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Wismar Nix mit Kirschblüte in Wismar: Stadt fällt 36 Bäume
Mecklenburg Wismar Nix mit Kirschblüte in Wismar: Stadt fällt 36 Bäume
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06:03 28.03.2019
In der Claus-Jesup-Straße in der Wismarer Altstadt wurden zahlreiche Bäume gefällt. Die Straße soll komplett neu gestaltet werden. Die Stadt kündigt Neupflanzungen an. Quelle: Heiko Hoffmann
Wismar

36 Bäume wurden bis Ende Februar in der Claus-Jesup-Straße gefällt – die meisten davon waren Wildkirschen, die besonders jetzt zur Frühlingszeit hübsch geblüht hätten. Zwei Drittel von ihnen seien jedoch von Schädlingen befallen gewesen, das bestätigt die Hansestadt Wismar. Die Straße in der Altstadt soll komplett neu gestaltet werden. Dass dafür aber die Bäume weichen mussten, gefällt zumindest der Bürgerschaftsfraktion FDP/Grüne nicht, die dazu nun gleich zwei Vorlagen für die Sitzung am Donnerstag eingereicht hat – zum einen ein langer Fragenkatalog, zum anderen fordern sie in einem Antrag, für jeden gefällten Baum in der Altstadt zwei neue zu pflanzen.

In der Wismarer Claus-Jesup-Straße blühten in jedem Frühjahr die Kirschen. Die nun gefällten Bäume sollen aber ersetzt werden. Quelle: Helmut Kuzina

Promenade soll neu gestaltet werden

Die Hansestadt Wismar beabsichtigt, die Claus-Jesup-Straße ganz neu zu gestalten und dabei auch den Lärm zu reduzieren. Insgesamt soll die Umbaumaßnahme 3,4 Millionen Euro kosten. Das Infrastrukturministerium unterstützt das Vorhaben mit etwa 2,9 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung. Durch eine barrierefreie Erschließung soll eine uneingeschränkte und sichere Nutzung durch Fußgänger, Radfahrer und Verkehrsteilnehmer mit Handicap ermöglicht werden. Auch die Straßen- und Promenadenbeleuchtung soll entsprechend des Stadtbildes angepasst werden. Gleichzeitig soll die Mittelpromenade, die sich zwischen den Straßenzügen befindet, als „grüne Lunge“ neu hergerichtet werden.

So könnte die Claus-Jesup-Straße nach der Umgestaltung aussehen. Neue Bäumen sollen gepflanzt und zur Stadt passende Laternen aufgestellt werden. Quelle: Quelle: Hansestadt Wismar

Heißt: Für die gefällten Bäume sollen neue entstehen. Das bestätigt Marco Trunk, Sprecher der Hansestadt Wismar. Laut aktuellem Lageplan für die Neugestaltung der Straße sollen sogar mehr als 36 neue Bäume gepflanzt werden – nämlich 53. Das wiederum würde fast dem Wunsch der grün-liberalen Fraktion entsprechen, für jeden Baum zwei neue zu pflanzen.

Viele Bäume litten unter Schädlingsbefall

11 von den 36 gefällten Bäumen waren genehmigungspflichtig – also Bäume mit einem Stammumfang von mindestens einem Meter. Zuvor sei laut Marco Trunk auch ein Baumgutachten erstellt worden. Viele Bäume sind demnach von Schädlingen befallen gewesen. Ein größerer Baum an der Ecke zur Lübschen Straße ist übrigens stehen geblieben.

Neupflanzungen gibt im Übrigen auch die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises vor, die zuvor die Fällgenehmigungen für die Bäume in der Claus-Jesup-Straße erteilt hatte. Insgesamt hatte die Behörde 85 Anträge zum Fällen von Bäumen im Jahr 2018 für den gesamten Landkreis bewilligt. 2017 waren es 90. „Eine Genehmigung kann dabei für ein oder mehrere Bäume erfolgen“, heißt es aus dem Landkreisamt. Zu den am häufigsten genannten Gründen für einen Antrag auf Baumfällung zählen laut Landkreis „die Herstellung der Verkehrssicherungspflicht“ – das betrifft zum Beispiel Bäume, die geschädigt oder ganz oder teilweise abgestorben sind – „die Errichtung baulicher Anlagen und Verhinderung von Schäden an Gebäuden“.

Für einen gefällten Baum muss ein neuer her

Ansicht der Wilhelmstraße in Wismar, die heute die Claus-Jesup-Straße ist. Um 1875 wurden dort erste Anpflanzungen vorgenommen. Quelle: Archiv / Sammlung Detlef Schmidt

Generell gilt aber: Für einen gefällten Baum muss auch ein neuer gepflanzt werden. „Ein Ausgleich kann unter bestimmten Voraussetzungen aber auch durch Ersatzzahlung erfolgen“, bestätigt die Naturschutzbehörde. Allerdings: Wird ein Baum gefällt, der einen Stammumfang von 150 bis 250 Zentimetern hat, schreibt die Naturschutzbehörde des Landkreises vor, das nicht nur einer, sondern zwei neue Bäume gepflanzt werden müssen. Die Ersatzpflanzungen sollen zudem in der Regel in der nächstmöglichen Vegetationsperiode nach dem Fällen erfolgen.

So soll die Claus-Jesup-Straße nach der Umgestaltung aussehen. Neue Bäumen sollen gepflanzt und zur Stadt passende Laternen aufgestellt werden. Quelle: Quelle: Hansestadt Wismar

Im Laufe des Jahres soll die Claus-Jesup-Straße nun umgestaltet werden. Die vorbereitenden Baumfällungen wurden schon im Februar vorgenommen – später ist dies naturschutzrechtlich wegen der Brutzeit der Vögel nicht erlaubt.

Michaela Krohn

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