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Wismar Wismar: Bronzeschreck soll Stadtarchiv vor Schimmel und Vergessen schützen
Mecklenburg Wismar Wismar: Bronzeschreck soll Stadtarchiv vor Schimmel und Vergessen schützen
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10:47 12.09.2019
Walter und Sonja Goldbrich mit Nils Jörn und Gisela Lüders (v. l.) Quelle: Nicole Hollatz
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Wismar

„Der kommt irgendwie über den Eingang oder so“, kommentiert Wismars Stadtarchivar Dr. Nils Jörn das ungewöhnliche Objekt. Normalerweise sammelt er Papier, Akten, Bücher. Aber dieser Schreck erzählt eine ganz eigene Geschichte.

„Mein Vater hat die Figur zum 60. Geburtstag geschenkt bekommen“, erzählt Sonja Goldbrich aus Hemmor bei Cuxhaven. Karl-Heinz Steinhauer, ihr Vater, wird vielen Wismarern kein Unbekannter sein. Er war Kaderleiter auf der Werft und für Personalangelegenheiten zuständig.

Schreck hält böse Geister vom Haus fern

Und hat im April 1988 diesen Schreck geschenkt bekommen. „Der Schreck – hält die bösen Geister vom Haus fern“, steht auf dem handgeschriebenen Zettel auf der Rückseite der Figur. Die Tinte ist bei den Wörtern „Rat der Stadt Wismar“ und „Stadtrat Kultur“ leicht verschmiert. Wolfgang Voß, der damalige und 2014 verstorbene Stadtrat für Kultur, hat das Papier unterschrieben.

Die Geschichte, wieso ein hochrangiger Werftarbeiter 1988 von der Stadt und seiner Abteilung Kultur so einen Schreck gegen böse Geister geschenkt bekam, muss noch recherchiert und nachgefragt werden. Nils Jörn: „Waren solche Geschenke damals üblich oder war das etwas sehr Persönliches mit Augenzwinkern?“

Wismarbilder von der 750-Jahrfeier

Sonja und Walter Goldbrich sind gerade dabei, den Haushalt des Vaters aufzulösen und fanden dabei viele Wismarfotos und diesen Schreck. Die Fotos sind von der 750-Jahrfeier der Stadt und lassen staunen. Da „segelte“ auf dem entsprechenden Gestell eine Kogge im Festumzug, Reiter spielen Trompete und die Frauen tragen spätmittelalterlichen Kopfschmuck – schick!

„Das ist doch alles zu schade zum Wegschmeißen“, sagte sich Sonja Goldbrich und nahm Kontakt mit Gisela Lüders vom Förderkreis St. Georgen auf. Der Förderkreis vermittelte ans Archiv mit seinen Räumlichkeiten. Und Nils Jörn schmunzelte beim Schreck, der den Archivbestand hoffentlich gegen Schimmel, Tintenfraß und das Vergessen schützt.

„Gerade solche Fotos aus Privatnachlässen sind für uns immer ein Schatz“, macht Nils Jörn Mut, Fotoalben und mehr mit direktem Wismarbezug im Archiv abzugeben. Im Idealfall jeweils mit den Geschichten zu den Bildern: Wann wurde es von wem aufgenommen und wer ist drauf zu sehen?

Mehr Infos:

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