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Wismar Stiftung gibt Geld: An St.-Georgen-Kirche wird weitergebaut
Mecklenburg Wismar Stiftung gibt Geld: An St.-Georgen-Kirche wird weitergebaut
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18:34 04.11.2019
An der Wismarer Georgen-Kirche kann erneut gearbeitet werden. Für Arbeiten am Dach und am Altar gibt es Geld von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.
An der Wismarer Georgen-Kirche kann erneut gearbeitet werden. Für Arbeiten am Dach und am Altar gibt es Geld von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Quelle: Kerstin Schröder
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Wismar

An der einst größten Kirchenruine Deutschlands, St. Georgen in Wismar, muss ein Jahrzehnt nach dem Abschluss des Wiederaufbaus erneut gearbeitet werden. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) unterstützt die Vorhaben mit insgesamt rund 242 000 Euro. 15 844 Euro werden für die Restaurierung des linken Seitenflügels des Martin-Georg-Altars bereitgestellt, weitere 212 347 Euro für Maßnahmen im Kircheninneren und am Dach. Außerdem gibt es 14 000 Euro aus dem Resi und Harry Sarna-Namensfonds. Bürgermeister Thomas Beyer (SPD) kündigt an, dass das Geld im Wesentlichen 2020 verbaut wird.

Etwa 8000 Bürger bauten im Mittelalter Wismars drei große Backsteinkirchen, die Ratskirche St. Marien, die Kirche der Schiffer und Fischer St. Nikolai und eben St. Georgen, das Gotteshaus der Landesherren und der Handwerker. Die Mittel für die Bauten stammten aus Spenden, Vermächtnissen, Kapellenkäufen, Renten und aus bischöflichen Ablässen. Im 20. Jahrhundert schien das Schicksal von St. Georgen zweimal besiegelt. Im April 1945 trafen Bomben den mächtigen gotischen Kirchenbau und setzten die hohen Pfeiler und Wände des ausgebrannten, dach- und fensterlosen Bauwerks jahrzehntelang Sturm, Regen und Sonne aus. Und in einer Orkannacht im Januar 1990 stürzte der Nordgiebel auf die gegenüberliegende Häuserzeile. Damals rief die Deutsche Stiftung Denkmalschutz zur Rettung auf.

Unzählige Menschen aus ganz Deutschland trugen dazu bei, eine der bedeutendsten Kirchen der norddeutschen Backsteingotik zu bewahren. Zu den mehr als 40 Millionen Euro, die Handwerker seit 1990 verarbeitet haben, hat allein die DSD aus privaten Spenden und Mitteln der Lotterie Glücksspirale, deren Destinatär sie seit 1991 ist, 15,4 Millionen Euro beisteuern können.

Der Chor stammt noch vom Kirchenbau von 1290, Quer- und Langhaus entstanden in einer zweiten Bauphase zwischen 1404 und 1500. Charakteristisch für St. Georgen ist das spätgotisch hohe, aber schmale Mittelschiff mit den im Verhältnis dazu breiten Seitenschiffen. Vor zehn Jahren war die Kirche wiederhergestellt, sie wurde mit einem großen Konzert wiedereröffnet. Das Interesse an den jährlichen Veranstaltungsprogrammen seither mit Konzerten, Gottesdiensten und Tagungen macht deutlich, dass St. Georgen weiterhin vielen Menschen am Herzen liegt.

Von OZ