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Wismar Unentschieden: Gemeinde kündigt Pachtvertrag in Jamel nicht
Mecklenburg Wismar Unentschieden: Gemeinde kündigt Pachtvertrag in Jamel nicht
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21:54 19.11.2019
Die Wiese, um die es geht, befindet sich in der Dorfmitte von Jamel. Quelle: Nicole Buchmann
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Jamel

Wird der Pachtvertrag für eine Wiese in Jamel gekündigt oder nicht? Diese Frage beschäftigt die Gägelower Gemeindevertreter seit mehreren Wochen. Grund: Die Fläche soll für ein rechtes Sommerfest genutzt worden sein. Zweimal ist eine Entscheidung dazu vertagt worden. Am Dienstagabend hat es nun die lange erwartete Abstimmung gegeben. Und die ist mit folgendem Ergebnis zu Ende gegangen: Es gibt keine Mehrheit, die „Ja“ zur Kündigung sagt. Stattdessen steht es unentschieden.

Fünf Gemeindevertreter sind dafür gewesen, fünf dagegen. Drei – Dirk Stein (Einzelbewerber), Konrad Larek (Die Linke) und Frank Bahlke (Wählergruppe Gemeinde Gägelow) – haben gefehlt. Für die Kündigung gestimmt haben: Bürgermeister Friedel Helms-Ferlemann (CDU), Simone Oldenburg, Monika Riebe (beide Die Linke), Bernd Kolz (Einzelkandiat) und Daniel Soth-Worafka (SPD).

Heftige Kritik nach Vertragsabschluss

Für den Abschluss des Pachtvertrages sind die Kommunalpolitiker im vergangenen Jahr massiv kritisiert worden. Sie hätten die Fläche in Jamel einem mutmaßlichen Rechtsextremen zur Verfügung gestellt, hatten sie damals immer wieder zu hören bekommen. Doch die Gemeindevertreter haben ihren Beschluss verteidigt: Man dürfe niemanden vorverurteilen.

37 Einwohner leben in Jamel, darunter zwölf Kinder. Das Dorf gilt als mecklenburgische Neonazi-Hochburg und macht gleichzeitig Schlagzeilen mit dem Festival „Jamel rockt den Förster“. Dessen Macher, Birgit und Horst Lohmeyer, beziehen damit Stellung gegen Rechtsextremismus und Rassismus. Während des Festivals wird die Wiese als Parkplatz genutzt. So steht es im Pachtvertrag.

Beratung hinter verschlossenen Türen

Jedes Jahr veranstalten die Neonazis auch ein Sommersonnenwende-Fest im Dorf. Der Wiesen-Pächter, der das Weideland zum Heumachen und Gänsehalten wollte, soll zugelassen haben, dass dafür eine Hüpfburg auf dem Grundstück aufgestellt wurde. Das ist laut Vertrag nicht erlaubt – deshalb ist über eine Kündigung beraten worden.

Die Gemeindevertreter haben den Fall zum dritten Mal hinter verschlossenen Türen, also im nichtöffentlichen Teil ihrer Sitzung, beraten. Vor der Sitzung im Oktober hat einer von ihnen – NPD-Mitglied und Neu-Kommunalpolitiker Sven Krüger – Dokumente zum Thema auf der Facebookseite seiner Wählergemeinschaft Heimat veröffentlicht und um Unterstützung für den Pächter geworben. Dafür hat er nun ein Ordnungsgeld kassiert – in Höhe von 200 Euro. Auch das ist im Vorfeld auf der Facebookseite angekündigt worden mit den Worten: „Es geht also los. Wir sollen mundtot gemacht werden.“ Die Gemeindevertreter haben das Ordnungsgeld einstimmig beschlossen. Die 200 Euro sollen nach OZ-Informationen für das kunterbunte Kinderfest in der Gemeinde genutzt werden, zu dem viele Familien mit ausländischen Wurzeln kommen.

Mehr Infos:

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Von Kerstin Schröder

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