Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Wismar Werft-Mitarbeiter beziehen das Wohnschiff in Wismar
Mecklenburg Wismar Werft-Mitarbeiter beziehen das Wohnschiff in Wismar
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:50 29.10.2019
Das Wohnschiff "Superstar Libra" liegt im Wismarer Westhafen. Noch in dieser Woche wird es an den Landstrom angeschlossen, die ersten Beschäftigten beziehen in der nächsten Woche ihre Kabinen. Quelle: Heiko Hoffmann
Anzeige
Wismar

Viele Augen sind in Wismar auf den 23. November gerichtet. Dann erreicht das 216 Meter lange Mittschiff des 342 Meter langen Kreuzfahrtschiffes der „Global Class“ die Hansestadt. Zum Vergleich: Die beiden 2002 und 2003 in Wismar gebauten AIDA-Schiffe „Vita“ und „Aura“ sind 203 Meter lang.

Maximal Windstärke 4

Erreichen wird das Mittschiff die Werft in Wismar aber nur, „wenn die Windstärke maximal vier beträgt“, so MV-Werften-Geschäftsführer Peter Fetten am Montagabend beim Stadtteilgespräch im Rathaus. Ansonsten werde der Termin verschoben. Planmäßig verlässt der Mittelblock des XXL-Kreuzliners am 22. November Warnemünde. Schlepper ziehen ihn nach Wismar. Das wird mehr als 20 Stunden dauern. Bei der 27 Kilometer langen Revierfahrt in der Wismarbucht wird eine Geschwindigkeit von maximal fünf Knoten erreicht. Fetten: „Die Vorarbeiten sind alle gemacht, Sensoren und GPS sind installiert und erprobt.“

Von den zehn Großsektionen für das Achterschiff sind sechs in Wismar installiert, die vier weiteren folgen bis zu dem großen Termin. Nach dem Eindocken werden Mittschiff und Achterschiff innerhalb von zwei Tagen verbunden. 14 Monate später soll das Schiff fertig sein.

Deutlich mehr Mitarbeiter

Mit der Überführung des Mittschiffs kommt zusätzliche „Musik“ auf die Werft und in das Wismarer Stadtleben. 2970 Beschäftigte sind an den drei Werftstandorten in Wismar, Warnemünde und Stralsund tätig. In Wismar sind es aktuell 1390. Diese Zahl wird auf 2500 steigen – einschließlich Mitarbeitern von Fremdfirmen –, wenn das Mittschiff in Wismar ist, und sich bis Mitte 2020 auf 3500 weiter erhöhen, so Fetten.

Landstrom für Libra

1500 Beschäftigte werden auf dem Übernachtungsschiff „Superstar Libra“ untergebracht. Nach Angaben des Werft-Geschäftsführers werde das Schiff noch in dieser Woche an den Landstrom angeschlossen, „so dass dann nicht mehr gedieselt wird“. Bereits in der nächsten Woche beziehen die ersten Mitarbeiter Quartier auf der Libra. Betrieben wird das Schiff im Auftrag der Werft von Columbia Shipmanagement, eines der weltweit führenden Unternehmen im technischen Schiffsmanagement. Der Hauptsitz ist auf Zypern, eine Niederlassung gibt es unter anderem in Hamburg.

Gespräche führe die Werft zudem mit der städtischen Wohnungsbaugesellschaft und mit Genossenschaften für weiteren Wohnraum.

Auch das Thema Verkehr spielte beim Stadtteilgespräch eine Rolle. Werft und Stadt haben vereinbart, dass 300 Stellplätze vom Parkplatz am Festplatz beim Bürgerpark in Anspruch genommen werden können. Ein Shuttle-Service soll eingerichtet werden. Im Gespräch ist ferner eine Bushaltestelle in der Nähe des Werfttores.

