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Wismar Strand in Wohlenberg bald nur zu besichtigen?
Mecklenburg Wismar Strand in Wohlenberg bald nur zu besichtigen?
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00:00 20.06.2015
Klützer Politiker befürchten, dass der Strand an der Wohlenberger Wiek bald dem Natur- und Vogelschutz zum Opfer fällt. Quelle: Malte Behnk
Wohlenberg

Gerade erst hat die Interessengemeinschaft Oberhof/Wohlenberg erreicht, dass der Strand in Wohlenberg von Gestrüpp befreit wurde und wieder besser nutzbar ist. Doch nun droht neuer Ärger. Die Naturschutzrichtlinien für den Bereich sollen verschärft werden, was die Nutzung deutlich einschränken würde.

Das wurde während einer Sitzung auf der Insel Poel deutlich, bei der die Maßnahmenplanung Küste für den neuen Managementplan des Europäischen VogelschutzgebietsWismarbucht und Salzhaff“ vorgestellt wurde.

Burkhild Drochner, Mitglied im Klützer Ausschuss für Wirtschaft, Tourismus und Umwelt, hatte an der Veranstaltung teilgenommen und berichtete davon. „Es ist geplant, dass die gesamte Wohlenberger Wiek im Winter geschützter Rastplatz für Vögel ist. Der Hundestrand darf bestehen bleiben, es wird aber dort ganzjährig Leinenzwang gelten“, sagte sie.

Reiten, wie einmal angedacht, werde gar nicht möglich sein. Die Bereiche der Steilküste würden besonders geschützt. „Was ist denn dann mit der Bewirtschaftung und der Pflege des Strandes?“, fragte Ausschussmitglied Hartwig Holst.

Und mit Blick auf die am 30. Juni endende Einspruchsfrist merkte er an: „Die Weiße Wiek und ganz Boltenhagen sind vom FFH-Gebiet und vom Vogelschutz ausgeklammert. Wenn die Poeler genug Widerstand leisten, wird am Ende die gesamte Wohlenberger Wiek als Naturschutzgebiet ausgewiesen.“

Daher müsse man zügig einen fachlich begründeten Einspruch formulieren. „Naturschutzgebiete mögen ja ein Faktor sein, mit dem man werben kann. Aber Urlauber und Einheimische müssen auch noch baden dürfen“, sagte Guntram Jung (CDU), Bürgermeister von Klütz. „Im schlimmsten Fall haben wir einen naturintakten Strand zum Besichtigen“, so Burkhild Drochner.

Ein weiterer Punkt, bei dem die Klützer vom Managementplan betroffen sind: Der Bebauungsplan für den alten Kartoffelanleger in Wohlenberg und sein Umfeld muss neu auf seine Verträglichkeit mit dem FFH-Gebiet (Flora, Fauna, Habitat) geprüft werden, da von dem Plan Brutgebiete von Mittelsäger und Seeadler sowie Rastgebiete unter anderem von Bergente und Singschwan betroffen sind. Die Planet-Haus AG mit Sitz in Kiel möchte auf dem maroden Anleger 30 Ferienhäuser errichten.

Aus dem Protokoll des Treffens auf Poel geht hervor, dass gefragt wurde, ob das Projekt am Wohlenberger Anleger mit den vorgestellten Maßnahmen vor dem Aus stehe. Ergebnis der Diskussion mit Vertretern des Staatlichen Amts für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu) war, dass lediglich eine Winterbefahrung der Wohlenberger Wiek untersagt wird. „Eine Nutzung im Sommer ist ohne Einschränkung möglich.“ Eine erneute Prüfung der FFH-Verträglichkeit wird auch für die Bebauungspläne der Marina und der Ferienhausanlage in Hohen Wieschendorf nötig.

Weitere Einschränkungen: Brutkolonien der Uferschwalbe im Kliff von Großklützhöved sollen nicht mehr durch Flugsport wie Gleitschirmflieger gestört werden. Angelverbotszonen sind vor der Steilküste von Redewisch, vor Tarnewitz, bei Hohen Wieschendorf und bei Zierow vorgesehen.

Das Angeln östlich von Poel soll fast komplett verboten sein. Außerdem soll das bisherige Naturschutzgebiet der Sandbank Lieps auf die Ostsee drumherum ausgeweitet werden.

Managementplan
Bis Ende Juli stimmen Arbeitsgruppen den Inhalt des Managementplans des Europäischen VogelschutzgebietsWismarbucht und Salzhaff“ ab. Der Entwurf der Endfassung soll am 31. August vorliegen.
In der 40. Kalenderwoche ist eine öffentliche Abschlussveranstaltung geplant.
Am 5. Oktober soll der Managementplan dann abgegeben werden.



Malte Behnk

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