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Wismar So sieht es in Wismars neuer Container-Schule aus
Mecklenburg Wismar So sieht es in Wismars neuer Container-Schule aus
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17:59 11.07.2019
Die neue Container-Schule in Wismar - das Außengelände wird in den nächsten Wochen gestaltet. Quelle: Kerstin Schröder
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Wismar

Marika Schmidt steht inmitten vieler Container. Sie schaut sich um und sagt zufrieden: „Die Schule ist fertig.“ Die Berlinerin ist eine preisgekrönte Architektin. Für die Gestaltung des Erweiterungsbaus der Freien evangelischen Schule in Dettmannsdorf (Landkreis Vorpommern-Rügen) hat sie erst vor einigen Wochen einen der bedeutendsten Architekturpreise Deutschlands gewonnen – den „Nike“. In Wismar hat Marika Schmidt keine architektonische Meisterleistung geschaffen. Doch das ist im Stadtteil Friedenshof auch nicht ihre Aufgabe gewesen. Hier sollte sie einen Ersatzbau schaffen, den die Goethe-Schüler zwei Jahre lang nutzen können – so lange bis ihre richtige Schule saniert ist. In die sollen sie 2021 zurückkehren.

So sieht es in der Container-Schule aus

Gebäude beherbergt ab August 500 Schüler und Lehrer

Für das Ausweichquartier der Integrierten Gesamtschule „Johann Wolfgang von Goethe“ (IGS) sind seit Mitte Mai 188 Container-Module zusammengesetzt worden. Entstanden ist ein Zweigeschosser an der Erich-Weinert-Promenade mit einer Bruttogrundfläche von 3333 Quadratmetern. Genutzt wird er von 500 Schülern und Lehrern. Kosten: 2,8 Millionen Euro.

 „Wir haben den Zeit- und Kostenplan eingehalten“, berichtet Marika Schmidt ihrer Auftraggeberin Kerstin Weiss (SPD). Die Landrätin von Nordwestmecklenburg hat sich am Donnerstag die neue Container-Schule von Innen angeschaut. Dort werden seit Montag Schränke, Tische und Stühle eingeräumt. Das Mobiliar stammt zum einen aus der Goethe-Schule bei der Klosterkirche. Tausende Umzugskartons sind seit Anfang des Jahres gefüllt worden, unter anderem mit Unterrichtsmaterialien und Büchern. „Neues Mobiliar gibt es auch“, berichtet Gudrun Sturmheit vom Fachdienst Bildung und Kultur der Kreisverwaltung. Da an die Wände des Containers keine Tafeln montiert werden können, gäbe es nun 30 fahrbare Tafeln. Außerdem seien 15 Erste-Hilfe-Koffer, 20 Transportbehälter für Schulchemikalien gekauft worden sowie moderne Technik.

Parkplätze nur für Lehrer, die an mehreren Schulen unterrichten

Den Server, an dem Telefon, Drucker, Internet und Computer hängen, ist von Tobias Winkelhorst vom Kreismedienzentrum installiert worden. Um die Schüler vor Hitze im Sommer und Kälte im Winter zu schützen, gibt es vor jedem Fenster einen Sonnenschutz und in den Klassenräumen Infrarot-Heizungen. Für die insgesamt 48 Lehrer gibt es zwei Zimmer und acht Parkplätze. „Letztere dürfen nur die Lehrer nutzen, die an mehreren Schulen unterrichten. Die Straße zu den Stellplätzen wird mit Toren verschlossen“, berichtet Burghard Bohm, Fachdienstleiter Bau und Gebäudemanagement beim Landkreis.

Eltern können ihre Kinder beim Ersatzbau also nicht mehr bis kurz vor den Eingang bringen – so wie es bei der Goethe-Schule fast täglich der Fall ist. Nächster Halt für die Container-Schule ist die Bürgermeister-Haupt-Straße. Von dort sind es ungefähr 200 bis 300 Meter Fußweg. In der Bürgermeister-Haupt-Straße befindet sich auch die Bushaltestelle für den Schülerverkehr.

Außenanlagen sollen Ende Juli fertig sein

Die Außenanlagen sind noch nicht fertiggestellt. Nur zwei Tischtennisplatten stehen bereits. Der Rest wie Fahrradständer und Bänke wird bis Ende des Monats errichtet.

„Das Erdgeschoss ist barrierefrei“, berichtet die Architektin. Dort befinden sich 34 der insgesamt 71 Räume sowie eine 84 Quadratmeter große Cafeteria mit Speisesaal. Auf jeder Etage gibt es zwei WC-Räume für Mädchen und Jungen. Für den Sportunterricht kann die „Blechbüchse“ an der Bürgermeister-Haupt-Straße sowie die benachbarte Hochschul-Sporthalle genutzt werden.

Die Gesamtkosten für den Ersatzbau und die Sanierung der IGS liegen bei 19 Millionen Euro. An der Gesamtschule, der einzigen in Nordwestmecklenburg, werden Mädchen und Jungen von der fünften bis zur zehnten Klasse unterrichtet. Auch in der Container-Schule werden wieder fünf fünfte Klassen gebildet. Schüler und Eltern haben sich vom Ersatzbau nicht abschrecken lassen.

Sanierte Goethe-Schule soll Inklusionsstrategie erfüllen

Mit Sanierung und Umbau der Gesamtschule sind auch inhaltliche Veränderungen verbunden. Ab dem Schuljahr 2021 können an der IGS Schüler mit den Förderschwerpunkten Sehen, Hören und körperlich-motorische Entwicklung nach ihren individuellen Bedürfnissen bis zum Abitur unterrichtet werden. Laut Landkreis würden nach der Sanierung alle Kriterien der Inklusionsstrategie des Landes erfüllt. Außerdem werden 48 Gymnasialplätze geschaffen. Damit reagiert der Landkreis auf den zunehmenden Bedarf. Dafür will der Kreis die Aufnahmekapazitäten für die Klassenstufen fünf und sechs begrenzen. Landrätin Kerstin Weiss ist mit dem Ersatzbau zufrieden – weil er nicht teurer geworden ist als geplant, sein Aufbau gut geklappt hat und die Endprodukt überzeugt. „Mein Dankeschön geht deshalb an die Architektin und die zuständigen Ämter des Kreises.“

Mehr Infos:

Wismar: Geheimer Raum in der Goethe-Schule entdeckt

Kerstin Schröder

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