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Wismar Nach Anbohren von Eiern: Nandus werden weniger
Mecklenburg Wismar Nach Anbohren von Eiern: Nandus werden weniger
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00:00 25.11.2017
Laufvögel stehen auf einem Feld zwischen Schlagsdorf und Utecht. Sie gehören zu Europas einziger wilder Nandu-Population. Quelle: Foto: Christian Charisius/dpa
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Schönberg

Die freilebenden Nandus in Nordwestmecklenburg breiten sich weiter aus, werden aber weniger. Diesen Trend hat die aktuelle Herbstzählung freigelegt.

17000 Positionsdaten

Vier Laufvögel im Landkreis Nordwestmecklenburg tragen derzeit in farbigen Halsringen Ortungssender mit sich. Die ersten drei Nandus wurden im November 2016 in einem Pilotvorhaben markiert, das die Deutsche Ornithologen-Gesellschaft fördert. Erklärtes Ziel: „Daten zur Raumnutzung der Tiere gewinnen.“ Bisher übermittelten die Sender mehr als 17000 Positionsdaten.

Mitarbeiter des Biosphärenreservates Schaalsee-Elbe und der Arbeitsgruppe Nandumonitoring erfassten das Vorkommen der ursprünglich aus Südamerika stammenden Laufvögel. Bilanz des Schweriner Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt: „Die Population der freilebenden Nandus in Nordwestmecklenburg liegt aktuell bei einer Größe von 244 Tieren. Darunter sind 148 Altvögel, 33 in diesem Jahr geschlüpfte Jungvögel und 63 weitere Tiere, bei denen sich Alter und Geschlecht aufgrund der Entfernung nicht sicher feststellen ließen.“

Zum Vergleich: Im November vorigen Jahres waren insgesamt 266 Tiere gezählt worden, also 22 mehr. Dazu zählten nach Angaben des Ministeriums 155 Altvögel, 91 Jungvögel und 20 weitere Tiere, deren Alter sich nicht sicher bestimmen ließ.

Die Ausbreitung der Nandus im Nordwesten von Mecklenburg geht zurück auf mehrere Ausbrüche aus einem Gehege im schleswig-holsteinischen Grönau vor rund zwei Jahrzehnten. Wenig später überwanden die Vögel die östlich von Grönau gelegene Wakenitz. Seitdem breiten sie sich in Mecklenburg aus. Belastbare Daten liefert 2008 ein Beobachtungs- und Auswertungsprogramm des Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt. Es ergab, dass der Bestand an Alttieren bis 2011 relativ konstant bei 30 lag, die Zahl der Jungtiere in dieser Zeit aber erheblich schwankte: zwischen 33 und 87. 2013 zählten die Nanduforscher bereits 80 Altvögel. Im selben Jahr registrierten sie 38 Jungvögel. „Seither wächst die Population stetig und breitet sich auch nördlich der A 20, östlich bis Groß

Rünz und westlich in angrenzende Gebiete Schleswig-Holsteins aus“, heißt es in einer Mitteilung des Ministeriums. Die Nandus dringen nach Erkenntnissen des Ministeriums auch aktuell weiter in östlicher und nördlicher Richtung in neue Gebiete vor.

Dass die Forscher nun weniger Tiere registrieren als vor einem Jahr, dürfte vor allem am Anbohren von Nandueiern liegen. „Bis Mitte Mai waren 118 Eier in neun Gelegen angebohrt worden“, erläutert das Ministerium. Und weiter: „Wegen der von Nandus verursachten Schäden auf landwirtschaftlichen Kulturflächen war in diesem Jahr nach einem Antrag des Kreisbauernverbandes Nordwestmecklenburg mit Ausnahmegenehmigung des Biosphärenreservatsamtes als Untere Naturschutzbehörde das Anbohren von Eiern vorgenommen worden.“ Das ist nach Ansicht des Amtes „das mildeste Mittel eines Eingriffs, um das weitere Anwachsen der Population und die zunehmenden Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen einzudämmen, ohne den guten Erhaltungszustand der Art zu gefährden.“

Nach Einschätzung des Bundesamtes für Naturschutz ist bislang nicht erwiesen, dass die 1,40 Meter großen Laufvögel heimische Arten aus deren Lebensräumen verdrängen.

Weitere Informationen im Internet: www.nandu.info

Jürgen Lenz

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