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Wismar SPD und CDU wollen Wahl in Wismar gewinnen
Mecklenburg Wismar SPD und CDU wollen Wahl in Wismar gewinnen
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07:00 05.03.2019
37 Plätze sind für die Wismarer Bürgerschaft zu vergeben. Am 26. Mai wird gewählt. Quelle: Heiko Hoffmann
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Wismar

Spannend wie nie dürfte die Wahl um die 37 Plätze in der Wismarer Bürgerschaft in diesem Jahr werden. Gewählt wird am 26. Mai. Parallel finden die Europa-, Kreistags- und Gemeindewahlen statt.

In Wismar wollen SPD (jetzt 11 Sitze) und CDU (8) stärkste Fraktion werden. Von den jetzigen 37 Bürgerschaftsmitgliedern treten 33 erneut an. Bis jetzt gibt es 100 Bewerber. 27 Frauen und 73 Männer stellen sich der Wahl. Damit liegt der Frauenanteil bei 27 Prozent.

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Das kann sich noch ändern. Am 12. März um 16 Uhr endet die Frist, um Bewerbungen für die Bürgerschaftswahl einzureichen. Am 21. März um 18 Uhr tagt der Gemeindewahlausschuss. Dann werden die Vorschläge auf Zulässigkeit geprüft.

37 Plätze

Die Wismarer Bürgerschaft hat 37 Plätze. Diese verteilen sich in dieser Legislaturperiode wie folgt: SPD 11, CDU 8, Linke 7, Für Wismar 4, FDP 2, Grüne 2, Piraten 1, AfD 1, NPD 1.

Bei der Wahl 2014 gab es 104 Bewerber für die 37 Plätze. In diesem Jahr sind es – bis jetzt –100 Kandidaten. Neben den Parteien und der Wählergemeinschaft gab es einen Einzelbewerber. Dieser schaffte nicht den Einzug in die Bürgerschaft.

Die OZ gibt einen ersten Überblick:

SPD: 17 Bewerber, darunter 6 Frauen

Wismar ist in MV eine Hochburg der SPD. Ob Bürgerschaftswahl oder Bürgermeisterwahl, die SPD ist der Seriensieger. Allerdings fallen die Erfolge nicht mehr so üppig aus wie in der Vergangenheit. Tilo Gundlack, Präsident der Bürgerschaft und Landtagsabgeordneter, sagt aber unmissverständlich: „Wir wollen gewinnen, das ist unser erklärtes Ziel. Wenn man nicht gewinnen will, hat man schon verloren.“

Mit Elke Gustke und Wolfgang Rickert, beide seit 1994 in der Bürgerschaft, treten zwei langjährige Abgeordnete nicht mehr an. Auch Fraktionschefin Kerstin Adam kandidiert nicht mehr. Zu den Zugpferden zählen Tilo Gundlack und Karin Lechner, Vorsitzende des Seniorenbeirates. Auch Joachim Winkler, Maren Teß oder Michael Tiedtke werfen erneut ihren Hut in den Ring. Neu und vielen bekannt sind Stadtführer Micha Glockemann und Landesfilmzentrum-Geschäftsführerin Sabine Matthiesen.

CDU: 21 Bewerber, darunter 2 Frauen

Die CDU will endlich aus dem Schatten der SPD hervortreten. An der Spitze stehen Hannes Nadrowitz, Vorsitzender des Stadtverbandes, und Fraktionsvize Tom Brüggert. Letzterer sagt: „In den letzten fünf Jahren hat die CDU-Fraktion knapp 40 Prozent aller Anträge in der Bürgerschaft gestellt und damit gezeigt, dass sie sich ganz klar für die Interessen der Bürger und der Stadt einsetzt. Es ist unser Ziel, stärkste Fraktion zu werden.“

Alle jetzigen Bürgerschaftsmitglieder treten wieder an. Hinzu kommen einige Neuzugänge. Prominentester ist Hans-Martin Helbig, der sich im letzten Jahr um den Posten als Bürgermeister beworben hatte und gemeinsamer Kandidat von FDP, CDU, Grünen und Für-Wismar-Forum war. Ende 2018 wechselte er von der FDP zur CDU.

