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Wismar Streit um Dünger, Weizen und Wasser
Mecklenburg Wismar Streit um Dünger, Weizen und Wasser
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07:34 20.06.2015
Agrarminister Till Backhaus (SPD) meint: „Wer in der Landwirtschaft seine Chance genutzt hat, steht hervorragend da.“
Agrarminister Till Backhaus (SPD) meint: „Wer in der Landwirtschaft seine Chance genutzt hat, steht hervorragend da.“ Quelle: Cornelius Kettler
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Malchow

„Wir gehen den Bach runter!“ - ein so provokantes Motto wie am Freitag hatte der Kreisbauernverband Nordwestmecklenburg für seinen agrarpolitischen Tag in Malchow (Poel) noch nie gewählt. Die Landwirte meinten das wörtlich: Durch eine neue Düngeverordnung und strengere Richtlinien im Gewässerschutz fühlen sie sich in die Enge getrieben. Landes-Agrarminister Till Backhaus (SPD) konterte: Die Landwirtschaft habe nach 1990 beste Bedingungen gehabt. Mehr als zehn Milliarden Euro Steuergeld seien in den Agrarbereich geflossen. „Wer seine Chance genutzt hat, steht heute hervorragend da. Da sage ich mir manchmal: Hätte ich Trottel das mal auch gemacht.“

Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, berichtete, dass im politischen Berlin hart um die neue Düngeverordnung gestritten wird. Bisher dürfen die Landwirte 60 Kilogramm Stickstoffdünger pro Hektar mehr auf die Felder bringen, als die Pflanzen aufnehmen können. „Am Anfang hieß es, wir sollen auf 20 oder 30 Kilo runter“, sagte Rukwied. „Damit könnten wir keinen Brotweizen mehr produzieren.“ Allerdings: Überschüssiger Dünger wird in die Gräben und später in die Ostsee oder ins Grundwasser gespült.



Elke Ehlers