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Wismar So bringen die Schlepper den Koloss von Rostock nach Wismar
Mecklenburg Wismar So bringen die Schlepper den Koloss von Rostock nach Wismar
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19:48 22.11.2019
Gegen 8 Uhr sind die ersten Schlepper da gewesen. Rechts ist die "Global Dream" zu sehen. Quelle: Sebastian Krauleidis
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Rostock/Wismar

Sie sind die Dreh- und Angelpunkte des spektakulären Transports – sechs kleine Boote. So viele Schlepper manövrieren den Koloss aus dem Baudock in Warnemünde und entlang der Ostseeküste nach Wismar. Der Rostocker Kapitän Siegfried Kempe hat die Aktion am Simulator mit vorbereitet und die Fahrzeuge ausgesucht, die dafür nötig sind. Aufgeregt ist er nicht: „Das ist eine ganz normale Assistenz“, sagt er gelassen. Wie bei anderen Aufträgen auch würden die Schlepper „ein Stück Eisen ohne Antriebe“ durchs Wasser bugsieren. Die werden in der Fachsprache ‚Kasko‘ genannt. Dieser Kasko sei eben nur etwas größer als sonst.

Kran kann keinen Schlepper hinter den Block heben

Kapitän Siegfried Kempe hat den Transport mit vorbereitet. Quelle: Thomas Haentzschel/dapd

Beim Ausdocken aus der Warnemünder Werft müssen die Schlepper vor allem dafür sorgen, dass sich der Mega-Block beim Herausziehen aus dem Baudock nicht irgendwo verhakt. Genug Erfahrung haben die Crews. Schon riesige Offshore-Plattformen sind aus der Werft geholt worden – zuletzt 2017. Damals hat ein Schlepperboot aber auch von hinten geschoben. Dafür ist es mit Kran hinter die Plattform gehievt worden und hat von dort gedrückt, während andere Schlepper draußen vom Wasser aus gezogen haben. Das ist diesmal nicht möglich. „Der Kasko ist so groß, dass der Kran den Schlepper nicht mehr rüberheben kann“, erklärt Siegfried Kempe.

Werftkapitän und Nautiker sind an Bord des Mittschiffs

Laut Fertigungsleiter Tomas Marutz übernehmen das Herausziehen aus dem Dock zunächst über Winden, die die Stahlseile in Bewegung setzen. Draußen übernehmen dann die Schlepper das Drehen in die richtige Position. Und beim eigentlichen Transport wird nur ein Schlepper den Koloss vorne ziehen, die anderen begleiten ihn, um im Notfall eingreifen zu können.

Ihre Kommandos erhalten die Schlepper-Crews vom Werftkapitän und von erfahrenen Nautikern. Sie befinden sich an Bord des Mega-Blocks. Sie sind die Hauptakteure und das sogenannte Brückenteam, das über Monitore aufmerksam verfolgt, wo und wie sich das Mega-Bauteil gerade im Wasser befindet. Informationen dazu bekommen sie von Sensoren, die ein hochgenaues Positionssystem versorgen. Sie geben die genaue Lage an und mögliche Hindernisse am Meeresboden – die so umsteuert werden können.

Wasserschutzpolizei Warnemünde im Einsatz beim Ausdocken des „Global“-Schiffskörpers

Fahrrinne in Wismar ist der schwierigste Teil

Auch ein Lotse ist beim Ausdocken mit an Bord – für den sicheren Transport durch den Seekanal. Hat das Mittschiff Warnemünde hinter sich gelassen, geht der Lotse wieder von Bord. Erst kurz vor Wismar kommt wieder ein Lotse dazu. „Hier befindet sich auch der schwierigste Abschnitt der Tour – die Wismarer Fahrrinne“, erklärt Siegfried Kempe. Das Brückenteam und die Schlepper müssen den Koloss genau in der Mitte halten und ein Abtreiben verhindern. „Das ist ein nautischer Leckerbissen“, sagt der Kapitän. Der Wind sei auch eine Herausforderung. Doch die vorausgesagten Windstärken zwei bis drei seien ideal.

Während des Transports sind Lichter an – vorne grüne und rote, hinten weiße. Sie sollen andere Boote warnen.

Alles zur „Global Dream“

Mehr zum größten Kreuzfahrtschiff der Welt lesen Sie hier:

Von Kerstin Schröder

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