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Wismar Volle Bäume in Wismars Gärten
Mecklenburg Wismar Volle Bäume in Wismars Gärten
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00:00 17.09.2018
Die Trockenheit hat in vielen Gärten Spuren hinterlassen.
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Wismar

Der Rasen auf dem Weg durch die Kleingartenanlage „Am Karpfenteich Wismar“ ist nass vom Nieselregen. Viel los ist bei diesem Wetter nicht, die meisten Gartentore sind verschlossen, die Türen der Lauben abgeriegelt. Gemeinsam mit Stefanie Otremba, der Vereinsvorsitzenden, spaziere ich durch die grüne Idylle auf der Suche nach Relikten des ungewöhnlich heißen Sommers. „In diesem Jahr ist das Gemüse kaum gewachsen. Viele Pflanzen sind vertrocknet. Durch die lang anhaltenden heißen Temperaturen sind die Obstbäume allerdings so voll mit Früchten, wie ich das noch nie hier erlebt habe“, sagt die 39-Jährige.

OZ-Praktikantin schaut sich in der Kleingartenanlage „Am Karpfenteich“ um

Seit 2016 ist sie Vereinsvorsitzende. Dabei ist sie nur durch Zufall zu dem Kleingartenverein gekommen. „Ich habe als Kind viel Zeit im Kleingarten meiner Eltern verbracht. Als ich erwachsen war, wollte ich auch einen Garten haben. Als ich meinen Mann Andreas vor sechs Jahren kennengelernt habe, hatte er bereits hier in der Anlage einen Garten. So bin ich in Verbindung mit dem Verein gekommen“, erzählt Stefanie Otremba.

Nach einigen Minuten kommen wir an der Vereinslaube an. Eines springt sofort ins Auge – die voll hängenden Apfelbäume im Garten. Die Äste sind so schwer, dass sie durch Stöcker notdürftig abgestützt werden. „Das ist doch Wahnsinn, wie viele Äpfel an den Bäumen hängen, manchmal sogar so dicht, dass die Früchte zu faulen anfangen.“

Wir gehen nach hinten auf die Terrasse, die einen tollen Ausblick auf den Karpfenteich bietet. Eigentlich eine perfekte Wasserquelle zum Gießen. „Die Pächter des Teiches sehen es nicht gerne, wenn wir hier Wasser entnehmen. Er könnte ja leer werden“, scherzt die 39-Jährige. „Die Regentonnen waren ja leider ungefüllt diesen Sommer, also mussten alle Leitungswasser verwenden. In drei Wochen stehen die Ergebnisse des Wasserablesens fest. Der Verbrauch wird wesentlich höher sein als im letzten Jahr“, vermutet die Vorsitzende.

Die Hitze hatte allerdings nicht nur Auswirkungen auf den Wasserverbrauch, sondern auch auf die Gesundheit vieler Gärtner. „Die meisten unserer Vereinsmitglieder sind Rentner. Es ist vorgekommen, dass einige bei der Hitze tagelang nicht in ihre Parzellen gegangen sind, aus Angst vor Kreislaufproblemen“, erzählt Otremba.

Rund um die Vereinslaube blühen Blumen in voller Pracht. „Das haben wir einigen fleißigen Damen zu verdanken, die sich sorgsam um die Blumen gekümmert haben“, lobt die 39-Jährige.

Wir machen uns auf die Suche nach fleißigen Gärtnern, die den heißen Graden der letzten Monate getrotzt haben. Bei diesem Schietwetter fehlt aber leider jede Spur von ihnen. Nach einigen Minuten entdeckt die Vereinsvorsitzende ein offenes Tor und wir treffen tatsächlich auf einen arbeitsamen Herrn. „Letztes Jahr ist durch den Regen alles vergammelt, dieses Jahr musste ich jeden Tag gießen. Ich habe viele Gurken, leider wenig Tomaten. Das Obst ist aber gut gewachsen. Zum ersten Mal seit sieben Jahren sind die Äste meiner Birne abgebrochen“, erzählt der Gärtner.

Wir treffen auf Jürgen Loke, der gerade in seiner Laube rumwurschtelt. „Ich war jeden Tag hier, um zu gießen. Die Pflanzen in meinem Gewächshaus brauchten morgens und abends Wasser. Letztes Jahr sind meine Kartoffeln durch die hohe Feuchtigkeit des Regens verfault, dieses Jahr kam ich kaum mit dem Gießen hinterher.“ Auf die Frage, was diesen Sommer besonders gut gewachsen ist, weiß Loke sofort eine Antwort: „Obst! Birnen, Äpfel, Pflaumen und Kirschen.“ Auch seine Bäume hängen voll.

Auf dem Rückweg begrüßt uns eine nette Frau. „Dieses Jahr hat nichts geblüht und mein Obst ist durch die Trockenheit sehr schnell abgefallen oder die Bäume waren voller Wespen. Die meisten Früchte sind dadurch leider vergammelt“, klagt die Gärtnerin. „Auch der Rasen ist braun geworden, weil ich den nicht gegossen habe. Aber mittlerweile blühen alle Blumen und der Rasen wird wieder grün“, sagt sie und fügt hinzu: „Dieses Jahr gab es keine Schnecken! Das war im letzten Jahr schrecklich. Da war alles voll und sie haben meine Ernte gefressen.“

Obwohl wegen der Hitze und Trockenheit viel gemeckert worden sei, „fand ich diesen Sommer schön“, sagt Stefanie Otremba. „Die letzten Jahre hat es viel geregnet und es war kühl. Ich bin froh, dass es endlich für mehrere Wochen warm war. Halt ein richtiger Sommer.“ Und vielleicht ist dieser noch nicht vorbei, denn für diese Woche werden wieder sommerliche Temperaturen angekündigt.

Charleen Jacobs

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