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Wismar Paukenschlag bei Wahl des Wismarer Bürgerschaftpräsidenten
Mecklenburg Wismar Paukenschlag bei Wahl des Wismarer Bürgerschaftpräsidenten
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23:15 27.06.2019
Die neue Präsidentin der Wismarer Bürgerschaft, Sabine Mönch-Kalina (Für-Wismar-Fraktion), nimmt die Glückwünsche von Amtsvorgänger Tilo Gundlack (SPD) entgegen.  Quelle: Heiko Hoffmann
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Wismar

Jubel auf der einen Seite, Enttäuschung auf der anderen. Bei der Wahl des Präsidenten der Wismarer Bürgerschaft gab es am Donnerstagabend eine dicke Überraschung. Im zweiten Wahlgang erhielt Sabine Mönch-Kalina (Für-Wismar-Fraktion) 19 Stimmen. Auf Tilo Gundlack entfielen 17 Stimmen. Eine Stimme war ungültig. Die Bürgerschaft zählt 37 Mitglieder, alle waren anwesend.

21-Nein-Stimmen im ersten Wahlgang

Damit gibt es einen Wechsel. Gundlack hatte das Amt fünf Jahre inne. Im ersten Wahlgang war er der alleinige Kandidat. Die SPD, mit zehn Sitzen in der Bürgerschaft die deutlich stärkste Fraktion, hatte von ihrem Vorschlagsrecht Gebrauch gemacht. Doch Gundlack bekam in geheimer Abstimmung 16 Ja- und 21 Nein-Stimmen. Die Ja-Stimmen dürften aus dem Lager von SPD (zehn Sitze) und den Linken (fünf Sitze) sowie von Britta Fust (Grüne, fraktionslos) gekommen sein.

Damit war ein zweiter Wahlgang erforderlich. Gundlack trat erneut an. Auf die Frage von Alterspräsident Peter Manthey (FDP), ob es noch weitere Bewerber gebe, meldete sich Sabine Mönch-Kalina. Damit bestätigte sie Gerüchte, über die die OZ vorab berichtet hatte. Noch am Dienstag hatte sie dazu nicht Stellung nehmen wollen.

„Aus Liebe zu Wismar

Am Donnerstag erklärte die 60-jährige Hochschul-Professorin vor dem Wahlgang, dass es kein Vorschlag ihrer Fraktion sei, sondern sie von einem Bündnis getragen werde. Von welchem, sagte sie zunächst nicht. Sie wolle es aus Liebe zu Wismar und aus Liebe zur Bürgerschaft machen, erklärte Mönch-Kalina in einem Statement.

Mönch-Kalina: 547 Stimmen am 26. Mai

Mönch-Kalina verwies darauf, dass sie bei der Wahl am 26. Mai nicht direkt in die Bürgerschaft gewählt wurde. Sie hatte insgesamt 547 Stimmen erhalten. Erst durch den Verzicht von Kathrin Gründemann (ebenfalls Für Wismar) konnte sie den dritten Platz ihrer Fraktion besetzen. Und jetzt ist Sabine Mönch-Kalina Wismars Präsidentin der Bürgerschaft.

Gundlack: 7897 Stimmen am 26. Mai

Tilo Gundlack sagte vor der zweiten Abstimmung: „Ich glaube, ein Großteil der Bevölkerung ist mit mir zufrieden.“ 7897 Stimmen hatte er am 26. Mai bekommen und damit das mit weitem Abstand beste Ergebnis aller Bewerber erzielt. Am Donnerstag reichte dies nicht zur Wiederwahl.

Bei 19 Ja-Stimmen für Sabine Mönch-Kalina ist davon auszugehen, dass sie in der geheimen Wahl von den Fraktionen von CDU, AfD, Grünen, FDP und Für Wismar sowie von den beiden Abgeordneten der Freien Wähler und Piraten gewählt wurde.

Wismar neu gewählte Bürgerschaft sorgte gleich bei der ersten Sitzung nach der Kommunalwahl für einen Paukenschlag. Quelle: Heiko Hoffmann

Zur Frage, von welchem Bündnis sie unterstützt wurde, sagte die neue Präsidentin der Bürgerschaft gegenüber der Presse, dass nicht von der SPD und den Linken auszugehen sei. „Dann bleibt nur der Rest.“

SPD: „Fremdschämen“

Sibylle Runge (SPD) kritisierte in einer persönlichen Erklärung das Ergebnis. Wismar habe eine Präsidentin, die nicht aus eigener Kraft in das Parlament gewählt wurde. Gundlack sei mit fast 8000 Stimmen bei der Kommunalwahl gewählt worden. Der Wille des Volkes habe sich bei der Wahl in der Bürgerschaft nicht widergespiegelt. „Ich schäme mich, es ist Fremdschämen“, so Runge. Auf den Zuschauerrängen wurden das mit Zwischenrufen quittiert. Alterspräsident Manthey musste für Ruhe sorgen.

In der Pause machte auch Bürgermeister Thomas Beyer (SPD) aus seiner Enttäuschung keinen Hehl. „Respekt vor dem Bürgerwillen ist das nicht.“ Dies erschüttere ihn. Er bezeichnete es als bemerkenswert, welche Kooperationen es bei der Abstimmung gegeben habe und nannte als Beispiel AfD und Grüne.

Fust: Verhalten der Grünen-Fraktion nicht akzeptabel

Deutliche Kritik äußerte auch Britta Fust. Sie sitzt für die Grünen in der Bürgerschaft, gehört wegen Differenzen aber nicht der Fraktion an. Sie sagte gegenüber der OZ, dass sie Gundlack gewählt habe. Er habe die meisten Wählerstimmen bekommen, während Mönch-Kalina als Nachrückerin in die Bürgerschaft gekommen ist. Fust: „Ein gemeinsames Stimmverhalten mit AfD und konservativen, liberalen und rechten Flügeln ist von einer grünen Fraktion für mich nicht akzeptabel.“

15 Ja-Stimmen für AfD

Als Beisitzer wurden anschließend Ronny Keßler (SPD) und Frieder Weinhold (CDU) gewählt. Die Beisitzer zählten die Stimmen bei den Sitzungen aus. In offener Abstimmung erfolgte die Wahl der Ersatzperson. Nominiert war Brigitte Schneider (AfD). Sie erhielt 15-Ja-Stimmen von Mitgliedern der AfD, CDU, Für-Wismar-Fraktion und FDP. Allerdings gab es 17-Nein-Stimmen.

Als erster Stellvertreter der Bürgerschaftspräsidentin ist Sigfried Rakow (CDU) gewählt worden. Er gewann im zweiten Wahlgang mit 19 Stimmen gegen Christa Hagemann (Die Linke, 17 Stimmen). Im ersten Durchgang hatte Rakow allein kandidiert. Zweite Stellvertreterin ist erneut Christa Hagemann. Sie erhielt 24-Ja-Stimmen.

Heiko Hoffmann

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