Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Wismar Seuchengefahr in Wismar: Rettungskäfte proben den Ernstfall
Mecklenburg Wismar Seuchengefahr in Wismar: Rettungskäfte proben den Ernstfall
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:39 12.05.2019
Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Warin und des THW Gadebusch bauten die erste Dekontaminationsanlage für Fahrzeuge auf. Quelle: Privat
Wismar

“Es kam die Meldung, bei einem Landwirt wurde die Maul- und Klauenseuche festgestellt“, erklärt Stephan Buchs, Einsatzleiter und Zugführer der Freiwilligen Feuerwehr Warin. Die fiktive Meldung des Veterinäramtes setzt eine Ereigniskette in Gang, so wie sie im Ernstfall ablaufen würde. Diesen Ernstfall haben gut 60 Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren Wismar Altstadt und Warin sowie der Ortsverbände Gadebusch und Wismar des Technischen Hilfswerks (THW) am Sonnabend auf dem Gelände der Molkerei Rücker in Wismar geprobt.

Auf dem Gelände der Wismarer Molkerei Rücker war am Samstag richtig was los. Zum Glück war der Großeinsatz für THW und Feuerwehr nur eine Übung, es galt ein Seuchenausbreiten zu verhindern.

Gefährliche Tierseuchen

Denn, so die Hindergrundgeschichte weiter, Lkw aus dem betroffenen Betrieb haben das Wismarer Werk beliefert und könnten so die höchst ansteckenden Erreger eingeschleppt. Andere Zulieferer könnten den Erreger genauso in ihre Ställe bringen. Dann wären ganze Milchviehbestände in Gefahr.

„Wir müssen in der Situation unsere Lieferanten schützen, damit die Krankheit sich nicht weiter verschleppt“, begründet Werksleiter Corbers Mohr das eigene Interesse des Unternehmens an solch einer Übung. „Solch einen Ernstfall zu erproben bringt viele wichtige Erkenntnisse.“ Die Übung ist während des laufenden Betriebes durchgeführt worden. „Bei einer Millionen Liter Milch Tagesanlieferung muss man schnell reagieren können“, so Cobers Mohr.

Dekontamination von Fahrzeugen und Menschen

Zwei Dekontaminationsanlagen für Fahrzeuge und eine für Menschen haben die Kameraden aufgebaut. Mit Dekontamination wird die Entfernung von gefährlichen Substanzen bezeichnet, sprich die Krankheitserreger sollen unschädlich gemacht werden. Die großen mit Planen bespannten Metallgerüste waren wichtig, um den feinen Sprühnebel vor Wind zu schützen. Damit das Desinfektionsmittel auch dort landet, wo es wirken soll.

Mit dem Konzept kann genauso die Übertragung von anderen gefährlichen Tierseuchen wie der Afrikanischen Schweinepest verhindert werden. „2014 haben wir den Dekontaminationszug gegründet“, erklärt Stephan Buchs. Ein Konzept, das so landesweit einzigartig ist.

Drei Stunden Aufbau

Fast drei Stunden dauert der Aufbau, bei dem Feuerwehr und THW Hand in Hand arbeiten müssen, wie auch bei vielen anderen Einsätzen. Ankommende und abfahrende Lkw müssen im Ernstfall und in der Übung durch diese Schleusen wie durch eine überdimensionale Waschanlage. Bei der Übung wurde nur reines Wasser verspritzt.

„Im Ernstfall würden zum Wasser zwei bis vier Prozent Peressigsäure zugesetzt“, erklärt Udo Boddien, Sachbearbeiter Katastrophenschutz im Landkreis. Auch das wurde geprobt inklusive des fachgerechten Auffangens des kontaminierten Wassers.

„Mindestens einmal im Jahr machen wir solche Übungen“, so Boddien weiter. Denn im Erstfall muss richtig und schnell reagiert werden können. „Wir hoffen natürlich, dass es zu so einem Ernstfall nicht kommt!“ Er dankt genauso wie die Einsatzkräfte der Molkerei, dass dort die Übung so realitätsnah wie möglich und an einem potentiellen Einsatzort stattfinden konnte. Boddien: „So etwas macht nicht jede Firma!“

Tino Koeppe vom THW Gadebusch: „Die Übung war sehr wichtig, weil wir mit den Feuerwehren zusammenarbeiten müssen bei solchen Einsatzlagen. Das machen wir schon seit ein paar Jahren, haben extra Ausstattung vom Landkreis bekommen und werden nun in den Abläufen immer besser. Die Zusammenarbeit klappt immer besser!“

Nicole Hollatz

Der 20-jährige Poeler setzte sich gegen seine weiblichen Konkurrentinnen durch und darf die Insel nun offiziell bei Festen und Messen repräsentieren.

11.05.2019

Beim Wettkampf in Neukloster haben sie mit einer Zeit von 26,88 Sekunden den Klosterpokal geholt. Zweiter wurde das Team aus Losten, der dritte Platz ging an Neukloster.

11.05.2019

Die Nominierungsphase startet: Ab sofort können Sie als Leser Ihren liebsten Eisladen zur Wahl vorschlagen. In einer Online-Abstimmung werden wir dann zunächst den Lokalsieger ermitteln – und schließlich die beliebteste Eisdiele in MV küren.

11.05.2019