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Wismar Mühlenquartier: Erste Wohnungen reserviert
Mecklenburg Wismar Mühlenquartier: Erste Wohnungen reserviert
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09:37 25.11.2018
So soll das Wohnhaus einmal aussehen. Es bietet einen Blick auf den Schweriner See. Quelle: Mühlenquartier Bad Kleinen
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Bad Kleinen/Wismar

Die ersten Anfragen sind da: Nachdem der Wismarer Investor Egon Flemming seine Umbaupläne für das verfallene Mühlenquartier in Bad Kleinen vorgestellt hat, haben sich bereits einige Interessen gemeldet, die eine Wohnung im Kornspeicher beziehen möchten. Dieser steht seit Jahren leer, doch wohl nicht mehr lange: Insgesamt 38 Eigentumswohnungen sollen dort entstehen (die OZ berichtete). Der Bauantrag soll Anfang 2019 eingereicht werden.

„Es werden keine Luxuswohnungen“, betont Flemming. Es handle sich um exklusives Wohnen ja, aber vor allem wegen der Lage und dem Erholungsangebot: Der Kornspeicher befindet sich direkt am Schweriner See und bietet bei gutem Wetter einen Blick bis nach Wismar und Schwerin. Zudem ist im Untergeschoss ein Wellnessbereich mit Massage, Kosmetikanwendungen, Saunen und einem 7 mal 11 Meter großen Schwimmbad vorgesehen, der auch den Bewohnern von Bad Kleinen zur Verfügung stehen soll. „Das Schwimmbad entsteht im ehemaligen Maschinenbecken unter dem Turm, welches im Moment bereits unter Wasser steht“, berichtet Flemming. Der Zustand der Mühle sei schlecht, das Dach ist undicht. „Viele sagen, die Mühle sei Schrott, ich sage: Sie ist eine Perle“, ergänzt Flemming. Als 2017 der Abriss des Getreide-Silos/Kornspeichers drohte, habe er sich entschlossen, das Mühlenquartier zu retten.

So soll es mal aussehen – und so sah es mal aus

Flemming ist Inhaber einer in Wismar ansässigen Finanzgruppe. Privat ist er seit 2008 mit seiner Frau in Bad Kleinen zuhause. „Zuerst wollte ich nicht dorthin ziehen, aber jetzt möchte ich nicht mehr weg“, betont er. Seine Mühlen-Pläne auf dem 2,7 Hektar großen Gelände mögen auf den ersten Blick „ein bisschen verrückt für Bad Kleinen erscheinen“. Doch die ersten Interessenten-Anfragen bestätigen: Es gibt viele Menschen, die Natur und Ruhe suchen, aber mit der Nähe zu großen Städten. „Der Ort punktet mit der Nähe zu Wismar, Schwerin, Hamburg und Rostock“, berichtet Flemming. Für sein Projekt hat er die Firma Mühlenquartier Bad Kleinen gegründet mit ihm als Geschäftsführer. Die neuen Wohnungen im Kornspeicher sind der Anfang zur Wiederbelebung des Mühlenquartiers. Mitte 2021 soll der Speicher fertig sein. „Die bereits vorliegenden Anfragen und Reservierungen kommen größtenteils aus dem Raum Schwerin“, berichtet Flemming.

Der zweite Bauabschnitt, die Sanierung der historischen Mühle, wird die größte bauliche Herausforderung. „Sie ist ein Industriedenkmal und ziemlich marode. Um sie wieder herzustellen, sind wir auf Förderungen angewiesen“, betont Flemming. Aktuell wird das Dach vollständig notgesichert und der Bewuchs entfernt, um den weiteren Verfall zu stoppen. Mitte 2019 sollen dann zunächst mit beantragten Fördermitteln das Dach und die Fassade erneuert werden. Weiterhin werden der Schornstein und die Heizungsanlage abgerissen und das beschädigte Holztragwerk erneuert. Anschließend entsteht eine 5000 Quadratmeter große Gewerbenutzfläche. „Wir hoffen da auch auf Firmen aus dem Gebiet Hamburg, für die Bad Kleinen gut zu erreichen ist und die hier günstigere Mieten wie in der Großstadt hätten“, so der Investor. Pluspunkte seien die Nähe zur Autobahn und der modernisierte Bahnhof.

Neben Wohnungen und Gewerbe sollen auch Gastronomie und Kultur entstehen: Im alten Maschinenhaus ist ein Bistro geplant, das alte Heizhaus soll ein Mühlenmuseum erhalten. Für das sucht Egon Flemming historische Bilder und Dokumenten. Einige hat er bereits. Im einem der alten Gebäude hat er die Original-Baupläne von 1915 gefunden. Sie werden gerade wieder aufgearbeitet. Wichtig ist dem Investor auch, den Einheimischen etwas zu bieten – auf dem Mühlenforum in Form von Veranstaltungen. Die erste, Lichterglanz im Advent, gibt es bereits am 2. Dezember. Von 16 bis 18 Uhr wird vor der Mühle bei Glühwein, Kaffee und Kuchen eine große Weihnachtstanne erleuchtet. „Wir würden uns freuen, wenn ganz viele Bad Kleiner vorbeischauen würden“, so Flemming.

Im dritten und letzten Bauabschnitt will der Investor auf dem Gelände den Mühlenpark mit Reihen- und Mehrfamilienhäusern errichten lassen. Für den gesamten Komplex sind zudem zwei Parkhäuser geplant. 2026 könnte vielleicht alles fertig sein. Egon Flemming fühlt sich der Herausforderung gewachsen: Er habe viel Erfahrung in der Projektentwicklung gesammelt.

Kerstin Schröder

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