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Wismar So begrüßt die Insel Poel jetzt ihre „Luftsnappers“
Mecklenburg Wismar So begrüßt die Insel Poel jetzt ihre „Luftsnappers“
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18:41 11.07.2019
Neues Begrüßungsschild auf der Insel Poel: In Fährdorf werden die Gäste jetzt mit dem plattdeutschen Spruch "Peul - wat för Luftsnappers" empfangen. Bürgermeisterin Gabriele Richter und Kurdirektor Markus Frick (r.) wollten etwas Besonderes. Poeler Jürgen Pump half mit dem Spruch auf platt. Quelle: Michaela Krohn
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Fährdorf

„Peul – wat för Luftsnappers“ – mit diesem treffenden Spruch begrüßt die Insel Poel ab jetzt ihre Gäste. Alle Luftsnappers, also die Luftschnapper, die das Inselklima genießen möchten, müssen an diesem Schild vorbei. Damit die gleich wissen, wofür die Insel steht, halten zwei Holzfiguren das große Schild. Und die haben eine ganz besondere Bedeutung.

Fischerei und Landwirtschaft – dafür steht Poel

Die Figur links vom Schild stellt einen Landwirt dar, die rechte einen Fischer. „Sie zeigen die Geschichte Poels. Die Landwirtschaft und die Fischerei haben die Insel geprägt“, erklärt Bürgermeisterin Gabriele Richter (parteilos). Inzwischen sei nur noch ein Inselfischer aktiv. Dennoch verbinden diese beiden Wirtschaftszweige viele noch mit der Insel Poel.

So einfallsreich und witzig begrüßen Orte im Norden ihre Gäste

Holzkünstler Mirko Quade – ebenfalls Insulaner, allerdings Rüganer – hat die beiden Figuren hergestellt. Der Fischer ist in seiner traditionellen Kleidung mit einem Aalstecher entstanden und soll an den bekannten Poeler Fischer Arno Goessel erinnern.

Eichenholz stammt aus Mecklenburg-Vorpommern

„Die beiden Figuren sind aus relativ altem Eichenholz geschnitzt“, erklärt Mirko Quade. Für die großen Figuren hat er entsprechend große Stämme gebraucht, die aus etwa 120 bis 150 Jahre alten Bäumen stammten. Gewachsen sind diese zuvor in Mecklenburg-Vorpommern.

Allein zum Bearbeiten einer Figur hat der Holzkünstler zwei bis drei Wochen gebraucht, bis alles so zurechtgeschnitten war. Dafür verwendet er übrigens ausschließlich Kettensägen – auch für die kleinen Details wie Augen oder Haare.

Auf der Insel Poel ist Mirko Quade zudem kein Unbekannter – jedenfalls was verschiedene Holzarbeiten angeht. Verschiedene Schilder und Bänke stammen von ihm.

Grün, gelb, blau – diese Farben gehören zur Insel

Das Schild selbst hat das Wismarer Unternehmen Werbung Vagt gemacht. „Dort sind die frischen Inselfarben zu sehen“, erklärt Kurdirektor Markus Frick. Das Grün stehe für grüne Landschaften, Weiden und Wiesen. Das Gelb erinnere an den Raps, der im Frühjahr auf vielen Feldern der Insel blüht. Blau steht für den Himmel über Poel.

Seit das Schild kurz hinter der Brücke auf die Insel aufgestellt wurde, halten tatsächlich fast im Minutentakt zumeist Radfahrer an – für eine kleine Pause und ein Foto, als Beweis für die Ankunft auf der Insel.

So haben es auch Christel Schulz und Uwe Jannack getan. Die beiden Urlauber aus Dortmund und Brandenburg hatten von Rerik aus einen Ausflug nach Poel gemacht und gleich an der nun ersten Attraktion gehalten. Lange konnten sie sich dort allerdings nicht aufhalten, die Teilnehmer einer Ferienfahrt, die die Insel wieder verlassen wollten, drängten sich ebenfalls um den hölzernen Fischer und den Landwirt, um ein letztes Erinnerungsfoto zu knipsen.

Einfallsreiche Begrüßungsschilder sind in Mode

Schon jetzt ist klar: Die Wirkung verfehlt das neue Begrüßungsschild nicht. Es dürfte zudem eines der einfallsreichsten und kreativsten in der Region sein. Doch auch andere Orte wollen Menschen besonders begrüßen. In Pepelow am Salzhaff – etwa 14 Kilometer vor Poel – erwarten zwei riesige Figuren aus Strohballen jeden, der in den Ort fährt. In Bad Doberan schmücken Blumenfahrräder den Ortseingang unter dem Schild, auf dem „Zappa Town“ zu lesen ist. Denn dort feiern jedes Jahr Tausende den verstorbenen Musiker Frank Zappa mit einem Festival, das Fans aus der ganzen Welt anzieht.

Das neue Begrüßungsschild auf der Insel Poel soll laut Bürgermeisterin zwischen 5000 und 6000 Euro gekostet haben. Die Mittel stammen größtenteils aus dem Gewinn des kreisweiten Wettbewerbes „Unser Dorf hat Zukunft – Unser Dorf soll schöner werden“.

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