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Wismar Poeler Kogge: Vom Trockendock in Rostock zurück in die Wismarbucht
Mecklenburg Wismar Poeler Kogge: Vom Trockendock in Rostock zurück in die Wismarbucht
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18:00 10.10.2019
Die Poeler Kogge „Wissemara“ muss alle zwei Jahre in die Werft nach Rostock Gehlsdorf. Dort hilft auch die ehrenamtliche Crew, das Schiff wieder auf Vordermann zu bringen. Quelle: Gerd Lemke
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Wismar/Rostock

Alle paar Jahre verlässt die Poeler Kogge „Wissemara“ für knapp zwei Wochen ihren Heimathafen in Wismar. Dann geht es für das 31,5 Meter lange Schiff in die Werft nach Rostock Gehlsdorf. Dort liegt die Kogge nun seit dem 30. September im Dock von Tamsen Maritim und wird wieder auf Vordermann gebracht.

Das imposante Holzschiff muss gut gepflegt werden. Denn es ist nicht nur für Törns auf der Ostsee gefragt. Immer mehr Paare wollen auch im historischen Ambiente an Bord heiraten. Und: Im kommenden Jahr richtet der Verein zusammen mit der Hansestadt ein großes Koggentreffen zu den Wismarer Hafentagen aus.

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Crew packt in der Werft in Rostock mit an

Viel Arbeit für die rund 330 Vereinsmitglieder und vor allem jene, die die Crews für Ausfahrten stellen und die Veranstaltungen planen. Gerd Lemke, Büroleiter des Koggenvereins, sagt: „Das Schiff ist immer in einem top Zustand und das soll auch so bleiben.“

Dafür legen einige Crew-Mitglieder mit Hand an, wenn es in der Werft ist, kärchern den Rumpf des Schiffes zum Beispiel selbst ab. Seit die Kogge vor drei Jahren das letzte Mal im Dock war, haben sich allerhand Muscheln und anderes auf dem Holz festgesetzt. Anschließend muss der Holzrumpf mit frischer Farbe bestrichen werden.

Bildergalerie: Impressionen von der „Wissemara

Bilder von der Poeler Kogge „Wissemara“

Holzbootbauer vom Poeler Bootsbau sind ebenfalls in der Rostocker Werft im Einsatz für die Kogge, genauso wie die Warnow-Werkstatt Paap & Sohn, die sich um die Technik des Schiffes kümmert. „Die Maschine muss gewartet werden und einige Verschleißteile werden gewechselt“, erklärt Vereinsmitglied Gerd Lemke. Auf ein Ersatzteil haben Werftmitarbeiter und Crew länger gewartet. Das gab es nur in Holland und musste extra nach Rostock geschickt werden.

Großes Koggentreffen zu den Hafentagen 2020

Ein Großereignis organisiert der Wismarer Koggenverein gerade für das kommende Jahr. Dann werden alle großen Koggen von Nord- und Ostsee zu den Wismarer Hafentagen in die Hansestadt kommen. „Wir sind gerade dabei, alles vorzubereiten“, sagt Gerd Lemke.

Klar ist aber schon: Zu den Hafentagen vom 11. bis 20. Juni wird es voll im Alten Hafen. Dann kommen fünf weitere Koggen nach Wismar. Mit dabei sind die Kieler Hansekogge, die „Lisa von Lübeck“, die „Ubena von Bremen“, die Kampener Kogge aus den Niederlanden und die Pommernkogge „Ucra“ aus Ueckermünde. Es wird unter anderem Ausfahrten und Schiffsbesichtigungen geben.

Immer mehr Ja-Sager an Bord der Kogge

Die Koggen-Saison läuft in der Regel von April bis Oktober. In dieser Zeit macht das Schiff etwa ein bis zwei Ausfahrten in der Woche. Für das Jahr 2018 hatte die Crew insgesamt rund 3900 Seemeilen im Logbuch verbucht.

Die „Wissemara“ ist allerdings nicht nur für Törns beliebt. Immer mehr Paare wollen sich an Bord des Schiffes auch das Ja-Wort geben, bestätigt Gerd Lemke. Die Standesbeamten der Stadt Wismar bieten auch Trauungen auf der Kogge an. Allein in diesem Jahr sind schon mehr als 30 Ehen an Bord geschlossen geworden. „Auch für 2020 haben wir schon einige Voranmeldungen“, so Lemke.

Die Poeler Kogge

Der Förderverein „Poeler Kogge“ sieht es als seine Aufgabe, den Nachbau einer hanseatischen Kogge aus dem 14. Jahrhundert, als das bisher größte Schiffswrack der Hansezeit, allen Interessierten vorzustellen. 1999 wurde nordwestlich der Mole vor Timmendorf auf der Insel Poel ein Schiffswrack geborgen, das der „Wissemara“ als Vorbild diente.

Die „Wissemara“ ist inzwischen 13 Jahre alt und aus dem Alten Hafen in Wismar nicht mehr wegzudenken. Das Schiff nimmt regelmäßig an maritimen Großveranstaltungen wie der Hanse Sail in Rostock teil.

Der letzte Törn in diesem Jahr findet am 19. Oktober von 11 bis 14 Uhr von Wismar aus statt. Es gibt noch freie Plätze.

Wenn die „Wissemara“ am Freitag oder Sonnabend aus dem Dock in Rostock gelassen wird, kehrt sie zurück auf ihren angestammten Liegeplatz vor dem Baumhaus im Alten Hafen. Dann steht nur noch ein Gästetörn für dieses Jahr an – am Sonnabend, 19. Oktober, von 11 bis 14 Uhr. Freie Plätze gibt es noch. Der Förderverein sucht übrigens nach neuen Mitgliedern, die Lust haben, sich auf dem Schiff einzubringen.

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Von Michaela Krohn