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Wismar Wismar: Größerer Kai für die Werft
Mecklenburg Wismar Wismar: Größerer Kai für die Werft
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19:54 12.11.2018
Für die neuen Pfähle wird ein Stahlrohr wird in die Erde gerammt, dann mit Beton aufgefüllt und wieder herausgezogen. Quelle: Kerstin Schröder
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Wismar/Rostock/Stralsund

Es wird lauter in der Nähe der Wismarer Werft: Seit gestern läuft die Sanierung der 470 Meter langen Kaianlage und dazu gehört auch das Einbringen neuer Pfähle. Dafür liegen bereits mehrere große Stahlplatten auf dem Boden. Sie zeigen an, wo dafür überall in den nächsten vier Monaten das Rohr in die Erde gerammt wird. Grund der Arbeiten ist der Bau von XXL-Kreuzfahrtschiffen der sogenannten Global Class. Für ihre Dimensionen reicht die in den 1960er Jahren gebaute Kaianlage nicht mehr aus: „Die Poller brauchen eine deutlich höhere Zuglast, damit die Schiffe auch bei starkem Wind sicher liegen“, erklärt Dockmeister Thomas Schmitz. Mit ihren Maßen (342 Meter lang, 46 Meter breit und 74 Meter hoch) würden die Schiffe dem Wind eine große Angriffsfläche bieten. „Die alten Poller würden das nicht aushalten und herausreißen“, ergänzt Schmitz.

Ein zweistelliger Millionenbetrag wird investiert.

In Vorbereitung der Arbeiten sind in den vergangenen Wochen Proberammungen und Schallschutzmessungen vor dem Ausrüstungskai vorgenommen worden. Um einen Pfahl einzubringen dauert es etwa 20 Minuten. „Geplant ist, dass wir vier Pähle am Tag rammen“, erklärt Projektleiterin Anja Albrecht von der Firma F+Z Baugesellschaft. Passieren würde das täglich zwischen 7 und 18 Uhr. Zunächst wird ein Stahlrohr in die Erde gerammt, das dann mit Beton gefüllt und wieder herausgezogen. „Das erste Aushärten dauert vier bis fünf Stunden, das richtige 28 Tage lang“, berichtet Anja Albrecht. Es ist ihr erstes Werftprojekt und eine Herausforderung. „Weil wir nicht genau wissen, wie der Zustand des alten Bestandes ist.“

In den 1990er Jahren ist die Wismarer Kaianlage saniert worden. Jetzt erfolgt eine weitere Erneuerung. Sie dauert bis April 2020 und kostet MV Werften einen zweistelligen Millionenbetrag. Insgesamt sind es mehr als 100 Millionen Euro, die allein am Standort Wismar vom Gesellschafter, der asiatischen Genting-Gruppe, investiert werden. Mehr als 90 Millionen fließen nach Rostock, wo allein für 80 Millionen eine neue 400-Meter-lange Schweißhalle gebaut wird – inklusive einer neuer Paneellinie. Deren Inbetriebnahme soll in Kürze – noch im November/Dezember – erfolgen. Außerdem werden in Rostock Schiffssektionen für die Global Class zusammengebaut. „Es ist schon ordentlich was zu sehen, erste Teile sind bereits von Wismar aus dorthin gebracht worden“, berichtet Stefan Sprunk, Kommunikationschef bei MV Werften. Auch in Stralsund laufe alles nach Plan: Die erste Expeditionsyacht „Crystal Endeavor“ ist im Bau. Die Kabinenbauer aus Wismar haben für das Luxusschiff vom Sund bereits 14 Nasszellen geliefert. Die nächsten 30 sollen in den kommenden zwei Wochen folgen.

In der Wismarer Kai-Investition ist ein 123 Meter hoher Kran mit einer Tragkraft von 75 Tonnen enthalten. Er ist höher als die Schiffshalle, wird ab Mai nächsten Jahres installiert und soll sich künftig auf Schienen am Kai entlang bewegen.

Das Uferbauwerk ist künftig 450 Meter lang und in 16 Blöcken aufgeteilt. Es entsteht mit Hunderten Pfählen in verschiedener Bauweise: Die neue Spundwand besteht aus 136 Tragrohren sowie 136 Füllbohlen. Die Überbauplatte samt Kranschienen wird auf 160 Ortbetonpfählen gegründet. Die Rückverankerung erfolgt mittels 100 Stahlpfählen. Für den späteren Überbau der Platte werden rund 11 000 Quadratmeter Beton benötigt.

Nicht nur die Ramme an Land kommt zum Einsatz, auch eine schwimmende Hubinsel, die sich mit hydraulisch betriebenen Beinen aus dem Wasser heben kann. Auf ihr werden einige Pfähle in einen 45 Grad-Winkel an ein Seilbagger gehängt und so schräg dann in die Baugrund eingebracht. Nach dem Abschluss der Kaisanierung im ersten Halbjahr 20020 soll die Ausrüstung der ersten Schiffneubauten bei MV Werften erfolgen.

„Bei Beachtung aller geforderten Schallschutzmaßnahmen ist dennoch davon auszugehen, dass es für direkte Anwohner zu Lärmbelästigungen kommen wird. Dafür bittet wir unsere Nachbarn um ihr Verständnis“, betont Kommunikationschef Stefan Sprunk.

Kerstin Schröder

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