Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Wismar So sieht die neue Lansemann-Schule in Wismar aus
Mecklenburg Wismar So sieht die neue Lansemann-Schule in Wismar aus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:00 29.11.2019
Die Schüler führten gestern ihre Gäste durch das neue Schulgebäude. Quelle: Nicole Hollatz
Anzeige
Wismar

Seit Montag haben die Schülerinnen und Schüler der Evangelischen Schule Robert Lansemann in ihrem Schulneubau am Lenensruher Weg Unterricht. Ihre „alte“ Schule ist auf der anderen Straßenseite und bietet jetzt genug Platz für den Hort, dazu Kunst- und Bauprojekte.

„Ganz schön groß!“, kommentierte Lotte Koch (11), die zu denen gehörte, die nach dem Festakt am Freitagvormittag die Gäste durch das neue Haus führten. „Ich hab mich erst verlaufen, aber die Schule ist toll!“

Nachmittags waren dann die Eltern, Großeltern oder auch ehemalige Schüler und Mitarbeiter eingeladen. Erst zu einem Gottesdienst in St. Georgen, dann dazu, den Schulneubau kennenzulernen.

Schneller Umzug

„Ziel war es, dass wir zum ersten Advent den Herrnhuter Stern am neuen Gebäude aufhängen können“, erzählte Schulleiterin Steffi Wolf. Denn es war ein langer Weg zum neuen Schulgebäude. Und dann ging es ganz schnell. Viele Eltern haben letzte Woche beim Umzug angepackt. Aber noch ist nicht alles fertig.

„Ich bin seit 2011 Mutter an dieser Schule. Seit dem träumen wir von einer neuen, größeren Schule. Ich bin froh, dass dieser Traum nun Wirklichkeit geworden ist“, sprach Yvonne Schröder als Vorsitzende des Schulelternrats vielen Kindern, Eltern und sicherlich auch den Lehrern und Erziehern vor Ort aus dem Herzen.

Schülerzahl verdoppelt über die Jahre

„Die Schule war ursprünglich konzipiert für 140 Schüler“, erinnerte Matthias Fischer vom Vorstand der Schulstiftung der Nordkirche an die einstige kleine Grundschule im ehemaligen Forstgebäude.

Aber das Konzept der Privatschule kam und kommt bei Eltern und Kindern so gut an – kleine Klassen mit individuellen Förderungen und christlichen Werten –, dass die Schülerzahl schnell auf 200 aufgestockt werden musste. Im Schulneubau ist nun Platz für 330 Kinder.

Lange Planungs- und Finanzierungsphase

Bereits 2012 wurde ein Architektenwettbewerb zum Schulneubau ausgelobt, das Büro „Weis & Volkmann“ aus Leipzig überzeugte mit ihrer Idee der „Klassenhäuser“.

2016 kam die Hiobsbotschaft: Die Finanzierung war nicht tragbar. Wie viel Kraft, Überredungskunst und bei einer evangelischen Schule auch gesundes Gottvertrauen es gebraucht hat, um am Neubauplan festzuhalten, dafür weiterzukämpfen und nach Spar- und Fördermöglichkeiten zu suchen, bleibt erfurchtsvoll erahnbar.

Neu planen und sparen

Die Architektin Gabriele Weis hat neu geplant, hat aus dem Zweigeschosser einen preiswerteren eingeschossigen Bau mit der Option zur Erweiterung gemacht. „Wir können vier Klassenräume anbauen“, erklärte sie.

Im Februar 2018 kam die Baugenehmigung. Los gehen konnte es allerdings erst im April 2018 mit der Fördermittelzusage. Der Neubau wurde unterstützt durch eine Zuwendung des Landes Mecklenburg-Vorpommern zur Förderung der integrierten nachhaltigen Stadtentwicklung mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) in Höhe von 2 460 858,90 Euro.

6,28 Millionen Euro Baukosten

Insgesamt hat der Neubau 6,28 Millionen Euro gekostet. Die Bauzeit zwischen Oktober 2018 und November 2019 ist extrem kurz. „Das ist eine Meisterleistung“, dankte Gabriele Weis den ausführenden Handwerkern.

Entstanden ist ein H-förmiger Neubau in Holztafelbauweise „unter nachhaltigen und ökologischen Gesichtspunkten“, so die Architektin. Außen wurde sibirische Lärche verbaut, innen holzsichtige Spanplatten.

Schule ist ständig gewachsen

2001 entstand die Schule dank einer Elterninitiative als „Evangelische Grundschule“ in Trägerschaft der Evangelischen Schulstiftung. Ein ehemaliges Forstwirtschaftsgebäude am Lehensruher Weg wurde entsprechend umgebaut, 2005 reichte der Platz schon nicht mehr. Es entstand ein Neubau mit zwei Klassenräumen.

2005 wurde die Schule zur Ganztagsschule, im Schuljahr 2005/2006 wurde die Schule mit der ersten fünften Klasse um die Orientierungsstufe erweitert. Seitdem fand der Unterricht in drei Schulgebäuden statt – die „Großen“ waren in einem Gebäude in der Kanalstraße untergebracht.

Im Schulneubau besuchen 286 Schüler in 12 Klassen die Schule, das alte Schulgebäude auf der anderen Straßenseite wird beispielsweise für den Hort weiter genutzt.

Der Schulname erinnert seit 2011 an den Wismarer Theologen und engagierten Christen Dr. Robert Lansemann. 1950 wurde er verhaftet und starb 1951 im Gefängnis, nachdem er mutig die Zerstörung der Volkskirche in der DDR angeprangert hatte. Mit diesem Mut eckte er auch zu NS-Zeiten vorher an.

Lesen Sie weiter

Im Juni war Richtfest

Schüler engagieren sich praktisch für die Umwelt

Die Autorin

Von Nicole Hollatz

Mit Professor Franz-Josef Lübken war am Freitag ein Physiker bei der Kinder-Uni zu Gast. Er erklärte den kleinen Studenten alles rund ums Thema Wolken – und sorgte damit für große Augen in der Wismarer Hochschule.

29.11.2019
Wismar Parken, Fraktionsgeld, Poeler Straße Keine Mehrheit für Park-Sanduhr in Wismar

Ein erneuter Vorstoß zum Kurzzeitparken in Wismar findet keine Zustimmung. Dafür stimmt die Politik mehrheitlich für zusätzliches Geld für die Fraktionsarbeit. Großes finanzielles Glück könnte die Stadt bei der Poeler Straße haben.

29.11.2019

Die „Fridays-for-Future“-Bewegung hat diesmal nicht so viele Teilnehmer wie beim letzten Mal nach Wismar gelockt. Auch die Strecke ist kürzer gewesen.

29.11.2019