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Wismar So schön ist es am Neuklostersee
Mecklenburg Wismar So schön ist es am Neuklostersee
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08:23 27.07.2019
Viele Ferienkinder verbringen die warmen Sommertage am Neuklostersee. Quelle: Marie Nitsch
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Neukloster

„Haben Sie noch ein Boot?“ Ein Junge in schwarzen Badeshorts möchte hinaus auf den Neuklostersee fahren – am liebsten im Tretboot. Doch Wolfgang Pügge schüttelt den Kopf. „Alle Boote sind unterwegs. Und vor dir wären noch ein paar andere dran.“ Wolfgang Pügge zeigt auf zwei Familien, die am Nebentisch warten. Enttäuscht verlässt der Junge den Bootsverleih. In dem herrscht seit Stunden ziemlicher Trubel: Es ist der bislang heißeste Tag des Jahres. Das Thermometer steht bei 34 Grad. Da wollen alle baden gehen – vom Ufer oder vom Boot aus. Nur Wolfgang Pügge kann nicht in die Badehose schlüpfen. Er muss arbeiten und bei dieser Hitze kommt selbst der routinierte Neuklosteraner ein bisschen ins Schwitzen.

Viele Urlauber und Einheimische verbringen die Sommertage am Neukloster Badesee. Gerade in den Ferien und an Wochenenden ist die Badeanstalt sehr gut besucht. Das Wasser ist sauber und auch ein Sprungbrett sorgt für Spaß.

Urlauber machen ein besonderes Geschenk

Für Wolfgang Pügge ist es die 20. Saison als Bootsverleiher und Imbissbetreiber. Die meisten Badegäste kennen ihn und Wolfgang Pügge kennt viele Badegäste – vor allem die aus seiner Heimatstadt Neukloster. „Bei schönem Wetter ist nachmittags und an den Wochenende sehr viel los, dann sind hier bis zu 300 Leute“, erzählt der Rentner. Zufrieden lässt er seinen Blick über den See schweifen. Dessen Oberfläche glitzert in der Sonne. Auch Wolfgang Pügges Augen funkeln. Man sieht ihm an, er ist gerne am Neuklostersee. Den haben einige Gäste ihn zu Ehren in Wolfgangsee umbenannt und ihm ein passendes Schild geschenkt. Das stand zunächst eine Zeit lang im Imbiss in der Ecke. „Ich wollte nicht, dass die Leute denken, ich wäre überkandidelt“, erinnert er sich. Doch dann habe er einen Anruf aus dem Rathaus erhalten. „Der damalige Bürgermeister wollte auch, dass ich es aufhänge“, lacht er. Seither steht über der Imbisstür „Wolfgangsee“.

Alles ist viel billiger als an der Ostsee

Wolfgang Pügge verleiht seit 20 Jahren Boote, außerdem hat er einen Imbiss. Quelle: Kerstin Schröder

Wolfgang Pügge verleiht Tretboote, Ruderboote und Kanus. „Der See ist sauber und man hat hier nicht so hohe Kosten wie an der Ostsee“, erklärt der Neuklosteraner, warum die Badestelle im Osten der Stadt so beliebt ist. „Der Parkplatz ist umsonst, es gibt keine Strandgebühren und für die Toiletten muss man auch nichts bezahlen“, ergänzt Pügge. Auch seine Preise – für Boote, Bratwurst, Getränke und Eis – sind billiger als an der Küste. Ein Stunde mit dem Tretboot kostet sieben Euro, mit dem Ruderboot sechs Euro. Auch einen Angelkran kann man für zehn Euro am Tag ausleihen.

Wenige Meter vom Imbiss entfernt steht eine große Steganlage – mit einem Sprungbrett. Das wackelt ununterbrochen, die jungen Leute wollen von dort aus alle in den See springen. Auch eine Wasserrutsche gibt es. „Beides ist toll“, sagt der 14-jährige Joey Schierbaum. Er ist vor einigen Wochen mit seinen Eltern aus Halle nach Neukloster gezogen. Die Stadt gefällt ihm gut – auch wegen des Sees. „Das Wasser hat etwa 18 Grad. Das ist eine schöne Abkühlung“, ergänzt Willi Wettek (11), ebenfalls aus Neukloster.

Liegewiese mit schattigen Plätzen unter Bäumen

Viel Sand gibt es am Ufer nicht. Die Handtücher werden stattdessen auf eine große grüne Wiese gelegt. Die reicht vom Imbiss bis zum Parkplatz und bis unter die großen Bäume eines Waldstücks. „Die Wiese ist sehr sauber“, lobt Willi Wettek. Er genießt seine Ferien im Freien. Am See könnte er auch Volleyball spielen. Dafür gibt es extra einen Sandplatz.

Der Müll der Gäste landet meist dort, wo er hingehört – in den Eimern. Die leert Wolfgang Pügge jeden Abend. Sein Tag ist lang. Morgens wird für den Imbiss eingekauft, dann beginnt der Verkauf und der Bootsverleih, abends werden die Toiletten sauber gemacht.

Rettungsschwimmer sind bis abends im Einsatz

Bis Ende Oktober ist der Rentner noch im Einsatz, dann ist Schluss. Künftig möchte er im Sommer mit seiner Frau Bärbel, die ihn tatkräftig unterstützt, auch mal nichts tun. Deshalb wird der Pachtvertrag von der Stadt neu ausgeschrieben. Wer dann kommt? „Hoffentlich jemand, der das hier genauso liebt wie ich“, betont der Rentner. Den Imbiss-Verleih wird er aber weiterhin im Blick haben: Sein Garten befindet sich nur 100 Meter vom Badesee entfernt. Von dort aus sieht er auch das Rettungsschwimmer-Häuschen. Das öffnen Sabrina Deckert und ihre Tochter Justin-Pam (16) vom Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) jeden Tag von 14 bis 19 Uhr. „Bis auf ein paar Kleinigkeiten wie Schnittwunden ist es hier ziemlich ruhig“, erzählen sie. Unterstützung bekommen die Rettungsschwimmerinnen vom Bauhof, „der alles repariert, was kaputt ist“, loben sie.

Vormittags werden Schwimmkurse angeboten – in allen sechs Ferienwochen. Aber nicht nur Kinder und Erwachsene schwimmen im Neuklostersee, auch Schwäne fühlen sich hier wohl. Einige begleiten die Tretboote von Wolfgang Pügge.

Mehr Infos:

Das kostet ein Tag am Strand in Mecklenburg

Hunderte beim Festumzug: Neukloster feiert sich selbst

Willi Wettek, Elf, aus Neukloster: ,,Oftmals verbringe ich die ganze Woche mit Freunden am Neuklostersee. Der See ist sehr sauber und das Sprungbrett bringt Spaß.“ Quelle: Marie Nitsch
Joey Schiermann, 14, aus Neukloster: ,,Das Besondere am Badesee in Neukloster ist das Sprungbrett sowie die Wasserrutsche. So was hat man nicht so häufig.“ Quelle: Marie Nitsch

Kerstin Schröder und Marie Nitsch

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