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Wismar Oldtimer tuckern durch Wismar und um den Schweriner See
Mecklenburg Wismar Oldtimer tuckern durch Wismar und um den Schweriner See
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06:58 20.07.2015
Es geht los: Horst Heckhoff aus Wismar und sein Beifahrer Finn Seemann (12) aus Berlin nahmen in einem MG TC Midget, Baujahr 1947, an der dritten Museumsrallye des Phantechnikums teil. Fotos (7): Norbert Wiaterek
Es geht los: Horst Heckhoff aus Wismar und sein Beifahrer Finn Seemann (12) aus Berlin nahmen in einem MG TC Midget, Baujahr 1947, an der dritten Museumsrallye des Phantechnikums teil. Fotos (7): Norbert Wiaterek
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Wismar

Der Lack glänzte, die Motoren knatterten, die Luft roch nach Abgasen und Benzin: Bei der dritten Wismarer Museumsrallye waren etwa 60 Aktive mit 36 Oldtimern dabei. Die betagten Motorräder und Autos, meist aufwendig restauriert und liebevoll auf Hochglanz poliert, tuckerten am Sonnabend durch die Region. Start und Ziel der gemütlichen Ausfahrt war das Phantechnikum in Wismar.

Die etwa 60 Kilometer lange Rallye führte über Lübstorf, dann um den Schweriner See nach Retgendorf und über Jesendorf, Lübow und Dorf Mecklenburg wieder zurück zum Technischen Landesmuseum. Sehen und gesehen werden lautete das Motto. Gefahren wurde nach Hinweistafeln an den Straßen und mithilfe von Karten und Wegbeschreibungen.

Zur Tour gehörten auch Prüfungen. Am Start musste die Seite 65 eines „Gelbe Seiten“-Buches aufgeschlagen werden. Außerdem galt es, die Zahl von Schrauben in einem Glas zu schätzen und eine zuvor abgesteckte Strecke zu fahren, ohne zu früh oder zu spät zu bremsen. Für jede Aufgabe gab es Fehlerpunkte. Nur elf Zähler hatte am Ende Björn Rußbült aus Wismar auf dem Konto, was Platz eins bei den Autofahrern bedeutete. Der 35-Jährige fuhr einen weißen VW Passat 32 B, Baujahr 1987.

Bei den Motorradfahrern siegte Edgar Schoofs aus Wismar (Kawasaki von 1990) mit 13 Fehlerpunkten. Bernd Kühn aus Wismar kam mit seiner MZ TS 250-1 auf den dritten Platz. Die besten Teilnehmer freuten sich über Gutscheine und Sachpreise eines Sponsors.

Vor der Rallye konnten Besucher einen Blick auf die Oldtimer werfen und mit den Besitzern über die technischen Raffinessen fachsimpeln. Ulrich Wodars aus Wismar war in einem DKW von 1939 unterwegs.

„Ich habe den 18 PS-Wagen vor zwei Jahren aus Bayern geholt“, erzählte der 58-Jährige. Einen gepflegten, 51 Jahre alten Wartburg lenkte Heinz Neubauer aus Kirchdorf/Poel. „Mit solchen Fahrzeugen hatte ich beruflich zu tun“, berichtete der einstige Kfz-Schlosser. „Gut, dass man noch Originalteile bekommt.“ Viel Zeit und Arbeit investierte auch Siegfried Reinhold in seinen Lada 21011. Das hellgrüne Auto restaurierte der 78-Jährige gemeinsam mit einem Gartennachbarn. „Das war eine mühevolle Kleinarbeit. Es wäre schön, wenn man solche Schmuckstücke noch lange für die Nachwelt erhalten könnte.“

Viele Blicke zog auch der Opel GT, Baujahr 1971, von Reiner Wulf (54) auf sich. „Dies war der erste und sehr beliebte Sportwagen von Opel“, schilderte der Fahrer aus Pokrent. „Von der ,Baby-Corvette‘ mit 90 PS, schöner Form und guter Straßenlage wurden nur 103000 Stück gebaut.“ Die versenkbaren Schweinwerfer ließen sich mechanisch ausklappen.

„Solche Veranstaltungen sind toll. Man kann alte Gesellen treffen und ein bisschen schnacken“, sagte Motorradfahrer Manfred Hoffmann (71) aus Sukow. Rallye-Leiter Christian Krause, der 46-Jährige ist technischer Leiter im Phantechnikum, freute sich, dass sich die Oldtimerfreunde vom Gewitter mit Starkregen, das am Morgen über der Region gewütet hatte, nicht abschrecken ließen.

Pünktlich zum Rallye-Start kam die Sonne raus.



Norbert Wiaterek