Auffällig bei der CDU ist die geringe Frauenquote. Zwei der 21 Bewerber sind Frauen. Dafür wird Familie großgeschrieben. Am Start sind die Eheleute Sigfried und Irmtraud Rakow, Christian und Angelika Jörss sowie die Brüder Tom und Toni Brüggert.

Bewerber im Überblick

SPD, 17 Bewerber:

Eberhard Müller

Heidrun Nitsch

Ronny Keßler

Steffi Bunge

Sibylle Runge

Lars Gehrcken

Frieder Bohacek

Joachim Winkler

Kristian Albrecht

Karin Lechner

Martin Wilck

Sabine Matthiesen

Tilo Gundlack

Micha Glockemann

Ronny Ortland

Maren Teß

Michael Tiedtke

 CDU, 21 Bewerber

Hannes Nadrowitz

Tom Brüggert

Paul Facklam

Siegfried Ballentin

Irmtraud Rakow

Sigfried Rakow

Toni Brüggert

Angelika Jörss

Christian Jörss

Hans-Martin Helbig

Meinhard Schönbohm

Wolfgang Box

Frieder Weinhold

Thomas Ahlvers

Carsten Jantzen

Kevin Rautenberg

Thomas Steger

Christian Schwan

Robert Hempel

Frank Wobschal

Manfred Wahls

Die Linke, 16 Bewerber

 Christa Hagemann

Horst Krumpen

Gabriele Sauerbier

Robert Alexander Warna

Marion Wienecke

Bernd Hilse

Sabine Wolny

Roland Kargel

 Renate Lüders

 Reinhard Sieg

 Harald Kothe

 Heinz-Otto Schönhoff

 Andre Buchholz

 Klaus Schiffer

 Detlef Bojahr

 Andreas Behm

Bündnis 90/Die Grünen, 11 Bewerber

Britta Fust

 Rene Fuhrwerk

 Petra Seidenberg

 Tino Schwarzrock

 Claudia Tamm

 Hannes Bergmann

 Lysann Schmidt-Blaahs

 Michael-Erich Deppe

 Andrea Gaube

 Andreas Haubold

 Eberhard Blei

Für-Wismar-Forum, 13 Bewerber

Marcel Schröder

Wilfried Firgt

 Roland Reppien

 Karin Gerstenberg

 Christian Speck

 Sabine Mönch-Kalina

 Gerd Zielenkiewitz

 Kathrin Gründemann

 Fabian Eiffert

 Nadine Kelm

 Bernd Schindler

 Eike Koebe

 Hans-Jürgen Leja

FDP, 11 Bewerber

René Domke

Peter Manthey

Katharina Bernhard

Ralf Froese

Peter Lüth

Sylke Woellert

Carsten Lütje

Klaus Tilsen

Svenja Preuss

Sönke Reimann

Armin Weirauch

AfD, 6 Bewerber

Jens Holger Schneider

André Jortzik

 Thomas Schult

 Angelo Tewes

 Brigitte Schneider

 Andreas Schöning

Piraten, 2 Bewerber

Dörte Petzsch

Bernhard Schubach

NPD, 3 Bewerber

Rainer Schütt

Kevin Gewiazda

Sven Dittberner

Die Linke: 16 Bewerber, darunter 5 Frauen

Bleiben die Linken auf Platz drei in der Bürgerschaft? Gelingt ihnen der Vormarsch oder werden sie überholt? Einiges scheint möglich. An der Spitze stehen in beiden Wahlbereichen mit Renate Lüders und Christa Hagemann zwei erfahrene Kommunalpolitiker, die seit 1994 in der Bürgerschaft sind.

