Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Wismar Entscheidung in Neukloster: Schulen werden erweitert
Mecklenburg Wismar Entscheidung in Neukloster: Schulen werden erweitert
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:59 23.01.2019
Die rot markierten Gebäude auf der Karte sind die geplanten Neubauten auf dem Schulcampus Neukloster. Das obere Gebäude stellt den Erweiterungsbau der Regionalen Schule an der August-Bebel-Allee dar, das mittlere die neue Sporthalle, das untere die neue Grundschule. Quelle: Stadt und Haus Architekten Wismar
Anzeige
Neukloster

Die Stadt hat große Pläne mit dem Schulcampus in Neukloster. Nach jahrelangem Ringen steht nun fest, wie sich die Schullandschaft dort verändern wird. Die Stadtvertretung hat nun über einen Entwurf des Architektenbüros „Stadt und Haus Architekten“ aus Wismar abgestimmt. Der sieht unter anderem vor, dass die Regionale Schule einen Erweiterungsbau bekommt. Die Grundschule und die dazugehörige Sporthalle sollen zudem ganz neu gebaut werden.

Sporthalle muss zuerst gebaut werden

Die Stadt steht vor allem beim Bau der neuen Sporthalle für die Grundschule unter immensem Druck. Denn: 2020 muss die Halle fertig werden. „Die Förderrichtlinie läuft sonst aus. Der Abriss muss in den kommenden Sommerferien beginnen und der Neubau im September starten“, betont Bauamtsleiterin Anke Mansour. Sonst sei das Vorhaben nicht zu schaffen. Die baufachliche Prüfung müsse noch im Januar abgeschlossen werden. Bürgermeister Frank Meier (parteilos) dazu: „Das ist sportlich, aber so sieht die aktuelle Planung aus.“ Der Bau der Sporthalle soll 2,5 Millionen kosten.

Anzeige
„Das ist sportlich, aber so sieht die aktuelle Planung aus.“ Frank Meier (parteilos), Bürgermeister Neukloster, über die Zeitnot beim Bau der Sporthalle Quelle: Peter Neichel

Im Detail soll die Regionale Schule einen Erweiterungsbau bekommen, der westlich des jetzigen Gebäudes gebaut und mit diesem verbunden wird. Die Grundschule wird ein komplett neues Gebäude bekommen. Dieses soll auf dem jetzigen Jahn-Sportplatz südlich der Stadthalle entstehen. Das alte Grundschulgebäude wird abgerissen. Dort soll später der zentrale Platz für den sogenannten Kiss-and-go-Verkehr – also für Eltern, die ihre Kinder zur Schule bringen – eingerichtet werden. Auch Parkplätze sollen dort entstehen, die außerhalb der Schulzeiten auch von Anwohnern und Gästen genutzt werden können. Der Spielplatz am Sonnenberg würde nach diesem Plan erhalten bleiben.

Schulleiter begrüßen Baupläne der Stadt

Erleichtert über die Entscheidung der Stadtvertretung zeigt sich vor allem Gabriela Franke-Besener, Schulleiterin der Grundschule: „Wir freuen uns über den Neubau. Wir haben großen Nachholebedarf. Es ist für uns nicht mehr fünf vor, sondern fünf nach zwölf.“ Schüler und Lehrer würden schon jetzt unter dem Raummangel leiden. „Wir haben keine Fachräume. In zwei Jahren werden wir nur noch unter provisorischen Bedingungen arbeiten können – und wir tun dies auch jetzt schon.“ An die Stadtvertreter gerichtet, appellierte sie während der Sitzung im Seniorenclub: „Sie haben sich vor vielen Jahren dazu entschieden, einen Schulstandort mit einem Campus in Neukloster zu bauen. Sie sind es uns schuldig, diese Entscheidung nun endlich zu treffen.“ Auch Roland Polzin, Leiter der Regionalen Schule, sprach sich für diese Variante aus.

Die Entscheidung ist nun da. Leicht haben es sich die Stadtvertreter allerdings nicht gemacht. Acht von ihnen stimmten für den Vorschlag der Planer, vier dagegen, zwei enthielten sich. Auch innerhalb der Fraktionen stimmten einige Mitglieder unterschiedlich. Bürgermeister Frank Meier zeigt sich dennoch erleichtert und freut sich über das „eindeutige Ergebnis“.

Architekt Jörn Willert, der den Entwurf in der Sondersitzung der Stadtvertretung Neukloster vorstellte, hält die zweite von insgesamt vier Varianten, die entwickelt wurden, für die am besten geeignetste: „Für die Stadt ist diese Variante am sinnvollsten, auch wenn sie die vielleicht emotional umstrittenste ist.“ Damit spielte er auch auf die mitunter aufgebrachte Stimmung in der Sitzung an – auch alle Zuschauerplätze waren belegt. Im Vorfeld der Entscheidung wurde unter anderem teils laut über Brandschutzplanungen, die richtigen Orte und Ausrichtungen der einzelnen Gebäude diskutiert – bis sich die Stadtvertreter auf die jetzige Variante geeinigt hatten.

Michaela Krohn