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Wismar Guten-Morgen-Parkticket ab 15. März in Wismar
Mecklenburg Wismar Guten-Morgen-Parkticket ab 15. März in Wismar
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07:07 02.03.2019
Auf dem Parkplatz am Busbahnhof wird ein "Guten-Morgen-Ticket" eingeführt. Das Tagesticket (jetzt 1 Euro) kostet nur dann 1 Euro, wenn der Parkschein zwischen 4 und 9 Uhr gezogen wird. Danach kostet es 4 Euro. Quelle: Heiko Hoffmann
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Wismar

 Ab 15. März gelten in Wismar einige neue Parktarife. Das hat die Bürgerschaft am Donnerstagabend beschlossen. Eingeführt wird das Guten-Morgen-Ticket. Es gilt auf drei Parkplätzen: hinter dem Busbahnhof, an der Turmstraße sowie am Bahnhofsvorplatz, der sich im Bau befindet.

Bisher kostet das Tagesticket einen Euro. Dabei bleibt es, aber nur, wenn der Parkschein zwischen 4 und 9 Uhr gezogen wird. Danach kostet das Tagesticket vom 15. März bis zum 30. Oktober vier Euro. Das Guten-Morgen-Ticket richtet sich vor allem an die Beschäftigten in Altstadtnähe. Touristen, die in der Regel später in die Stadt kommen, zahlen dann mehr. Außerdem wurde beschlossen, dass die drei Parkplätze in den Wechsel von Sommer- und Wintertarif aufgenommen werden. Der Wintertarif gilt vom 1. November bis zum 14. März. In dieser Zeit kostet das Tagesticket einen Euro.

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Neue Tarife im Parkhaus

Im Parkhaus am Akten Hafen gelten ab dem 15. März folgende Änderungen:

Erstens: 20 Minuten kosten 50 Cent. Bisher gilt: Jede angefangene Stunde kostet 1,50 Euro.

Zweitens wird beim Tagesticket der Höchstbetrag von zehn auf acht Euro gesenkt. Die Nachtpauschale von zuzüglich zwei Euro bleibt.

Drittens wird der Wintertarif (1. November bis 14. März) eingeführt. Die Tageskarte kostet dann fünf Euro zuzüglich zwei Euro Nachtpauschale.

Viertens wird die Zeit der Nachtpauschale von jetzt 19 bis 7 Uhr auf 17 bis 9 Uhr (zwei Euro bleibt) verlängert.

Fünftens: Einführung eines Tarifs für Beschäftigte. Dieser kostet montags bis freitags 75 Euro pro Monat von November bis April.

Außer soll mit einem Bündel von Änderungen mehr Anreize für das Nutzen des Parkhauses am Alten Hafen geschaffen werden (siehe Infokasten). Denn bisher wird es schlechter angenommen, als von der Stadt erhofft.

Bis 9 Uhr für einen Euro

Die Neuerungen wurden vor allem mit den Stimmen von SPD, CDU und einigen Linken beschlossen. Maren Teß (SPD) hatte die Änderung eingebracht, dass das Guten-Morgen-Ticket bereits ab 4 Uhr gilt. Vorgesehen war der Beginn zunächst ab 6 Uhr. Viele Pendler würden von dem Ticket profitieren. Der erste Zug, so Teß, fahre um 4.17 Uhr. „Die wollen wir nicht ausschließen“, warb sie erfolgreich um Zustimmung. René Domke (FDP/Grüne) und Dörte Petzsch (Piraten) wiesen auf die Beschäftigten in der Gastronomie und Schichtarbeiter hin. Diese würden davon nicht profitieren. Petra Seidenberg (FDP/Grüne) war dagegen, die Gebühren im Parkhaus zu senken. Das sei das falsche Signal. Ihr Ansatz: Die Preise auf den umliegenden Flächen erhöhen, damit erstens das Parkhaus eher genutzt werde und zweitens so mehr Anreize geschaffen werden, das Auto stehen zu lassen, um mit dem Bus zu fahren.

