue mich schon auf diese Schule, vor allem auf Chemie und Physik, meine Lieblingsfächer. Außerdem ist meine Schwester im vergangenen Jahr hierhergekommen.“ Der zwölfjährige Flynn aus Neuburg ist Fußballer und kennt daher schon viele Schüler aus dieser Schule, also ist es für ihn gar keine Frage, an dieses Gymnasium zu gehen.

Leon (7b) und seine kleine Schwester Nina (3. Klasse) aus Bad Kleinen probieren sich mit Hilfe von Chemielehrerin Uta Ehrke am Chemophon, dem akustischen Leitfähikeitsmesser, aus und sind begeistert, dass sie unter „Strom“ stehen, ohne es zu merken. „Ich bin ja erst ein halbes Jahr hier, aber es gefällt mir sehr gut an der Schule – die Lehrer sind alle sehr nett.“

Zum Schluss besuchen sie noch das Schüler-Café, welches in diesem Jahr von den Neuntklässlern und dem Eltern-Tanzkreis, die sich hier jeden Freitag treffen und jährlich den Herbstball sowie dieses Jahr einen Frühlingsball für die Schule organisieren, geführt wird.

Die Europaschule Am Sonnenkamp

Das Gymnasium blickt auf eine lange Tradition zurück. Bereits im 13. Jahrhundert wurde durch die Gründung des Zisterzienserklosters Sonnenkamp der Grundstein für die sich durch die Jahrhunderte fortsetzende Entwicklung der Stadt zu einem Bildungszentrum in der Region gelegt. Heute ist sie Europa– und Ganztagsschule.

Im Zentrum der pädagogischen Arbeit steht die Vermittlung humaner Werte demokratischen Zusammenlebens sowie die Vorbereitung auf ein selbstbestimmtes Leben in einer zunehmend globalisierten und sich wandelnden Welt.

Kerstin Erz

16.01.2018
16.01.2018