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Wismar Brille, Metallband, Stelen – Studenten entwickeln Ideen für Welterbepfad
Mecklenburg Wismar Brille, Metallband, Stelen – Studenten entwickeln Ideen für Welterbepfad
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19:04 08.04.2019
Arnd Florian Hennemeyer gratuliert den Studenten Joel Laurino, Denis Mittag und Frauke Nessler (v.l.) zu ihren guten Ideen beim Stehgreifentwurf. Quelle: Baltic Sea Tourism Center
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Wismar

Die „Kuhweide“ zwischen Altstadtrand und Friedenshof, vorbei am Wismarer Freizeitbad Wonnemar, ist gerade von Radfahrern als Abkürzung zwischen den Stadtteilen beliebt. Im Rahmen eines EU-Projektes soll der Weg weiter entwickelt und verschönert werden, um auch touristisch beispielsweise Gäste vom Spaßbad zu Fuß in die Altstadt zu locken. „Die fahren jetzt immer mit dem Auto und machen große Umwege“, sagt Sibylle Donath von der Wismarer Tourismuszentrale. Der Fußweg dauert nur sechs Minuten. „Wir müssen den Weg zwischen Altstadtrand und Wonnemar aufwerten, damit die Menschen das Auto stehen lassen.“

Spannende Ideen entwickelt

Die beiden Hochschulprofessoren Martin Wollensak und Arnd Florian Hennemeyer von der Fakultät Gestaltung haben die Studierenden eingeladen, Stehgreifentwürfe zur Aufwertung des Weges zu entwickeln. „Bei Stehgreifentwürfen geht es nicht darum, fertige Konzepte auszuarbeiten, sondern darum, Ideen zu entwickeln“, erklärt Prof. Dr.-Ing. Hennemeyer, der mit seinem Berufungsgebiet „Welterbestudien“ das Thema natürlich gerne aufnahm. 25 Studierende haben ihre Ideen abgegeben, die besten wurden gerade prämiert.

Ein Metallband am Wegesrand

Frauke Nessler, Denis Mittag und Joel Laurino haben mit ihren Ideen die Jury überzeugt. Frauke Nessler lässt ein Metallband am Wegesrand entlanglaufen, dass sich wie ein roter Faden als Welterbeweg zum Klettern, Spielen und Entdecken einlädt. Mal wird das Band groß und hoch und imitiert so die ehemaligen Festungsanlagen, mal öffnet es sich zum Spielplatz oder wird ein erhöhter Aussichtspunkt.

Mit VR-Brille Wismar entdecken

Joel Laurino, Student aus Kanada, hat seine Idee mit „Augmented Reality Historic Wismar“ überschrieben und lädt die Wismarbesucher ein, zumindest per App und VR-Brille hoch in die Luft zu steigen. Mit einem imaginären Heißluftballon können sie Wismar von oben entdecken und sehen, wie die Stadt sich entwickelt hat. Dabei geht er aber noch einen Schritt weiter. „Wenn Leute etwas spielend entdecken, erinnern sie sich daran eher!“, weiß der Master-Student. Er lässt die Menschen Wismar aufbauen und entwickeln, analog zum bekannten Spiel „Civilization“.

„Die Spieler fangen mit Wismar im 12. Jahrhundert an, ein leeres Feld“, erzählt er. Dann können sie analog zur richtigen Stadtentwicklung Häuser und den Marktplatz bauen und wenn genug Menschen in der Stadt leben auch die großen Kirchen angehen. „Aber sie müssen auch die Verteidigungsanlagen im Blick behalten, so eine Stadt wird ja ständig angegriffen!“, erzählt der Student. Und dann ist es wie im echten Leben: für bessere Mauern braucht man mehr Geld. Höhere Steuern machen aber die Menschen unglücklich und lassen sie weg ziehen. Auf die Frage, wann es sein „Civilization Wismar“ im AppStore zu kaufen gibt, muss er lachen. Dazu fehlt noch einiges.

Durchblicke an der Kuhweide

Die Idee von Denis Mittag ist eher umsetzbar. Der Student hat Stelen mit „Durchblick“ entwickelt, die entlang des Weges die Spaziergänger auf wichtige Gebäude oder auch Dinge, die inzwischen nicht mehr sichtbar sind, hinweisen. Auf einer Plexiglasscheibe könnte beispielsweise eine Zeichnung der Kirchen und der ehemaligen Festungsanlagen Wismars sein, dank „Durchblick“ und der richtigen Perspektive verschmelzen der jetzige Anblick mit dem, wie es vor 300, 400 Jahren in Wismar aussah. Solche Stelen werden bereits an vielen Orten eingesetzt, in Wismar bisher noch nicht.

„Wir wissen noch nicht, welche Ideen umgesetzt werden können“, dankt Sibylle Donath und schwärmt von den kreativen Studierenden. Die Ideen werden nun beraten, was ist finanzierbar, was ist nachhaltig und unanfällig für Vandalismus?

Dank des EU-Welterbeprojekts „DUNC“ (abgekürzt für Development of UNESCO Natural & Cultural Assets) können neue und nachhaltige Tourismusideen grenzübergreifend und interdisziplinär entwickelt, diskutiert und umgesetzt werden. Wismar ist Teil des DUNC-Netzwerkes, ein Team aus Verwaltung, Touristikern, Wonnemar und Hochschule arbeiten in und für Wismar zusammen an neuen Tourismuskonzepten.

Nachhaltigkeit ist ein großes DUNC-Thema. Mit dem geplanten Welterbepfad sollen Wonnemarbesucher einen Anreiz bekommen, auf das Auto für den Besuch der Altstadt nach dem Badespaß zu verzichten. Zum ökologischen Gedanken –weniger Emissionen, weniger Parkplatzsuchverkehr und touristisches Verkehrsaufkommen in der Altstadt – kommt der des Wissens. Ganz nebenbei können die Spaziergänger etwas über die UNESCO-Welterbestadt Wismar erfahren.

Nicole Hollatz

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