Die Bauarbeiten in der Mecklenburger Straße sollen nach Verzögerungen bis Jahresende abgeschlossen werden.  Quelle: Heiko Hoffmann

Zu den Straßenbauvorhaben in der Stadt sagte Bauamtsleiterin Nadine Domschat-Jahnke, dass die Vorhaben Mecklenburger Straße und St.-Marien-Kirchhof bis Jahresende fertiggestellt sein sollen.

Neue Deckschicht in Schweriner Straße

In der Schweriner Straße soll nach Ostern 2020 die Deckschicht im Abschnitt vom Gewerbegebiet Rothentor bis zur Einfahrt Bürgermeister-Haupt-Straße komplett saniert werden. Die Maßnahme des Straßenbauamtes Schwerin werde drei Wochen dauern.

In der Altstadt erfolge der komplette Um- und Ausbau der Claus-Jesup-Straße bis 2022. In der Poeler Straße beginnen im Mai 2020 im Auftrag der Deutschen Bahn die Arbeiten für die Bahnüberführung. Damit ist eine Vollsperrung bis etwa Oktober 2021 verbunden. Noch im November beginnt die Stadt mit ersten Arbeiten für die neue Brücke über den Wallensteingraben in der Poeler Straße.

Nach Abschluss der Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes ist, so Nadine Domschat-Jahnke, eine Promenade hinter dem Lindengarten in Richtung Rostocker Straße geplant. Auch der Spielplatz am Lindengarten soll erneuert werden.

Abriss in Böttcherstraße

Im Auftrag der Wobau beginnt am 4. November in der Turmstraße die Kampfmittelberäumung für die Gründung des neuen Wohnhauses. Die eigentlichen Bauarbeiten starten im Frühjahr 2019. Für das Wohnhaus in der Böttcherstraße ist der Antrag auf Abriss gestellt. Dieser soll 2020 erfolgen. Der Neubau für sechs oder acht Wohnungen soll 2021 beginnen.

Dargetzow: Grundstück gekauft und bezahlt

Im Gewerbegebiet Dargetzow sind ein Lebensmitteldiscounter, ein Möbelmarkt und zwei Fachmärkte geplant. Das Grundstück ist verkauft, der Preis bezahlt, so Bürgermeister Thomas Beyer (SPD): „Das sind beste Voraussetzungen, dass es losgehen kann.“ Doch viele Dargezower sind nach den Erfahrungen seit der Wende skeptisch und glauben erst daran, wenn der erste Bagger anrollt. Ein Anwohner bezeichnete Dargetzow als Stiefkind und führte als drei Beispiele von mehreren den beschämenden Sportplatz, das Sportlerheim ohne Warmwasser und die unzureichende Busverbindung an. Der Sportplatz soll laut Bürgermeister ein Kunstrasenplatz werden. Er verwies auf das Sportentwicklungskonzept. Einen Termin dafür gibt es aber nicht.

Mehr lesen:

Werften-Chef: „Kreuzfahrtschiffe als Dreckschleudern zu bezeichnen ist nicht fair“

78 Gärten werden für neue Werftstraße plattgemacht

So verändert die Werft Wismar

Kreuzliner wird Wohnschiff

Über den Autor

Von Heiko Hoffmann

Der Starkregen hätte am Montagmittag so plötzlich eingesetzt, dass der 63-Jährige nicht mehr rechtzeitig die Geschwindigkeit hat anpassen können. Er überschlug sich auf der Autobahn 14 bei Liessow (Landkreis Nordwestmecklenburg) und wurde leicht verletzt.

29.10.2019

In einem Kreuzungsbereich der B 106 bei Bad Kleinen (Landkreis Nordwestmecklenburg) sind zwei Autos ineinander gefahren. Die Insassen mussten in ein Krankenhaus gebracht werden. Es entstand ein Sachschaden von 20 000 Euro.

29.10.2019

Am Montagmorgen wurden mehr als 3000 Fahrzeuge im Baustellenbereich der Autobahn 20 bei Wismar kontrolliert. Der Fahrer mit der höchsten Geschwindigkeit war fast 50 km/h schneller unterwegs, als erlaubt war.

29.10.2019