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Wismar Vollsperrung der Poeler Straße beschäftigt Wismarer
Mecklenburg Wismar Vollsperrung der Poeler Straße beschäftigt Wismarer
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05:43 16.01.2019
Der Kagenmarkt wird weiter aufgewertet, die Wohnblöcke in der Professor-Frege-Straße wurden "abgestockt", die Fahrbahn wird in diesem Abschnitt bis Ende Juni erneuert. Quelle: Haike Werfel
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Wismar

Die Baumaßnahmen der Deutschen Bahn in der Poeler Straße, der Wohnungsunternehmen am Kagenmarkt und der Stadt, die hier Straßen erneuert, sowie der Busverkehr waren einige Themen, die den Bewohnern auf den Nägeln brennen. Sie nutzten das Stadtteilgespräch mit dem Bürgermeister am Montagabend, um sie zur Sprache zu bringen.

Die Poeler Straße wird wegen des Baus der Eisenbahnunterführung voll gesperrt werden. Vermutlich für zwölf Monate in den Jahren 2020/2021. „Der Zeitraum ist nicht verlängert worden, er hat sich nur nach hinten verschoben“, informierte der Bürgermeister. Gesperrt wird nur für den Fahrzeugverkehr, für Fußgänger und Radfahrer bleibt die Poeler Straße passierbar. „Vielleicht steigt der eine oder andere Autofahrer aufs Fahrrad um“, regte Thomas Beyer an. Die Frage nach der geplanten Verkehrsführung konnte er noch nicht beantworten. „Die Bahn muss uns ein Verkehrskonzept vorlegen“, sagte er. „Fakt ist: Für die Poeler Straße gibt es keine Umleitung, zum Beispiel durch den Hafen. Das geht nicht. Aber die Maßnahme ist befristet. Wir werden sie überstehen“, machte der Bürgermeister Mut.

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Wegen der zurzeit laufenden Sicherungs- und Abbrucharbeiten an den Häusern hinter dem Bahnübergang stadtauswärts müssen Fußgänger die Poeler Straße im Bereich bis zur Rabenstraße zweimal überqueren. Auf diese schwierige Situation vor allem für Mütter mit Kinderwagen, Schulkinder und ältere Anwohner wies eine Rentnerin hin. Sie bat darum, Verkehrsschilder „Vorsicht Fußgänger“ aufzustellen.

Auch die Straßenbaumaßnahmen am Kagenmarkt beschäftigen die Anwohner. „Seit Mai leben wir im Dreck, haben Sandpyramiden vor der Wohnung“, schilderte eine Anwohnerin aus der Professor-Frege-Straße. „Zwei Arbeiter sehen wir auf der Baustelle. Jetzt, wo das Wetter offen wird, wird gar nicht gebaut.“ Der Bürgermeister vermutete, dass die Firma Weihnachtsferien hatte. Laut Bauamtsleiterin Nadine Domschat-Jahnke sollen die Arbeiten Ende Juni beendet sein. „Das ist der Plan. Wir hoffen, dass kein Winter kommt.“

Die Wohnungsunternehmen setzen den Rückbau an den Wohnblöcken fort und rüsten sie mit Aufzügen nach. „Wir werden den ersten Bauabschnitt im Frühjahr abschließen und den zweiten teilweise im August“, berichtete Bodo Schweckner von der Wohnungsbaugesellschaft. „Im nächsten Jahr ist der letzte Block in der Fregestraße 62 bis 68 dran. Danach richten wir die Wege her.“ Ein Neubau mit zwölf Wohnungen und der Sparkasse im Erdgeschoss entsteht zwischen Kita und Schule und soll Ende Juni fertiggestellt sein. Für die Wohnungsgenossenschaft Union erklärte Vorstandschef Gunnar Schröder, dass die Blöcke in der Fregestraße 2 bis 6 und in der Gdansker Straße 4 bis 6 in diesem Jahr Fahrstühle erhalten. Die Arbeiten werden 2020 abgeschlossen. „Dazu gibt es in den nächsten zwei Wochen Informationsveranstaltungen für die Mieter“, kündigte er an.

Kritik gab es erneut am Busverkehr. „Man braucht eine Stunde bis zum Krankenhaus“, beklagte ein älterer Herr. Laut Bürgermeister habe die Stadt Verbesserungen im Stadtverkehr bei der Linienführung, den Takt- und in den Abendzeiten von Nahbus verlangt. Der kreiseigene Verkehrsbetrieb habe eine sogenannte Potenzialanalyse erstellt. „Wir hoffen, dass nun einiges verbessert wird“, so Beyer. Sein Stellvertreter Michael Berkhahn bat die Bürger, nicht nur die Stadtlinien, sondern auch die Überlandlinien zu nutzen. Dadurch würden die Busse immerhin im Halbstundentakt fahren.

Klaus Tolkmitt mahnte mehr Ordnung und Sauberkeit am Kagenmarkt an. Ihn ärgert, dass Mitbewohner ihre Autos irgendwo parken und nicht auf den dafür vorgesehenen Flächen. „Das hören wir in allen Stadtteilen, dass sich einige Einwohner nicht an die Regeln halten“, berichtete der Bürgermeister an. Er wolle die Verwaltung personell aufstocken, einen Ordnungsdienst schaffen, der mehr kontrollieren kann. „Aber das heißt auch, mehr abzustrafen.“

Haike Werfel

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