Auf Platz zwei folgt in beiden Bereichen der Kreisvorsitzende der Linken Horst Krumpen. Er hatte sich im letzten Jahr um das Bürgermeisteramt beworben. Zu erwarten ist, dass Krumpen die Fraktion bzw. die Bürgerschaft etwas „aufmischen“ wird, sollte er gewählt werden. Alle aktuellen sieben Mitglieder der Bürgerschaft treten wieder an. Mit Reinhard Sieg stellt sich ein alter Bekannter der Wahl. Sieg war in den letzten Jahren in der Wirtschaftsfördergesellschaft der Hansestadt tätig. Jetzt ist er Rentner und darf in der Stadtpolitik wieder mitmischen.

Für-Wismar-Forum: 13 Bewerber, darunter 4 Frauen

Die Wählergemeinschaft Für Wismar-Forum wünscht sich neben vielen eigenen Prozenten vor allem eine hohe Wahlbeteiligung. Mit vier Abgeordneten, die auch alle wieder antreten, ist die Fraktion in der Bürgerschaft vertreten. Bekanntestes Gesicht ist Gerd Zielenkiewitz. Der 71-Jährige ist seit dem 30. Mai 1990 in der Bürgerschaft. Damit ist keiner solange im politischen Geschäft tätig wie der frühere langjährige Bürgerschaftspräsident, der bis März 2011 Mitglied der SPD war und nach einem Zerwürfnis zu den Gründern der Für-Wismar-Fraktion zählte.

Die Aufstellung der Kandidatenliste erfolgte nach dem Losverfahren, alle sollen gleichberechtigt dieselben Chancen haben.

Bündnis 90/Die Grünen: 11 Bewerber, darunter 5 Frauen

Die Grünen hoffen, von der bundesweiten Erfolgswelle zu profitieren. Noch bilden sie eine gemeinsame Fraktion mit der FDP. Beide stellen jeweils zwei Vertreter. Für das eigene Profil ist das eine eher schwierige Konstellation.

Petra Seidenberg und Tino Schwarzrock treten wieder an. Angeführt wird die Liste von Britta Fust und René Fuhrwerk. Der Anteil der Frauen ist bei den Grünen vergleichsweise hoch.

FDP: 11 Bewerber, darunter 3 Frauen

Liberale Politik machen aktuell René Domke und Peter Manthey. Beide treten wieder an. Bei seiner Wahl wäre Manthey (77) ältestes Mitglied der Bürgerschaft vor Karin Lechner (SPD, 74). Im Dezember musste die FDP einen Rückschlag verkraften. Bürgermeisterkandidat Hans-Martin Helbig wechselte zur CDU. Mit Bäckermeister Klaus Tilsen, Hotelier Svenja Preuss, Arzt Dr. Sönke Reimann und dem früheren Ruder-Weltmeister Armin Weirauch stehen vier Nichtmitglieder auf der Liste.

AfD: 6 Bewerber, darunter 1 Frau

Die AfD ist aktuell mit Stefan Zirnsack in der Bürgerschaft vertreten. Bei der Bürgerschaftswahl schickt die Partei sechs Bewerber ins Rennen, darunter Angelo Tewes, der bei der Bürgermeisterwahl in Wismar im April 2018 einer der vier Bewerber war und am Ende den letzten Platz belegt hatte.

Piraten: 2 Bewerber, davon 1 Frau

Für die Piraten sitzt Dörte Petzsch seit November 2018 in der Bürgerschaft. Sie ersetzte Bernhard Schubach, der einige Monate in Südamerika war.

NPD: 3 Bewerber, darunter 0 Frauen

Rainer Schütt (74) will erneut in die Bürgerschaft. „Politisch können wir nichts bewegen. Uns geht es darum, den anderen Plätze wegzunehmen“, so der Wismarer.

Heiko Hoffmann

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