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Wismar Volkstanzgruppe freut sich über neuen Trainingsort in Hohen Viecheln
Mecklenburg Wismar Volkstanzgruppe freut sich über neuen Trainingsort in Hohen Viecheln
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21:49 18.11.2019
Freude bei der Jubiläumsfeier im neuen Domizil Quelle: Peter Täufel
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Hohen Viecheln

Bereits am Vorabend der offiziellen Übergabe des neuen kombinierten Feuerwehrgeräte- und Gemeindehauses durften die 20 Mitglieder der Volkstanzgruppe Hohen Viecheln mit ihren Gästen den großen Veranstaltungsraum dort nutzen. Sie hatten dazu eingeladen, gemeinsam das 60-jährige Bestehen des Vereins feierlich zu begehen. Hier werden sie sich auch in Zukunft jeden Mittwoch treffen, um in der Zeit zwischen 19.30 und 21.30 Uhr gemeinsam Volkstänze einzustudieren und zu üben.

Drei Gruppenleiterinnen in 60 Jahren

Das kombinierte Feuerwehr- und Gemeindehaus bietet 686 Quadratmeter Nutzfläche. Quelle: Peter Täufel

„Das ist ein toller Raum hier. Nun müssen wir nicht mehr um einen Pfeiler, der mitten im Raum steht, herum tanzen, wie im alten Gemeindehaus“, sind alle voll des Lobes. Zum Repertoire gehören in erster Linie Volkstänze aus Mecklenburg, aber auch aus Schleswig-Holstein, der Lüneburger Heide und sogar Bayern. „Seit einigen Jahren haben wir auch Linedance ins Programm aufgenommen, um vor allem die Jüngeren anzusprechen und für uns zu begeistern“, erzählt Leiterin Gisela Leide. Sie führt seit 2001 die Gruppe und ist in den 60 Jahren erst die dritte in dieser Funktion.

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„Bereits vor der Machtergreifung Hitlers und dem Zweiten Weltkrieg hat es in Hohen Viecheln eine Volkstanzgruppe gegeben“, berichtet Gudrun Wolter, Mitglied im Vereinsvorstand. So seien etwa 1932 bis zu 10 000 Besucher zu deren Veranstaltungen in das Dorf am Nordufer des Schweriner Sees gekommen.

Teilnahme am Folklorefestival in Prag

„1959 wurde der Verein dann von Leni Treuer und Lotti Skaun neu gegründet“, erzählt Gudrun Wolter weiter über die Historie. Seitdem sei man auf zahlreichen Festen und Veranstaltungen gewesen: Arbeiterfestspiele, Bauernkonferenzen oder Pressefeste gehörten in der Vergangenheit zum Standard. „Ein besonderer Höhepunkt war die Teilnahme am Internationalen Folklorefestival 2012 in Prag“, erinnert sich Gudrun Wolter. Gruppen aus 36 Ländern, von Bolivien bis Schweden, seien damals dabei gewesen. Möglich sei das für die Hohen Viecheler Volkstanzgruppe nur gewesen, weil sie von der Gemeinde große Unterstützung erhielten. „So bekamen wir einen Bus, mit dem wir dorthin kamen.“ Für Bürgermeister Lothar Glöde ist das eine Selbstverständlichkeit gewesen. „Wir sind stolz auf unsere Volkstanzgruppe. Sie ist im Ort verwurzelt und vertritt ihn nach außen. Deshalb ist er wichtig und wird von uns so gut es geht unterstützt“, sagt das Gemeindeoberhaupt.

Nur ein Mann ist dabei

Bei aller Euphorie und der Verankerung im Dorfleben plagen auch die Volkstanzgruppe arge Nachwuchssorgen. Die Jüngsten sind Mitte bis Ende 40, die meisten jedoch deutlich älter. Und unter den 20 Mitgliedern gibt es nur einen Mann, Torsten Zibulinski, und das ist der Techniker. „Bedeutet für uns, dass sich einige Frauen in Männertrachten kleiden und den Part übernehmen müssen“, sagt Gisela Leide. Dass das anders werden muss und in Zukunft verstärkt auf die jüngeren Einwohner zugegangen werden soll, um sie für Volkstanz oder Linedance zu begeistern, war Grundtenor auf der Jubiläumsfeier. Mit dem neuen Trainingsdomizil haben sie jetzt beste Voraussetzungen dazu.

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Von Peter Täufel