Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Wismar Urlauber lieben Wintercamping in Mecklenburg: „Das Beste, was wir machen konnten“
Mecklenburg Wismar

Urlauber lieben Wintercamping in Mecklenburg: „Das Beste, was wir machen konnten“

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:00 16.01.2020
Camping im Winter – für Thomas und Manuela Scheel kein Problem. Die Berliner verbringen zwei Wochen im Wohnmobil auf dem Campingplatz in Zierow. Quelle: Michaela Krohn
Anzeige
Zierow

Manuela und Thomas Scheel machen es sich gemütlich. Mit ihrem Wohnmobil sind sie von Berlin an die Ostsee gereist und haben auf dem Campingplatz in Zierow bei Wismar direkten Blick aufs Meer. Die Klappstühle sind auf-, die Rückenlehne zurückgestellt. Die beiden genießen die Sonne – bei 13 Grad Celsius. Es ist frühlingshaft an diesem Tag im Januar. Doch beide Urlauber gehören zu sogenannten Wintercampern. Und von denen gibt es an der mecklenburgischen Ostsee immer mehr.

Im Winter 2018/19 wurden zwischen November und März laut Tourismusverband MV rund 27 600 Gästeankünfte und 92 100 Gästeübernachtungen auf Campingplätzen in Mecklenburg-Vorpommern registriert. Das entspricht rund zwei Prozent aller Übernachtungen auf Campingplätzen in MV im gesamten Jahr. „Auch wenn der Anteil des Wintercampings in Mecklenburg-Vorpommern bisher gering ist, so zeichnet sich dennoch ein positiver Trend ab“, sagt Verbandssprecherin Katrin Hackbarth.

Viele Dauercamper auf Mecklenburgs Plätzen

Zum Vergleich: Im Winter 2009/10 wurden nur 8800 Gästeankünfte und 41 700 Gästeübernachtungen auf Campingplätzen registriert. „Das Wachstum passiert also absolut auf einem niedrigen Niveau, aber mit relativ hohen Wachstumsraten“, betont Katrin Hackbarth.

„Das Wachstum passiert also absolut auf einem niedrigen Niveau, aber mit relativ hohen Wachstumsraten“, sagt Katrin Hackbarth, Sprecherin des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern. Quelle: TMV

Diese Entwicklung bestätigen auch die Mitarbeiter im Ostseecamping-Ferienpark in Zierow bei Wismar. „Wir haben immer mehr Gäste auch im Winter“, sagt Rezeptionsleiterin Melanie Maskos. Viele würden ihren Wohnwagen oder ihr Wohnmobil dauerhaft auf dem Platz direkt an der Ostsee stehen lassen. „Die kommen dann nur an den Wochenenden her“, erklärt Melanie Maskos. Aber auch von sogenannten Durchgangstouristen, die nur wenige Tage bleiben, profitiere der Platz immer häufiger.

„Für uns bedeutet das hier ein riesiges Stück Freiheit“

Manuela und Thomas Scheel bleiben ganze zwei Wochen auf dem Campingplatz in Zierow. „Wir haben ein ganz neues Wohnmobil. Die erste Reise ging für uns an die Ostsee“, berichtet Manuela Scheel, die auf dem Platz auch ihren 50. Geburtstag feierte. „Für uns bedeutet das hier ein riesiges Stück Freiheit“, sagt die Berlinerin.

Dass es so etwas wie Wintercamping überhaupt gibt, habe sie zuvor gar nicht gewusst. Als die Urlaubsplanung für den Geburtstag anstand, sei sie mit ihrem Mann auf den Campingplatz in Zierow gestoßen. „Das Tolle daran ist, dass es hier auch im Winter viele Angebote gibt“, sagt sie. Und auch ihr Mann Thomas Scheel berichtet: „Das ist das Beste, was wir machen konnten.“

Freuen sich über viele Gäste im Ostseecamping-Ferienpark Zierow: Tourismuskaufmann Stefan Mönke, Rezeptionsleiterin Melanie Maskos und Auszubildende Annika Kuck. Quelle: Michaela Krohn

Laut amtlicher Tourismusstatistik waren im Dezember 2018 noch 54 von insgesamt 217 Campingplätzen geöffnet. Auf diesen 54 Plätzen wurden rund 37 500 Schlafgelegenheiten – das entspricht rund 9400 Stellplätzen – angeboten.

