Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Wismar Unverständnis in Wismar für Park-Abzocke vor der Mensa
Mecklenburg Wismar Unverständnis in Wismar für Park-Abzocke vor der Mensa
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:19 28.02.2019
Die Flächen vor der alten Mensa befinden sich in Privatbesitz. Ersichtlich ist das nicht. Wer dort sein Auto abstellt, läuft Gefahr, massiv abkassiert zu werden. Quelle: privat
Wismar

Der Beitrag „Riesiger Ärger: 106 Euro für Parken vor der alten Mensa“ hat viele Reaktionen hervorgerufen (die OZ berichtete am Mittwoch). Auch Mensa-Geschäftsführer Sven Böttcher äußert sich nun ausführlich zum Thema. „Über 43 Jahre haben wir die Parkplätze allen Nutzern kostenfrei zur Verfügung gestellt, obwohl wir dafür erhebliche Kosten zu tragen haben. Dies waren und sind Straßenausbaubeiträge, Grundsteuer, Straßenreinigung, Grünflächenpflege, Müllbeseitigung, Versicherungen etc.“, schreibt Böttcher unter anderem.  Und weiter: „Seit Dezember vermüllen diese Parkplätze aber zusehends und einige Anwohner nutzen Sie als Dauerparkplätze oder es wird rücksichtslos auf den Grünflächen geparkt.“ Zufahrten würden zugeparkt.

Eine Firma habe angeboten „unsere Rechte durchzusetzen“. Dabei handelt sich um die Euro Collect GmbH. Wie viele dieser Zahlungsaufforderungen das Unternehmen an Falschparker in Wismar verschickt hat, warum keine Knöllchen an den Fahrzeugen angebracht wurden und was die Firma zum Vorwurf des Wuchers sagt – darauf haben die Verantwortlichen des Unternehmens mit Sitz in Würselen auf OZ-Anfrage bislang nicht geantwortet.

Thema stößt bei Facebook auf Unverständnis

„Die in dem Schreiben geforderten Gebühren waren uns nicht bekannt und sind unserer Meinung nach viel zu hoch. Wir haben alle noch nicht bearbeiteten Verstöße bereits am Montag gestoppt“, teilt Mensa-Geschäftsführer Sven Böttcher mit. Es wurden nur Verstöße zwischen dem 25. und 29. Januar angeschrieben. Er sagt aber auch: „Bei allen bereits versandten Schreiben müssen die Empfänger eigenständig dagegen vorgehen und sich direkt an die Firma wenden.“ Und: „Wir wollen mit dem Vorgang kein Geld verdienen, sondern unser Eigentum schützen. So wie es mittlerweile auch auf vielen anderen privaten Parkplätzen gehandhabt wird. Wie aus dem Schreiben zu erkennen ist, bekommen wir einen Anteil von 20 Euro. Der Rest geht an die Firma als Bearbeitungsgebühr. Falls Gebühren an uns gezahlt werden, werden wir diese für die Jugendarbeit spenden. Empfänger gibt es dafür in Wismar genügend.“ Bei Rückfragen von Betroffenen will er zur Verfügung stehen.

Kommentar: Untergang der Mensa würde beschleunigt werden

Vor allem in sozialen Netzwerk Facebook hatte das Thema für viel Unverständnis gesorgt. So kommentiert Nutzer Christian Langer unter anderem: „So beschleunigt man nur weiter den Untergang der Mensa. Der Ruf wird immer weiter geschädigt – und das leider immer wieder durch die eigene Geschäftsführung! Traurig, dass eine früher so beliebte Lokalität seit Jahren immer weiter gegen die Wand gefahren wird.“ Und weiter: „Wie oft war früher die komplette Damenmannschaft der TSG nach einem Spiel zum Feiern in der Mensa? Und nun werden sie zur Kasse gebeten.“

Facebook-Nutzerin Antje Funke kommentiert: „Da parkt sonst kein Mensch, außer die, die früher wirklich zur Mensa bzw. die jetzt in die Mehrzweckhalle gehen. Wo bitte entgehen dem Eigentümer 20 Euro? Echt ein Witz! So macht man sich richtig unbeliebt. Vielleicht sollte man ne Sammelklage einreichen.“

Heiko Hoffmann / Michaela Krohn