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Wismar Von symbolischen Zahlen und den vier Himmelsrichtungen
Mecklenburg Wismar Von symbolischen Zahlen und den vier Himmelsrichtungen
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00:00 23.02.2013
Die kleinen Zuh�rer der gestrigen Kinder-Uni-Vorlesung brachten sich interessiert ein. Fotos (5): Ulrike Oehlers
Wismar

Nicht nur die Cheopspyramide in Ägypten kannten sie. Ein ganz pfiffiger Junge wusste sogar den Namen der noch recht gut erhaltenen Ruinenstadt in Peru. „Machu Picchu“, kam ihm locker über die Lippen. Im Gegenzug präsentierte der Hochschullehrer ebenfalls Verblüffendes rund um Zahlen und deren Symbolik. Eigentlich sei er Ingenieur für Energietechnik, verriet der 72-Jährige. Doch für seine Vorlesung hatte er sich sein Hobby als Thema gesucht: Backsteinkirchen im Ostseeraum und deren Gemeinsamkeiten mit anderen Großbauten des Weltkulturerbes. Und hier kamen Cheops und Co. ins Spiel.

Die riesige Pyramide in Ägypten sei das größte Einzelbauwerk der Welt, erklärte Müller. Und sie sei nach den Himmelsrichtungen ausgerichtet. Ebenso wie die Wismarer Nikolaikirche. Er legte Grundrisse beider Bauwerke auf ein Nord-Ost-Süd-West-Kreuz und stellte fest, dass sich nicht nur diese beiden Bauwerke genau in dieses Kreuz einfügten, sondern „alle christlichen Kirchen in Langform“. Der Kirchturm einer länglichen Kirche liege immer im Westen, der Altar immer im Osten. „Wenn ihr am Wonnemar steht und in Richtung Zentrum guckt, seht ihr die Georgenkirche und dahinter die Marienkirche.

Das sieht dann aus wie eine einzige Kirche“, gab Müller ihnen für künftige Erkundungstouren auf den Weg. Für einen Knirps war das aber längst ein alter Hut. „Wenn man aus Kritzow guckt, sieht es auch aus wie eine einzige Kirche“, erklärte er.

Die Ausrichtung nach den Himmelsrichtungen sei aber nur eine Gemeinsamkeit der Wismarer Kirchen mit den Großbauten, so Müller. Zahlen spielten ebenfalls eine wichtige Rolle. Der Hochschuldozent zeigte ein Foto der Prager Karlsbrücke und erzählte: „Kaiser Karl V. hatte festgelegt, dass die Grundsteinlegung für diese Brücke im Jahr 1357 am 9. Juli um 5.31 Uhr erfolgen sollte.“ Dahinter stehe ein Zahlenspiel, beginnend bei den vier Ziffern der Jahreszahl, also 1-3-5-7, gefolgt von der 9 und der 7 — der Juli ist der siebte Monat des Jahres — und endend bei den drei Zahlen 5-3-1. Dies ergebe insgesamt die Zahlenreihe 1-3-5-7-9-7-5-3-1, die von vorne ebenso wie von hinten zu lesen sei. „So etwas nennt man ein Palindrom“, sagte Müller. Was sich die damaligen Baumeister dabei gedacht hatten? „Sie wollten die Harmonie, die in diesen Zahlen steckt, auf das Bauwerk übertragen.“ Eine Vielzahl ähnlicher Zahlenbeispiele, auch für Wismarer Kirchen, ließen den Kindern die Köpfe rauchen.

Und sie staunen.

Ulrike Oehlers

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