Wohnmobile sind immer besser ausgestattet

„Viele Platzbetreiber berichten uns, dass sie über die Weihnachtsfeiertage und den Jahreswechsel sogar ausgebucht sind“, berichtet Christin Lemke, Geschäftsstellenleiterin des Campingverbandes MV. 26 Plätze, die zum Verband gehören, haben auch über den ganzen Winter geöffnet. Auch viele Plätze, die nicht Mitglied im Campingverband sind, sind in der kalten Jahreszeit geöffnet. Ein Grund dafür sei auch, dass Wohnmobile und Wohnwagen immer besser ausgestattet seien.

Campingland MV

Mecklenburg-Vorpommern ist traditionell auch Campingland. Jede siebte Übernachtung von Touristen im Land erfolgt mittlerweile auf einem Campingplatz.

Besonders sticht der Campingpark in Kühlungsborn heraus. Er gehört zu den Topadressen der Branche, nicht nur in Deutschland, sondern europaweit. Das ergab das aktuelle Ranking des Internetportals Camping.info. Unter den 23 000 Campingplätzen aus 44 europäischen Ländern schafften es fünf Anlagen aus Mecklenburg-Vorpommern unter die Top 100. Von ihnen erreichte der Campingpark Kühlungsborn die beste Position mit Platz zwei in Deutschland und Rang drei in Europa.

Auch das Ferien-Camp in Börgerende erreichte mit Platz 58 einen Rang unter den Top 100. Der Ostseecamping-Ferienpark Zierow kann sich ebenfalls mit anderen europäischen Plätzen messen. Er wurde auf Platz 77 gewählt. Der Ferienpark Seehof bei Schwerin schaffte es immerhin auf Platz 92. Ebenfalls im Winter geöffnet haben unter anderem der Campingpark Rerik und der Campingplatz Baltic-Freizeit in Markgrafenheide. Das Regenbogencamp in Boltenhagen ist ab Ende Februar wieder geöffnet.

Zwei Campingplätze in Mecklenburg wurden 2020 zudem zum wiederholten Male mit dem Prädikat „ADAC Superplatz“ ausgezeichnet: der Campingpark Kühlungsborn sowie der Camping- und Ferienpark Havelberge in der Mecklenburgischen Seenplatte.

Auch Manuela und Thomas Scheel waren vorher nur mit dem Kleinbus unterwegs. „Das war uns irgendwann zu eng, auch mit dem Hund“, sagt sie. Mit dem Wohnmobil sei das Reisen nun viel komfortabler. An die Ostsee wollen die zwei Berliner öfter reisen – auch im Winter.

Mehr lesen:

Von Michaela Krohn

50 Prozent der Camping- und Caravanplätze zwischen Lübecker Bucht und Fischland sind auch im Winter geöffnet. Rund 200 000 Übernachtungen werden hier auch in der kalten Jahreszeit gezählt. Parks locken Gäste mit speziellen Angeboten.

16.01.2020

Christina Gresky kümmert sich mit ihrem Team der Tierärztlichen Klinik in Schwerin um kranke Tiere. In der Wismarer Kinder-Uni erklärt sie den Mädchen und Jungen den richtigen Umgang mit Haustieren.

16.01.2020

Eine SS-Fahne am Lkw und ein Lehrer, der den Holocaust relativiert: Zwei aktuell bekannt gewordene Fälle von Rechtsextremismus werfen einen Schatten auf Nordwestmecklenburg. Das sind Ausnahmen, meint ein Experte. Allerdings gebe es in der Region eine gut vernetzte Gruppe von Handwerkern mit zweifelhaften Ansichten – eine Hinterlassenschaft der NPD.

21.01.2020