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Wismar Seegras besser entsorgen
Mecklenburg Wismar Seegras besser entsorgen
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00:00 22.06.2018
Die Anlage in Kaltenhof soll ausgebaut werden. Geplant sind eine Überdachung und ein Abwasseranschluss. Quelle: Foto: Heiko Hoffmann
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Kaltenhof

Seegras ist auf der Insel Poel ein großes Thema. Die bewirtschafteten Strände in Timmendorf, am Schwarzen Busch und in Gollwitz werden regelmäßig von dem Naturprodukt beräumt.

Die Gemeinde hat im Jahr 2015 in Kaltenhof ein Silo „seegrastauglich“ ausbauen lassen. Das Treibsel wird gewaschen und gesiebt, also vom Sand getrennt, der dann wieder zurück an die Strände darf.

Die Beräumung und die Aufbereitung sind für die Gemeinde und den Kurbetrieb, der für den Bauhof in Kaltenhof und die Beräumung der Strände zuständig ist, mit einem nicht unerheblichen personellen, maschinellen und finanziellen Aufwand verbunden. Die Änderung des Flächennutzungsplans und der Umbau des alten Silos hatte etwa 90000 Euro gekostet.

Die Anlage in Kaltenhof soll nun optimiert werden. Nach einem längeren Planungsprozess wartet die Gemeinde aktuell auf eine Genehmigung nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz, so Bürgermeisterin Gabriele Richter. Frühestens im September sei damit zu rechnen.

Das Vorhaben hat eine Größenordnung von 450000 Euro. Mit dem Geld sollen eine neue Auffangmaschine für das Seegras sowie ein neues Transportfahrzeug – ein Unimog – angeschafft werden. Außerdem soll die Siloanlage überdacht werden, damit nicht zusätzlich Regenwasser eindringt. Als vierte Maßnahme ist ein Anschluss an das öffentliche Abwassernetz geplant, um die Entsorgung kostengünstiger zu gestalten. Jetzt wird das Abwasser der Siloanlage teuer für 27 Euro je Kubikmeter abgepumpt, hinzu kommen die Kosten für die Abfuhr.

3000 Kubikmeter Seegras, schätzt Kurdirektor Marcus Frick, werden pro Saison an die Poeler Küste angespült – je nach Wind und Strömung. Sand macht im Seegras, das im Silo getrocknet, gesiebt und getrennt wird, einen erheblichen Anteil aus. Die Bürgermeisterin spricht von 70 bis 80 Prozent. Mit der neuen Auffangmaschine soll sich der Anteil um etwa 40 Prozent reduzieren.

Die Gemeinde hat die Förderung der Kosten in Höhe von 450000 Euro mit 60 Prozent kalkuliert. Damit würde sich der Eigenanteil auf 180 000 Euro belaufen. Allerdings gibt es die vage Hoffnung, dass das Land Mecklenburg-Vorpommern die Maßnahme mit 90 Prozent fördert. Damit würde der Gemeindeanteil deutlich sinken.

Heiko Hoffmann

2527 Einwohner mit Hauptwohnsitz zählt die Insel Poel. Weitere 374 sind mit Nebenwohnung gemeldet. Kaltenhof zählt 128 Einwohner (Hauptwohnung) und 24 mit einer Nebenwohnung.

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