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Wismar Auf ins „Kunstklo“ am Schwarzen Busch!
Mecklenburg Wismar Auf ins „Kunstklo“ am Schwarzen Busch!
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17:42 10.06.2019
Das „Kunstklo“ befindet sich nur wenige Meter vom Strandaufgang entfernt. Quelle: Kerstin Schröder
Am Schwarzen Busch

 Wohin müssen Strandbesucher wenigstens einmal am Tag? Auf die Toilette. Am Schwarzen Busch können sie ihre kleinen und großen Geschäfte mit dem Kauf von Kunst verbinden – hinter den Türen eines Flachbaus mit DDR-Charme. Der liegt nur wenige Meter vom Meer entfernt. Pächterin ist Anne Karpa. Die Keramikerin hat sich vor ein paar Jahren bewusst für das leerstehende Toilettenhäuschen entschieden und daraus ein „Kunstklo“ gemacht. Dessen Verkaufsregale füllen inzwischen sechs Künstlerinnen mit Keramik, Schmuck, handbemalten Aquarell-Postkarten und genähten Sachen, wie Kuscheltieren.

Alte Toilette mit kreativen Inhalt gefüllt

Blick auf die Toiletten mit DDR-Charme Quelle: Kerstin Schröder

Dass sie eine Toilette mit kreativem Inhalt füllen sollte, hat Anne Karpa nicht davon abgehalten, eine Bewerbung für das Gemeindegrundstück abzugeben. „Ich fand das Gebäude toll“, erinnert sie sich. Gleich auf Anhieb hätte sie sich gedacht: „Hier würde meine Keramik gut hinpassen.“ Zudem sind die WCs auf den ersten Blick auch nicht zu sehen. Sie befinden sich links neben dem Eingang. Ihre Türen tragen rot-grüne Beeren und Blätter, dazwischen sind Fische gemalt. 50 Cent kostet die Benutzung.

Bei den Kunden kommt die ungewöhnliche Kombination von Kunst und Klo an – wohl auch, „weil sie entspannt sind, wenn sie vom Strand kommen“, vermutet Anne Karpa. Sie bietet vor allem handgemachtes Haushaltsgeschirr an – Tassen, Vasen, Butterbehälter, Salz- und Pfefferstreuer. Die gibt es zum einen in der Farbe Blau und seit kurzem auch in Beige.

Urlauber können Keramik bemalen

Eine weitere Künstlerin, die mitmacht, ist Christiane Gregorowius aus Dambeck. Sie ist ebenfalls Keramikerin. „Bei ihr habe ich unter anderem mein Handwerk gelernt“, erzählt Anne Karpa. Nun stehen ihre Produkte nebeneinander. Auch Christiane Gregorowius fertigt Tassen an – ihre Markenzeichen sind aber auch bunte Keramikblumen. Die kann man zu Sträußen zusammenfügen, von denen einige auch das „Kunstklo“ schmücken. Das hat seit dem 1. Juni jeweils dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

Keramikerin Anne Karpa (43) zeigt ihr handgefertigtes Geschirr. Quelle: Kerstin Schröder

„Das hier ist ein Saisongeschäft und mit dem sind wir sehr zufrieden“, betont die Pächterin. Viele Gäste würden das Angebot nutzen, um sich ein individuelles Urlaubssouvenir mit nach Hause zu nehmen. Das stellen sie auch gerne selber her. „Gefäße und Figuren können bei uns auch bemalt werden“, berichtet die Pächterin. Dafür würden sich die Urlauber draußen vor die Tür setzen und ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Auch Besitzer von Ferienwohnungen würden viel malen und sich so das Geschirr für ihre Gästeunterkünfte zusammenstellen.

Nach dem Bemalen wird die Keramik gebrannt – allerdings nur alle zwei bis drei Tage. Doch wenn die Hobby-Künstler schon wieder nach Hause gefahren sein sollten, wird ihnen ihr Souvenir per Post hinterhergeschickt. „Das wird ebenfalls sehr gut angenommen und die Sachen kommen auch heil an“, berichtet Anne Karpa. Die 43-Jährige hat früher auf der Insel Poel gewohnt und wollte immer zurück – zumindest beruflich. Durch den Verkaufsladen und mit Unterstützung der Gemeinde hat das geklappt.

Dienste werden auf mehrere Schultern verteilt

Keramikblumen von der Künstlerin Christiane Gregorowius aus Dambeck Quelle: Kerstin Schröder

Ihre Werkstatt befindet sich aber in Madsow in der Gemeinde Neuburg. Dort stellt sie ihre Sachen her. „Deswegen kann ich auch nicht jeden Tag auf Poel sein und verkaufen“, erklärt sie, warum sich mehrere Produzentinnen zusammengetan haben. „So können wir die Dienste auf mehrere Schultern verteilen. Dazu gehört auch der Toiletten-Dienst. Denn die Urlauber sollen sich bei all ihren Geschäften wohlfühlen. Deshalb wird auch das Haus, welches 1970 gebaut wurde, nach und nach ein bisschen hübscher gemacht. „Jedes Jahr ein Stückchen“.

Kerstin Schröder

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