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Wismar Seehafen Wismar um sieben Fußballfelder größer
Mecklenburg Wismar Seehafen Wismar um sieben Fußballfelder größer
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16:03 21.12.2018
Die neue Erweiterungsfläche des Seehafens – hier eine Aufnahme von Mitte Oktober – ist etwa so groß wie sieben Fußballfelder. Quelle: Ulrich Jahr
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Wismar

Die Fläche des Seehafens ist um rund sieben Fußballfelder oder 47 000 Quadratmeter angewachsen. Die Kailänge von 332 Metern ermöglicht es Großschiffen mit einer Länge bis zu 294 Metern an den beiden zusätzlich geschaffenen Liegeplätzen festzumachen. „Die Erschließung weiterer Märkte nach Übersee ist damit möglich“, so Seehafen-Geschäftsführer Michael Kremp.

Seehafen-Geschäftsführer Michael Kremp Quelle: Heiko Hoffmann

Weiter sagt er: „Wir freuen uns, dass es nach insgesamt neun Jahren von der Planungsphase bis zur Realisierung endlich losgehen kann.“

30 Millionen Fördermittel

Weihen die neue Fläche für den Seehafen symbolisch ein (v. l.): Bausenator Michael Berkhahn, Infrastrukturminister Christian Pegel, Bürgermeister Thomas Beyer, Seehafen-Geschäftsführer Michael Kremp und Bürgerschaftspräsident Tilo Gundlack. Quelle: Heiko Hoffmann

Gut zwei Jahre nach dem ersten Rammschlag ist die Hafenerweiterung abgeschlossen. Rund 37 Millionen Euro wurden investiert. Mehr als 30 Millionen Euro wurden von Bund und Land aus Fördermitteln zur Verfügung gestellt. Vertreter der Hansestadt, des Landes, des Seehafens und der am Projekt Beteiligten weihten am Freitag die Fläche ein. Bürgermeister Thomas Beyer (SPD) sprach von einem Weihnachtsgeschenk für die Stadt. Im letzten Jahr sei es das Stadtgeschichtliche Museum „Schabbell“ gewesen, in diesem Jahr die Hafenerweiterung, die neue Perspektiven bietet.

Koggenfunde

Die Baumaßnahme wurde zwei Monate früher fertiggestellt. Die Kosten seien um etwa zwei Millionen Euro überschritten worden. Das halte sich angesichts der Munitionsbergung und überraschender Koggenfunde im Rahmen, so Infrastrukturminister Christian Pegel (SPD). Der Fund dreier mittelalterlicher Koggen gilt als spektakulär. Das Holz einer Kogge geht auf das Jahr 1170 zurück und soll aus Norwegen stammen.

Umschlag steigt

Die neue Erweiterungsfläche samt neuer Kaikante ist fertig.

Prognosen des Bundes gehen davon aus, dass der Seehafen seinen Umschlag von jetzt jährlich etwa 3,5 Millionen Tonnen auf sechs Millionen Tonnen im Jahr 2030 steigern kann. Bisher können Schiffe bis 28000 Tonnen im Seehafen anlegen. An der neuen Kaikante sind es Schiffe bis zu 45000 Tonnen.

Perspektivisch soll die Fahrrinne von jetzt 9,50 auf 11,50 Meter vertieft und von 60 auf 70 Meter verbreitert werden. Dazu sind aber planerisch erhebliche Vorleistungen erforderlich. Der Umweltschutz gilt als dickes Brett. „11,50 Meter werden kommen“, gab sich Minister Pegel zuversichtlich. Die neue Kaikante wurde dafür bereits ausgebaut. Pegel: „Der Seehafen Wismar hat sich als leistungsfähiger Logistik- und Industriestandort etabliert. Gerne wollen wir den Weg des Hafen- und Industrieclusters auch künftig begleiten.“ Mit der Fertigstellung der A 14 bis in den mitteldeutschen Raum – Pegel rechnet damit bis 2025 – seien weitere Impulse für den Seehafen verbunden.

Neue Dimensionen

Poller und die neuen Fender an der 332 Meter langen Kaikante. Quelle: Heiko Hoffmann

Bürgermeister Thomas Beyer ist auch von den neuen Größenverhältnissen beeindruckt. Auf der einen Hafenseite ist eine 332 Meter lange Kaikante entstanden, auf der anderen Hafenseite wird ein 342 Meter langes Schiff der Global Class von MV Werften gebaut. Beyer: „Der Seehafen ist für Wismar prägend und existenziell für uns und unsere Industrie. Ich freue mich, dass diese Erweiterung mit Unterstützung des Landes umgesetzt werden konnte.“

Zur neuen Umschlagfläche sind neue Gleise verlegt worden, auch die Nordstraße als kürzeste Verbindung zur künftigen Kaianlage ist fertig.

Jede Menge Kies

Für die neue Anlage wurden 270 Spundwandbohlen – bis zu 30 Meter lang – ins Erdreich gerammt. Die Rammschläge waren von Wendorf bis Fischkaten zu hören. Hinzu kamen 95 Schrägpfähle – bis zu 43,5 Meter lang – die die Spundwand stützen. Zwischen der 332 Meter langen Spundwand, der 50 Meter langen Süd- und der 200 Meter langen Nordmole wurden 140000 Kubikmeter Sand eingespült.

Zunächst wurde eine tragfähige Schicht erstellt, die den Schlick abdichtet. Diese ein Meter dicke Kiesschicht legt sich wie ein Teppich nieder. Sie dringt in den morastigen Boden und verdichtet das Erdreich. Darauf wurden Unmengen von Kies mit einer Höhe von fünf bis sieben Meter als Last aufgebracht und mit Pistenraupen verteilt. Über Vertikaldränagen – insgesamt 190 Kilometer Textilschläuche – wurde Wasser aus dem Boden gedrängt. Am Ende wurde die Fläche gepflastert.

Die Hansestadt ist mit 90 Prozent Hauptgesellschafter des Seehafens, zehn Prozent hält das Land.

Heiko Hoffmann

Paul Lübbe und Linn Charlotte Klund halten am 8. und 9. Februar Vorträge im Zeughaus Wismar.

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