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Wismar Wieder Leben im Gutshaus in Kalsow
Mecklenburg Wismar Wieder Leben im Gutshaus in Kalsow
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18:20 01.07.2019
Marie-Luise Stapelmoor, Gundula Gerlach und Viola Schneider als Delegation der Bewohner überreichen Dietmar Hocke ein Schild mit der Aufschrift "Paradies" sowie Blumen für sein Büro. Quelle: Haike Werfel
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Kalsow

Dreieinhalb Jahre ist es her, dass Dietmar Hocke im Dezember 2015 das heruntergekommene Gutshaus in Kalsow kaufte. Eigentlich wollte der 51-Jährige im vergangenen Mai seinen runden Geburtstag im großen Saal des Gebäudes feiern. Doch die Sanierung der einsturzgefährdeten Brandruine, in der sich auch Hausschwamm breit gemacht hatte, dauerte länger als geplant. Jetzt lud der Unternehmer alle am Bau Beteiligten und Förderer ein, das neue Schmuckstück in seinem Heimatdorf in Augenschein zu nehmen.

Das Gutshaus Kalsow erstrahlt in neuem Glanz

Insgesamt zwölf barrierefreie Wohnungen sind im Obergeschoss des historischen Hauses sowie in einem modernen Anbau entstanden. „Innerhalb von zwei Monaten nach der Fertigstellung waren sie vermietet“, erzählt der Hausherr nicht ohne Stolz. „Es ist unser Paradies“, schwärmt Marie-Luise Stapelmoor (75), die vom Niederrhein stammt. Das haben sie und Nachbarin Viola Schneider (63) als Schild prägen lassen und ihrem Vermieter überreicht.

Die Mieteinnahmen halfen dem Bauherrn bei der Finanzierung seines Vorhabens. Im Anbau hat er im Erdgeschoss eine Tagespflegestätte für 20 Personen geschaffen. Im Gutshaus können ein großer und ein kleiner Saal für Veranstaltungen der Gemeinde und Familienfeiern genutzt werden. „Es soll ein offenes Haus sein“, sagt der gebürtige Kalsower. Durch eine Küche ist auch eine kleine Gastronomie möglich. „Ich dachte, ich wage das mal“, erzählt Dietmar Hocke, der bislang Ferienwohnungen und das Haus „Lethe“ für demente Menschen in Kalsow gebaut hat.

Das Gutshaus, in dem bis 1935 die Familie von der Lühe lebte, soll wieder für die Öffentlichkeit zugänglich sein, wünscht sich der Bauherr. Den heruntergekommenen alten Gewölbekeller ließ er sanieren. Dort stehen eine Sauna und ein Fitnessraum nicht nur für die Haus-, sondern auch für die Dorfbewohner zur Verfügung.

Knapp 2,4 Millionen Euro waren für das Gesamtprojekt kalkuliert, gekostet haben Instandsetzung und Neubau letztlich 2,5 Millionen Euro. „Plus zehn Prozent“, schätzt Hocke, was teurer geworden ist. Er dankt der Volks- und Raiffeisenbank Wismar als Kreditgeber, dem Landkreis Nordwestmecklenburg als „sehr gutem Partner“ für die Förderung aus der Dorferneuerung und dem EU-Leader-Programm sowie dem Landesamt für Gesundheit und Soziales.

Wertschätzende Worte findet Dietmar Hocke vor allem für „seine Maurer“ Ralf „Ralle“ Rommelmeyer, Sven und Jörg Klabunde aus Zurow sowie für alle übrigen Handwerker, die sehr zuverlässig gearbeitet haben. Schritt für Schritt wurde das Gebäude im Stil eines Gutshauses hergerichtet. „Der Charakter eines Gutshauses wurde schon zu DDR-Zeiten wegsaniert“, erklärt er Hausherr. Nach der Wende hätten es zwei verschiedene Eigentümer statt zu sanieren weiter verfallen lassen. Der Brand 2003 und die Schäden durchs Löschwasser hätten ihr Übriges getan.

Aber die Fassade mit den Türmchen und der 2,60 Meter hohen Eingangstür versprühen historischen Charme. Im Inneren des Hauses, das vermutlich noch vor 1870 erbaut wurde, ließ der Bauherr Eichenparkett und Zementfliesen mit blauem Dekor verlegen, die Zimmerdecken mit Stuck versehen, große Sprossenfenster einbauen und Leuchter in den Sälen aufhängen. „Wir haben versucht, etwas Charme hinzubekommen“, sagt Dietmar Hocke. Der Land- und Energiewirt, Kreistagsabgeordneter und jetzt auch Bürgermeister der Gemeinde Benz hat im Erdgeschoss sein Büro eingerichtet.

Blick in den großen Saal im Erdgeschoss. Quelle: Haike Werfel

Zu den Gästen der offiziellen Einweihungsfeier zählt auch der ehemalige Landrat Udo Drefahl. Während seiner Amtszeit zog das Seniorenheim 1994 aus dem Gutshaus in einen Neubau in der Nachbarschaft. Seitdem stand es leer. Die Idee, altersgerechte Wohnungen in dem Gebäude zu schaffen, gab es damals schon. Er freue sich, dass sie nun in Erfüllung ging und dankt dem Investor für seinen Mut.

Haike Werfel

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