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Wismar Tourismus ohne Barrieren in Wismar
Mecklenburg Wismar Tourismus ohne Barrieren in Wismar
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15:23 12.02.2019
Die Schwerinerinnen Bettina Schmidt, Anna Brill und Karin Oeler, alle sehbehindert, ertasten die Schweinsbrücke in Wismar. Quelle: Haus der Begegnung Schwerin e.V./Ecki Raff
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Wismar

Wie gut können Menschen mit Behinderung Wismar erkunden und touristische Einrichtungen erleben? Was kann besser gemacht werden, welche Beispiele gibt es, was kostet das? Um diese und weitere Fragen geht es am 28. Februar im Wismarer Zeughaus.

Tina Lucka leitet das Projekt „Tourismus ohne Barrieren“. Quelle: Haus der Begegnung Schwerin e.V./Ecki Raff

Zu „Tourismus ohne Barrieren“ lädt Projektleiterin Tina Lucka ein. Träger des Projektes „Ausbau der Barrierefreiheit entlang der touristischen Servicekette in Mecklenburg-Vorpommern“ ist das Haus der Begegnung in Schwerin, ein Kompetenzzentrum für Menschen mit Hör- und Sehbehinderungen. Seit 2017 arbeitet die gebürtige Wismarerin, die auf der Insel Poel aufgewachsen ist, an der Umsetzung der Barrierefreiheit in MV. Im März 2020 endet das Projekt. Passend zur Halbzeit wird am 28. Februar von 9 bis 14 Uhr der Workshop „Tourismus ohne Barrieren“ durchgeführt. Anmeldungen sind noch bis zum 14. Februar möglich. Die Veranstaltung richtet sich zum Beispiel an Touristiker, Hoteliers und Gastronomen aus Wismar und Umgebung.

Wismar ist gut, aber Luft nach oben

Wie gut ist die Hansestadt in Sachen Barrierefreiheit? „Wismar ist schon sehr gut aufgestellt“, sagt Tina Lucka. Die 29-Jährige verweist als ein Beispiel auf Stadtpläne für Rollstuhlfahrer. Allerdings gibt es noch Luft nach oben. So könnten in der Gastronomie Speisekarten in Blindenschrift vorhanden oder die Schrift größer gedruckt sein, auch Lupen könnten als Hilfsmittel zur Verfügung stehen. Lucka: „Rampen können eine simple Hilfe sein, die nicht viel Geld kostet.“

Praktische Tipps

„Im Workshop möchte ich mit den Gästen in den Austausch kommen und aufzeigen, wie bereits mit wenigen Mitteln großer Nutzen hinsichtlich der Umsetzung der Barrierefreiheit erzielt werden kann“, so Tina Lucka, die nach ihrem Studium in der Kurverwaltung Poel und in der Rezeptionsleitung „Regenbogen“ in Boltenhagen tätig war. Dabei werden Erfahrungsberichte von touristischen Anbietern ebenso eine Rolle spielen wie die persönliche Selbsterfahrung. Im Workshop geht es um bereits bestehende barrierefreie Angebote in der Stadt, um weitere Umsetzungsmöglichkeiten und um das Kennzeichnungssystem „Reisen für Alle“.

„Reisen für Alle“

Diese bundesweite Zertifizierung haben in Wismar das Technische Landesmuseum „Phantechnikum“, das Wonnemar-Ressort und -Erlebnisbad, das Schabbell-Museum, die Kirchen St. Georgen und St. Nikolai, das Welterbehaus und die Tourismuszentrale. Das bundesweit einheitliche Kennzeichnungssystem zur Barrierefreiheit gibt Hinweise, ob und wie man sich beispielsweise mit dem Rollstuhl in Einrichtungen bewegen kann.

Das Projekt „Tourismus ohne Barrieren“, das vom Wirtschaftsministerium und mit EU-Fördergeldern unterstützt wird, will das Thema stärker ins Bewusstsein rücken. „Ich möchte ein Umdenken in den Köpfen der touristischen Anbieter erreichen“, sagt Tina Lucka. Darum auch der Workshop. Auch mit konkreten Hilfen kann Tina Lucka aufwarten. Sie verleiht zum Beispiel mobile Rampen und hörverstärkende Technik, erstellt Speisekarten in Brailleschrift für Blinde oder taktile Lagepläne, mit denen Sehbehinderte nachvollziehen können, wo sich was befindet.

Es kann jeden treffen

„Nur vier Prozent aller Behinderungen sind angeboren – es kann also jeden von uns von heute auf morgen treffen“, so die Projektchefin. Barrierefreiheit sei zwar für eine bestimmte Menschengruppe unverzichtbar, „komfortabel ist sie aber für alle“, denkt Tina Lucka beispielsweise an Familien mit kleinen Kindern.

Beim Workshop in Wismar werden auch Vertreter aus dem Wirtschaftsministerium, dem Landesförderinstitut und den Behindertenverbänden erwartet. Bernd Hilse will ebenfalls dabei sein. Er wurde im September 2016 von der Bürgerschaft zum Beauftragten für Behinderte in Wismar gewählt und bringt immer wieder deren Anliegen vor, etwa im Bauausschuss der Bürgerschaft. Zu erreichen ist Bernd Hilse am dritten Donnerstag im Monat von 10 bis 11 Uhr im Rathaus, Zimmer 126. Er ist auch über das Büro der Bürgerschaft (Telefon 038 41 / 251 91 01) erreichbar.

Anmeldungen für den Workshopsind bis zum 14. Februar erwünscht. Nachfragen sind möglich bei Tina Lucka unter Telefon 03 85 / 300 08 15 oder per E-Mail: barrierefrei@hdb-sn.de. Die Teilnahme kostet zehn Euro.

Heiko Hoffmann

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