Schulen vor Sportanlagen

Für die Sanierung der Fritz-Reuter-Grundschule wird mehr Geld benötigt als ursprünglich geplant. Quelle: Heiko Hoffmann

Bewilligt hat die Bürgerschaft zusätzliche Finanzmittel für den Bau der neuen Grundschule an der Bürgermeister-Haupt-Straße und die Sanierung der Fritz-Reuter-Grundschule am Altstadtring. Beide Vorhaben werden teurer als ursprünglich angenommen. Gleichzeitig werden andere Vorhaben, vor allem im Sportbereich, zurückgestellt.

Die neue Grundschule kostet 9,5 Millionen Euro. Die Deckungslücke beträgt 1,86 Millionen Euro. Abgezwackt wird das Geld von den Vorhaben Komplettsanierung Sporthalle Friedenshof (alle Brechthalle), Stadion und Abstellgebäude Stadion sowie Straßenbau Bei der Klosterkirche/Turnerweg. Die Fritz-Reuter-Schule wird für 4,6 Millionen saniert. Mehrkosten von 111000 Euro werden vom Vorhaben Sporthalle Friedenshof umgeleitet.

René Domke (Fraktion FDP/Grüne) kritisierte, dass Mittel von den Sportstätten abgezogen werden. Doch gerade die sollten in den Mittelpunkt rücken. Domke: „Ich hätte mir eine andere Deckungsquelle, andere Prioritäten gewünscht.“ Bürgermeister Thomas Beyer (SPD) entgegnete: „Wir haben es uns nicht leicht gemacht. Die Sportanlagen sehen wir sehr wohl im Fokus.“ Die Ursache sei auf Landesebene zu suchen, weil die Kommunen nicht ausreichend mit Geld ausgestattet würden. Beyer hatte schon vorab betont, dass die Schulen Priorität genießen, andere Vorhaben zurückgestellt, aber nicht gestrichen werden.

Unterstützung für die Tafel?

Detlef Lohne, Vorsitzender der Wismarer Tafel, hofft auf mehr Unterstützung von der Stadt. Quelle: Heiko Hoffmann

Wie kann die Wismarer Tafel von der Hansestadt unterstützt werden? Das soll der Bürgermeister prüfen. Dem von der CDU eingebrachten Antrag waren SPD, Linke und Für-Wismar-Fraktion beigetreten. Die OZ hatte Mitte Februar darüber berichtet, dass die Tafel jährlich 2000 Euro an Müllgebühren an den städtischen Entsorgungsbetrieb bezahlen muss. CDU-Fraktionsvize Tom Brüggert: „Unsere Fraktion vertritt die Auffassung, dass der Verein ,Wismarer Tafel’ durch die Hansestadt grundsätzlich unterstützt beziehungsweise gefördert werden sollte, da dieser eine wichtige Unterstützung für viele Bürger darstellt, die auf zusätzliche Hilfe angewiesen sind.“

Der Bürgermeister sagte, dass mehrfach Gesprächsangebote gemacht, diese aber nicht angenommen worden seien. Beyer: „Ich sehe vor allem ein Kommunikationsproblem.“ Als gemeinnütziger Verein sei die Tafel grundsätzlich förderfähig. Christa Hagemann (Linke) brachte als Argument ein, dass die Tafel monatlich 8000 Menschen mit Lebensmitteln versorgt. Das sei schlimm, aber auch gut, weil der Verein für Menschen da ist, die Hilfe benötigen. Hagemann: „Sie brauchen unsere Unterstützung.“ Die Fraktionschefin warb dafür, nicht verwaltungstechnisch an die Lösung des Problems heranzugehen. Dafür warb auch Gerd Zielenkiewitz (FWF). Sibylle Runge (SPD) tat die Tafel-Problematik mit lautem Geschrei des Vereins ab und angeblich schlechter Recherche der OZ.

Heiko Hoffmann

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