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Wismar Wismar: CDU ist für eine Ehrenamtskarte
Mecklenburg Wismar Wismar: CDU ist für eine Ehrenamtskarte
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13:58 21.05.2019
Hannes Nadrowitz (27) ist gerne am Hafen unterwegs. Quelle: privat
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Wismar

Hannes Nadrowitz (27) ist Sachgebietsleiter Zentrale Dienste, hat einen Bachelor of Laws und engagiert sich seit vielen Jahren in der Wismarer CDU.

Sie sind viel mit dem Rad unterwegs. Ist Wismar eine fahrradfreundliche Stadt?

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Ich finde ja. Sicherlich gibt es noch Luft nach oben. Aber die Verbesserung der Fahrradfreundlichkeit ist kein Projekt, das innerhalb weniger Jahre umgesetzt werden kann, sondern das braucht Zeit. In Zukunft werden wir aber bei allen Projekten verstärkt auf die Fahrradfreundlichkeit achten.

Auch in der Fußgängerzone?

Solange das Gebot der gegenseitigen Rücksichtnahme ernst genommen wird, sollte es kein Verbot in der Fußgängerzone geben. Natürlich gibt es Tage, da ist das Fahrrad dort nicht das richtige Verkehrsmittel. Aber das sind dann auch die Tage, an denen man freiwillig absteigt, weil man eh nicht durchkommt – wie zum Beispiel in den hochfrequentierten Sommermonaten.

Fahren Sie auch Bus?

Meine letzte Busfahrt ist leider schon etwas her, denn in Wismar nehme ich meist das Fahrrad. Aber das ist für viele ein großes Thema. Eine ältere Dame hat mir letztens wieder berichtet, dass sie nach Abendveranstaltungen nicht mehr mit dem Bus nach Hause kommt. So etwas geht in einer zentralen Stadt wie Wismar nicht. Deswegen ist es wichtig und richtig, dass das Thema jetzt angeschoben wurde. Denn es gibt noch viele Verbesserungsmöglichkeiten.

Würde die CDU dafür auch zusätzliches Geld bereitstellen?

Ja.

Haben Sie da eine Höchstgrenze?

Die Gespräche für einen besseren Nahverkehr haben gerade erst begonnen. Man muss abwarten, was für Zahlen nachher auf den Tisch kommen. Deshalb ist es verfrüht, jetzt schon pauschal zu sagen, was uns das wert ist.

Wie viel wert ist Ihnen der Sport?

In den vergangenen Jahren hat einfach zu wenig Geld für den Sport zur Verfügung gestanden. Das haben wir erkannt. Deshalb wird der Fokus künftiger Investitionen ganz klar auf den Sport ausgerichtet. Es kann nicht sein, dass unsere Kinder marode Sportanlagen und Duschen nutzen müssen. Mit der aufgestellten Sportentwicklungsplanung haben wir einen klaren Kriterienkatalog, den wir nun abarbeiten wollen. Die Förderung des Sports haben wir angeschoben – und werden diese weiterhin forcieren. Außerdem hilft die neue Sportförderrichtlinie dabei, auch mehr Geld in die Vereine hineinzubekommen.

Im Sport gibt es sehr viele Ehrenamtler, die sich engagieren …

Ja und das Ehrenamt wollen wir auch stärker wertschätzen. Unsere Gesellschaft lebt vom Ehrenamt. Denn nicht nur im Sport, auch in vielen anderen Bereichen gibt es ehrenamtliche Helfer. Jedes Mal, wenn ich zum Beispiel bei der Tafel vorbeischaue, bin ich erstaunt, wie viele Menschen dort ehrenamtlich arbeiten. Das ist richtige Knochenarbeit. Ich habe großen Respekt vor allen Leuten, die so etwas in ihrer Freizeit machen. Diesen Menschen muss man als Gesellschaft und als Stadt Wismar auch mal Danke sagen. Deshalb streben wir die Einführung einer kommunalen Ehrenamtskarte an, die verschiedene Vergünstigungen und Vorteile vorsieht. Die konkrete Ausgestaltung werden wir mit den Ehrenamtlern selbst besprechen.

Was können Sie sich in Sachen Klima- und Umweltschutz vorstellen?

Das gerade von der Bürgerschaft beschlossene Verbot von Plastikgeschirr auf städtischen Veranstaltungen ist ein Anfang, den ich sehr begrüße. Aber der Umwelt- und Klimaschutz ist natürlich eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Wir werden beim Bau und der Sanierung kommunaler Gebäude vermehrt auf diesen Aspekt eingehen. Die konsequente Umstellung auf LED-Beleuchtung kann zum Beispiel ein Anfang sein.

Wie finden Sie die Schülerdemos für einen besseren Klimaschutz?

Es ist gut, wenn sich die Jugend für politische Themen einsetzt – dass kommt leider nicht allzu oft vor. Deshalb müssen wir ihnen als Politiker auch Gehör schenken. Wenn wir sie nicht ernst nehmen, können wir sie schnell verprellen.

Ich hoffe, dass die Klimademos keine thematische Eintagsfliege bleiben und sich die jungen Leute auch für andere politische Fragen und Entwicklungen interessieren und einsetzen werden. Wir stehen dabei für einen Dialog auf Augenhöhe.

Wie viele Sitze in der Bürgerschaft streben Sie an?

„Wir.Gestalten.Wismar“ ist für uns Versprechen und Ziel zugleich. Wir haben in den letzten Jahren gezeigt, dass wir liefern können und wir sind noch lange nicht fertig. Unser Ziel ist daher ganz klar: Wir wollen die stärkste Fraktion in der Wismarer Bürgerschaft werden.

Gibt es ein Projekt, das in den vergangenen Jahren umgesetzt wurde, auf das Sie besonders stolz sind?

Die Fusion der beiden Musikschulen und damit auch der Erhalt des Standortes am Turnplatz. Bis 2020 spart die Hansestadt dadurch fast 460 000 Euro und ab danach rund 270 000 Euro im Jahr. Die Fusion ist größtenteils geräuschlos über die Bühne gegangen und bietet nun aufgrund der größeren Struktur auch viele Vorteile. Wir werden uns auch weiterhin für den Standort Wismar einsetzen. Das Gebäude am Turnplatz ist ideal dafür.

Spielen Sie ein Instrument?

Ich habe früher Posaune gespielt.

Kerstin Schröder

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