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Wismar Welterbe vor Wahlwerbung: Parteien dürfen in Wismar nur außerhalb der Altstadt werben
Mecklenburg Wismar Welterbe vor Wahlwerbung: Parteien dürfen in Wismar nur außerhalb der Altstadt werben
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06:00 25.04.2019
Plakate und Werbeaufsteller zu den Wahlen sind in Wismar nur außerhalb der Altstadt erlaubt. Quelle: Michaela Krohn
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Wismar

In Wismar sprießen derzeit nicht nur die Knospen an Bäumen, Büschen und in Beeten. Wahlplakate an Laternenpfählen und riesige Aufsteller – vor allem an den wichtigen Straßenkreuzungen in Wismar – „schmücken“ die Stadt. Plötzlich sind sie überall zu sehen – fast überall. Wahlwerbung in der historischen Altstadt und am Alten Hafen ist nämlich vom Rathaus verboten worden.

So werben Parteien in Wismar für die Wahlen

In der sogenannten Sondernutzungssatzung der Hansestadt Wismar ist genau festgelegt, wo Wahlwerbung im Stadtgebiet erlaubt – oder besser gesagt, wo sie nicht erlaubt ist. Demnach ist das Aufstellen und Plakatieren von Wahlwerbung in der denkmalgeschützten Altstadt unzulässig – „zur Wahrung städtebaulicher und denkmalrechtlicher Belange“, wie es in der Verordnung heißt. So müssen sich die Parteien und ihre Kandidaten mit den restlichen Stadtteilen begnügen.

Große Parteien werben mit übergroßen Aufstellern

Gleich drei Wahlzettel warten in der Wahlkabine am 26. Mai auf die Wismarer. Sie dürfen ihre Kreuze für die Wahl des Europäischen Parlaments, die Wismarer Bürgerschaft und den Kreistag des Landkreises Nordwestmecklenburg machen. Für Parteien, Wählergemeinschaften und Einzelbewerber heißt es da im Vorfeld vor allem, so viel Aufmerksamkeit wie möglich zu erlangen.

Auffallend ist, dass vor allem die großen Parteien wie CDU, SPD, Linke und Grüne auf die übergroßen Aufsteller setzen. An der Kreuzung Dr.-Leber-Straße von der Hochbrücke kommend stehen sie so zu viert in politischer Eintracht nebeneinander. Während die SPD für den Wahlkampf zum Europäischen Parlament schlicht „Nicht schnacken, sondern anpacken“ will, betont die CDU mit ihrem Kandidaten Werner Kuhn „Ohne Europa ist kein Staat zu machen“.

Ob Zufall oder nicht: Links der Aufsteller von Christ- und Sozialdemokraten positionieren sich an dieser Kreuzung Linke und Grüne. „Europa ist ein Friedensprojekt, kein Steuersparmodell“ heißt es dort bei den Grünen. Die Linke wirbt mit dem Slogan „Konzerne besteuern – Armut bekämpfen“.

26. Mai: Wahl in Wismar

Am 26. Mai können die Wismarer gleich drei Wahlzettel ausfüllen: für das Europäische Parlament, die Bürgerschaft und den Kreistag.

290 Wahlhelfer sollen für einen reibungslosen Ablauf in den Wahllokalen sorgen. Alle ehrenamtlichen Helferstellen für den Wahltag sind bereits besetzt. Die Wahlbüros haben dann von 8 bis 18 Uhr geöffnet.

Persönliche Slogans auf kleinen Plakaten

Persönlicher wird es allerdings erst auf den kleinen Plakaten, die inzwischen Wismars Straßen säumen und an Laternenpfählen angebracht sind. Und genau dort wird es für die Wismarer Bürgerschaft interessant.

Bislang schauen auffällig viele Kandidaten der Wismarer CDU von den Pfählen auf Fußgänger und Autofahrer hinab – auffällig viele, wenn nicht ausschließlich, christdemokratische Männer. Sie wollen „solide Stadtpolitik“, „Infrastruktur erhalten“ und sich „sozial engagieren“.

Zusammen an der Laterne: Kunst und Politik

Immerhin tun sie dies in guter Gesellschaft. So muss sich Kandidat Hans-Martin Helbig, der im vergangenen Jahr von der FDP zur CDU wechselte, zum Beispiel eine Laterne mit Marcel Duchamp teilen. Der längst verstorbene französisch-amerikanische Künstler tritt zwar nicht für die Wismarer Bürgerschaft an, ist aber Thema einer Ausstellung im Staatlichen Museum Schwerin und blickt am Laternenpfahl auf Helbig hinunter. Übrigens: Auch hinter den Plakaten, auf denen einfach nur „Wir gestalten Wismar“ steht, verbirgt sich die Union.

Rund um die Hochschule sind hingegen vermehrt Plakate der Piratenpartei, die vor allem das Internet retten wollen und so auf englisch „save the internet“ von den Pfählen rufen. Und auch Wismars grüne Kandidaten schauen dort freundlich von den Plakaten – und zwar gleich im Doppelpack. So werben Britta Fust und René Fuhrwerk für die Wahl zur Bürgerschaft mit „Weil wir hier leben“.

Wahlwerbung muss zwei Wochen nach Wahl weg

Direkt unter einem Plakat der Grünen, auf dem sie fordern „Brücken bauen – Bürger beteiligen“ hängt in der Lübschen Straße eines der AfD. Die schreibt dort: „Grün ärgern. Blau wählen.“

Zwei Wochen nach der Wahl – also bis zum 9. Juni – muss die Stadt im Übrigen wieder von der Wahlwerbung befreit sein. Dann muss alles abgehängt sein. Sonst drohen Bußgelder.

Mehr zum Thema:

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Michaela Krohn

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