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Wismar Wissenschaftler befürchten weitere schlimme Sturmfluten für Wismar
Mecklenburg Wismar Wissenschaftler befürchten weitere schlimme Sturmfluten für Wismar
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06:30 23.08.2019
Bei der Sturmflut am 2. Januar 2019 in Wismar blieb ein Polizeiauto im Hochwasser stecken. Quelle: Heiko Hoffmann
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Wismar/Insel Poel

Die vergangenen beiden Hochwasser in Wismar haben viele Hansestädter noch vor Augen. Sorgenvoll verfolgten viele von ihnen die Entwicklung im Hafen und in Teilen der Altstadt, als der Pegel so hoch über Normalnull stieg wie in keiner anderen Stadt in Mecklenburg-Vorpommern. Tausende Sandsäcke wurden damals von Feuerwehrleuten in der Altstadt vor Hauseingänge, Fenster und an Straßen gestapelt.

Enormes Hochwasserrisiko in Wismar

„Für die Hansestadt Wismar besteht ein enormes Hochwasserrisiko mit einem sehr hohen Schadenspotenzial“, so steht es auch in einem Projektantrag, den das Institut für Wasserbau der Hochschule Bremen beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit gestellt hat.

So sah das Hochwasser im Januar 2019 in Wismar und auf Poel aus

Für Wismar befürchtet die Hochschule, dass sich künftige Sturmfluten auch auf die Wirtschaft am Hafen auswirken können – auf die Werft, den Seehafen, die Holzunternehmen. Und weiter heißt es: „Durch die Lage an der Wismarbucht mit der Kombination Schwingungs-, Wind- und Buchtenstau zählen die in Wismar zu erwartenden Sturmflutwasserstände zu den höchsten an der deutschen Ostseeküste“.

Angekündigt wurde das Projekt, das über drei Jahre laufen soll, zu Beginn des Jahres. Im Frühjahr ist es angelaufen.

Poel beseitigt Schäden – Waldweg wird nicht verlegt

Auch die Insel Poel trug vor einem halben Jahr große Schäden durch die Sturmflut davon. Erhebliche Abbrüche von bis zu zehn Metern gab es zum Beispiel an der Steilküste zwischen den Orten Gollwitz und Schwarzer Busch. Zur Diskussion stand danach, ob der Küstenwanderweg weiter ins Inselinnere verlegt werden solle.

Inselbürgermeisterin Gabriele Richter erklärt nun aber: „Wir haben selbst Schutzmaßnahmen ergriffen, einige Bäume und Baumstümpfe wurden entfernt.“ Spaziergänger und Radfahrer könnten den Weg nun ungehindert nutzen.

Weitere Schutzmaßnahmen seien allerdings nicht geplant. „Wir bekommen nichts gefördert“, so Gabriele Richter. Für Reparaturmaßnahmen – unter anderem im Hafen Timmendorf – sei die Insel selbst verantwortlich. „Unsere Aufgabe ist es, den Hafen verkehrssicher zu machen.“

Die Insulaner können derweil nur hoffen, dass die nächste Sturmflut nicht zu sehr an Poels Küste nagt.

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