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Wismar Nur eine Übung: Feueralarm im Wismarer Krankenhaus
Mecklenburg Wismar Nur eine Übung: Feueralarm im Wismarer Krankenhaus
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22:15 29.08.2019
Einsatz im Hanse-Klinikum: Die Kameraden der Wismarer Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehr Friedenshof wussten nicht, dass es nur eine Übung ist. Quelle: Nicole Hollatz
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Wismar

17.37 Uhr. Ein Patient stürzt im Schlafanzug aus seinem Zimmer. „Es brennt, Hilfe, es brennt!“, schreit er und hustet. Hinter ihm quillt Rauch aus der Tür. Innerhalb kürzester Zeit ist der Flur der Station A4 voller Rauch. Aufgeregte Stimmen sind zu hören. Zu sehen ist kaum noch was. Fluchtinstinkte setzen ein. Schnell raus, es besteht Lebensgefahr!

Das war zum Glück am Donnerstag nur eine Übung im Sana Hanse-Klinikum Wismar. Aber eine im laufenden Betrieb und unter realen Bedingungen, mit Theaterrauch und professionell geschminkten Wunden. Bescheid gewusst haben nur eine Handvoll Leute. Die zehn Darsteller spielten ihre Rolle. Die Chefärzte saßen bis zum Alarm mit Klinikgeschäftsführer Michael Jürgensen in einer Besprechung.

So lief die Übung im Klinikum Wismar

Mitten im Alltagsbetrieb haben Mitarbeiter des Wismarer Krankenhauses und Helfer der Feuerwehren geprobt, was bei einem im Fall des Falles zu tun ist.

Schwere Verletzungen geschminkt

„Keine Angst, das ist nur geschminkt!“, beruhigt Notfalldarstellerin Marion Kruse die Zufallspassanten im Treppenhaus. Dort liegen Sylvia Bartsch und Brigitte Franz, beide sind laut „Drehbuch“ auf der Flucht vor dem Rauch die Treppe runter gestürzt. Bluten aus einer Kopfwunde und einem gebrochenen Bein. Der sichtbare Knochensplitter ist ein Kunstwerk der Maskenbildner, wie sie auch im Film eingesetzt wird und nichts für schwache Mägen.

Die zufällig vorbeikommende Krankenschwester erkennt sofort die Situation und setzt die Rettungskette und den Transport in die Notaufnahme in Gang – übers Treppenhaus. Denn Fahrstühle dürfen im Brandfall nicht genutzt werden. Zwischendurch immer der Blick auf die Rauchentwicklung. Ist die Feuerwehr unterwegs? Ja, sie kommt hörbar näher.

Professionelles Verhalten in schwieriger Situation

Carsten Jantzen kommt mit rußgeschwärztem Gesicht aus der Tür, hilft einen genauso geschminkten „Mitpatienten“, die Station zu verlassen. Ruft laut und panisch: „Sie müssen da rein gehen, der krepiert doch!“ Er will wieder auf die Station. Chefärztin Dr. med. Sabine Mehnert reagiert richtig und hält ihn auf.

Das wird Notfalldarstellerin Marion Kruse später in der Nachbesprechung positiv hervorheben. „Das Fachpersonal hat absolut professionell gehandelt. In anderen Häusern rennen sie oft in diese Bereiche und gefährden ihr eigenes Leben. Das darf man nicht vergessen, bei echtem Rauch ist man nach drei Atemzügen ohnmächtig.“

Feuerwehrleute in schwerer Ausrüstung rücken an

Wenige Minuten sind seit dem Alarm vergangen. Kameraden der Berufs- und der Freiwilligen Feuerwehr Friedenshof kommen mit schwerer Ausrüstung auf die Station, verschaffen sich einen Überblick und gehen in die Zimmer, um Patienten zu bergen.

Verletzte werden erstversorgt und in die Zentrale Notaufnahme gebracht. Jeder weiß, was er zu tun hat. Oberarzt Dr. med. Andreas Kolzau informiert das Team im Schockraum über den Schwerstverletzten, das Brandopfer. Er hat im Zimmer geraucht, ist eingeschlafen und hat so den Brand verursacht. Auch mit dem Wissen um die Theaterschminke ist der Anblick nicht leicht zu ertragen.

Eindrücke von der Übung im Hanse-Klinikum

„Es ist wichtig, so etwas regelmäßig zu üben“, dankt Michael Jürgensen. So eine realitätsnahe Übung fand allerdings erstmals statt. Nun werden die Abläufe ausgewertet und optimiert, für den Ernstfall, der hoffentlich nicht eintritt.

Von Nicole Hollatz

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