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Wismar Nordic Yards zieht Bilanz und stellt Weichen – Zukunftsstrategie Nordic 2020
Mecklenburg Wismar Nordic Yards zieht Bilanz und stellt Weichen – Zukunftsstrategie Nordic 2020
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13:22 01.09.2015
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Beeindruckende Erfolgsbilanz in sechs JahrenFokussierung auf margenträchtige Nischenmärkte Offshore, Spezialschiffbau und KreuzfahrtschiffeUmbau und Neudimensionierung der Werftengruppe

Wismar, den 1. September 2015. Nordic Yards hat in den letzten zwölf Monaten Eckpfeiler für die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens analysiert und definiert. Sehr umfangreich wurden u. a. Marktforschungen durchgeführt und alle aktuellen Markttrends berücksichtigt, um ein margenträchtiges Produkt- und Dienstleistungsportfolio für die Zukunft zu bestimmen. Darüber hinaus sind die notwendige Struktur und Effizienz des Unternehmens auf die Anforderungen dieser Märkte analysiert worden.

Das Strategieprogramm Nordic2020 ist die konsequente Fortsetzung der bisherigen Nordic-Strategie unter der Überschrift „High Tech on the sea is our business“. Die Erfolge, die auf diese Weise in den letzten sechs Jahren erzielt werden konnten, sind einzigartig. „Auf diesen Wettbewerbsvorsprung werden wir weiter aufbauen“, so Dr.-Ing. Herbert Aly, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Nordic Yards. Und weiter: „Ich kenne keine andere Werft in der Welt, die sowohl eisbrechende Schiffe als auch Offshore-Plattformen baut. Allein 75% der gesamten Offshore-Energie aus der Nordsee kommen derzeit über drei TenneT-Plattformen ‚made by Nordic‘.“

Das im Dezember 2014 in Warnemünde getaufte Windturbinen-Serviceschiff „WIND SERVER“ wurde Anfang dieses Jahres als Innovation international prämiert und ist eine wichtige Nordic-Referenz im prosperierenden Markt der Offshore Supply Vessel. Aufgestellt auf seine Hubbeine, ermöglicht das Schiff als stabile Arbeitsplattform eine neue Art, anspruchsvolle Wartungs- und Reparaturarbeiten in Offshore-Windparks durchzuführen – und füllt so eine Marktlücke.

Anhaltend erfreuliche Entwicklungen gibt es ebenso im Markt der Kreuzfahrtschiffe. Der aktuelle Auftragsboom erzeugt steigende Bedarfe an Ingenieurs- und Fertigungs-Know-how, sowie Dockkapazitäten. Dr.-Ing. Aly: „Im Geschäft der Kreuzfahrer sehen wir gute Chancen. Das können wir, darauf sind wir vorbereitet und dazu bearbeiten wir bereits Anfragen von interessierten Kunden.“. Zu den Referenzen in diesem Segment zählen u. a. die beiden AIDA Schiffe Aura und Vita, sowie die Stena RoPax-Fähren.

Andere Bereiche entwickeln sich dagegen weniger dynamisch als erwartet, etwa das Geschäftsfeld Öl und Gas. Aufgrund des niedrigen Ölpreises gibt es derzeit einen Investitionsstau in diesem Segment. Märkte wie z. B. für Offshore-Plattformen und eisbrechende Schiffe für den russischen Markt sind dagegen von politischen Rahmenbedingungen negativ beeinflusst. So sind die letzten AC- und DC-Plattformprojekte im Rahmen der Energiewende alle ins Ausland vergeben worden. Dr.-Ing. Herbert Aly dazu: „Wir müssen den Entscheidern in Deutschland klarmachen, dass Wertschöpfung aus der Energiewende ein idealer Motor für gut bezahlte Industriearbeitsplätze in Deutschland ist. Scheitert es weiter an wettbewerbsfähigen Finanzierungen für derartige Großprojekte, haben alle Zulieferer und auch wir, die in den letzten Jahren in das notwendige Know-how investiert haben, zukünftig wenig Chancen in diesem Segment. Und das, obwohl wir technisch, technologisch, qualitativ die Pioniere sind, fristgemäß liefern und sogar preislich dem internationalen Wettbewerb Paroli bieten können.“ Die Nordic Yards-Werftengruppe zählt zu den rasant gewachsenen Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern, allein in den letzten drei Jahre wurden über 400 Mitarbeiter u. a. für den Offshore-Bereich eingestellt.

Darüber hinaus sind die Wirtschaftssanktionen gegen Russland ein entscheidendes Hemmnis in der kontinuierlichen Bearbeitung des Marktes. „Wir lesen täglich die russische Fachpresse, haben ein Vertriebsbüro in Moskau, entwickeln Schiffe für den russischen Markt, reden mit Kunden, sind auf Konferenzen, nehmen an aktuellen Ausschreibungen teil, sprechen Russisch mit unseren Partnern in den aktuellen Bauprojekten – auf der Arbeitsebene funktioniert es. Demgegenüber stehen die EU-Sanktionen“, so Dr.-Ing. Aly. In der jeweils fast 70-jährigen Geschichte der Werften in Rostock, Stralsund und Wismar wurden von rund 2.500 abgelieferten Schiffen insgesamt 1.600 für den sowjetischen bzw. russischen Markt gebaut, darunter 600 Fischtrawler und 118 eisbrechende Schiffe.

Das Strategiekonzept Nordic2020 umfasst darüber hinaus nicht nur die Analyse zukunftsrelevanter Geschäftsfelder, wie etwa Kreuzfahrtschiffe, sondern enthält auch erste Ansätze für eine auf die Markterfordernisse ausgerichtete Unternehmensstruktur. Nordic2020 ist eine Gesamtstrategie im Rahmen des weiteren Transformationsprozesses des Unternehmens. Sie wird schrittweise und unter Beteiligung der Kollegen und Partner umgesetzt.

Dr.-Ing. Herbert Aly: „Klar ist aber schon heute, dass wir bis 2020 radikal umbauen müssen. Unseren Kunden werden wir weiterhin sowohl hohe Engineering-Kapazitäten als auch Fertigungs-Know-how an den Standorten bieten, fokussiert auf unsere Spezialmärkte. Genau das ist unser Wettbewerbsvorteil. Aber: Die neuen Anforderungen der Märkte und deren aktuelle Entwicklungen zwingen uns auch zu einer Neudimensionierung des Unternehmens, d. h. wir werden viel effizienter werden und auch Arbeitsplätze abbauen müssen, um zukunftsfähig zu bleiben. Darüber werden wir in den nächsten Wochen intern mit den Kollegen reden.“

Mit freundlichen Grüßen

Stefan Sprunk

Head of Marketing and Communications

mobile: +49 171 74 78 816

Phone: +49 3841 77 2713

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Contact address:

Nordic Yards Wismar GmbH

Wendorfer Weg 5

23966 Wismar



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