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Wismar Wismar: Neues Zuhause für Start Ups nimmt Gestalt an
Mecklenburg Wismar Wismar: Neues Zuhause für Start Ups nimmt Gestalt an
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16:16 09.07.2019
Im Anschluss an eine Begehung des ehemaligen Sozialgebäudes neben dem Kruse-Speicher im Wismarer Alten Hafen ist für Prof. Matthias Wißotzki (l.) und Oliver Greve klar, dass es wieder einen großen Schritt in Richtung Digitales Innovationszentrum Wismar vorwärts geht. Quelle: Kerstin Baldauf
Wismar

Der Kruse-Speicher ist eingerüstet: Noch weist aber nichts Sichtbares daraufhin, dass neben ihm schon bald ein ganz anderer Umschlagplatz einladen wird als der, den man vom Wismarer alten Hafen und seinen Schiffen kennt: Ein „Innovations-Hub“, eine moderne Ideenwerkstatt soll bereits Mitte 2020 im Erdgeschoss des ehemaligen Werkstatt- und Sozialgebäudes eröffnet werden. Betrieben wird das Digitale Innovationszentrum Wismar von der Forschungs-GmbH, einem Unternehmen der Hochschule Wismar. Deren Geschäftsführer Oliver Greve hat sich mit Professor Matthias Wißotzki jetzt auf der Baustelle umgeschaut.

Unterwegs im Kruse-Speicher

Moderne Technik schon im Eingangsbereich

Der mit „Pitch Deck“ bezeichnete Eingangsbereich soll als Treffpunkt fungieren und ist so flexibel angelegt, dass er mit den angrenzenden Zimmern auch für große Veranstaltungen genutzt werden kann. Wie der riesige Raum aussehen kann, zeigt Professor Wißotzki mittels eines Tablets und mobilen Beamers. Im Licht des Mini-Projektors tanzen zahlreiche Staubkörner. Die Strahlen treffen auf eine raue Betonwand an genau der Stelle, wo in Zukunft große berührungsempfindliche Bildschirme, so genannte Touch-Screens, platziert sein werden. Auf diesen können Ideenträger, zu denen sich auch die Hochschule Wismar zählt, sowie Start Ups ihre digitalen Innovationsprojekte vorstellen. Gäste, vielleicht noch mit einem Begrüßungsgetränk in der Hand, werden dann am Bildschirm direkt auswählen können, wofür sie sich näher interessieren und automatisch einen Termin mit dem Unternehmen anfragen. Außerdem sollen dort Unternehmer gezielt mit den Start Ups und auch mit Professoren der Hochschule in Kontakt treten, innovative Ideen diskutieren und konkrete Projekte ins Leben rufen.

Barrierefreier Zugang ist garantiert

„Das Zusammenspiel aus Wissenschaft, Unternehmen und jungen Start-Ups soll neue Innovationspotenziale in der Hansestadt aufdecken“, kündigt Wißotzki an. Weil die große Fensterfront derzeit noch verschlossen ist, dringen selten Sonnenstrahlen in den rund 400 Quadratmeter großen Raum ein. Und doch lassen die Worte von Wißotzki und Greve den Trubel der Zukunft erahnen. „Hier in der Mitte wird eine Work Lounge einladen, in gemütlicher Atmosphäre über Ideen zu diskutieren“, kündigt der Hochschul-Professor an. Die Lounge soll mit Couchen, Sesseln und Tischen ausgestattet sein. „Gruppen oder Einzelpersonen werden an kleinen Inseln rund um die Uhr arbeiten können – ein barrierefreier Zugang ist garantiert“, ergänzt Oliver Greve.

Auch das anschließende Creativity Lab scheint durch die Skizzen in den Bauraum zu wachsen. Dieser Arbeitsbereich ist für ein Dutzend potentielle Existenzgründer ausgelegt, die dort ihre Geschäftsideen umsetzen können. Ihnen wird ein Start-Up-Coach zur Seite stehen und einige spezielle Maschinen, wie zum Beispiel ein 3D-Scanner und -Drucker, sollen allen zugänglich sein. Der Konferenzraum und der Design-Thinking Raum, der für spontane Kreativ-Meetings genutzt werden kann, ist für Unternehmen, Wissenschaftler und Start-Ups buchbar. Alle Räume des Zentrums werden deshalb mit modernster Technik ausgestattet, die der rasanten technischen Entwicklung entsprechen soll.

Historischer Lastenkran soll erhalten bleiben

„Wir suchen übrigens noch einen Unterstützer für die Erhaltung und Wartung des Lastenkrans“, erwähnt Professors Wißotzki beim Verlassen des Kruse-Speichers. Das historische Gerät versprüht noch immer einen gewissen Industriecharme, soll aber stillgelegt werden. Doch: „Es wäre schade, wenn diesem Stück Wismarer Geschichte das Leben genommen wird, da es fantastisch in eine ,Internet der Dinge’-Umgebung integriert und via App gesteuert werden könnte. Der Kran könnte beispielhaft für den Transport beziehungsweise die Lagerung von größerem Mobiliar und agilen Einrichtungskonzepten verwendet werden“, ergänzt Wißotzki.

Die Hochschule Wismar sieht das Vorhaben als strategische Chance ihr Wissen im Bereich der Digitalisierung für Existenzgründer, Unternehmen und Interessierte über ihre bereits vorhandene enge Vernetzung mit weiteren Forschungseinrichtungen und Firmen der Hansestadt sowie der Region Nordwestmecklenburg sichtbar und nutzbar zu machen.

Land fördert den Bau den Innovationszentrums

Investiert werden insgesamt rund 1,5 Millionen Euro. Darin enthalten sind der Kaufpreis und die Ausstattung der Räumlichkeiten auf rund 400 Quadratmetern. Das Land fördert das Zentrum mit 1,38 Millionen Euro (90 Prozent). Den Rest übernimmt die Wirtschaftsförderungsgesellschaft. Das frühere Trafohäuschen auf dem Grundstück (gegenüber dem Ohlerich-Speicher) wird abgerissen. Neben dem 1967 erbauten, fünfgeschössigen Werkstatt- und Sozialgebäude wird auch der 1940 errichtete Kruse-Speicher saniert. Rund 14 Millionen Euro werden investiert. Insgesamt entstehen 76 Ferienwohnungen und zwei Gewerbeeinheiten. Investor und Bauträger ist die Alter Hafen Wismar GbR. Gesellschafter sind die FU Finanz-Union Vermittlungs AG aus Nordhorn und die Kubus Immobilienvermittlungs und -Treuhand GmbH aus Oldenburg.

Mehr Infos:

Sanierung des Kruse-Speichers beginnt

Fotos für die Ewigkeit vom Wismarer Kruse-Speicher

Kerstin Baldauf und Kerstin Schröder

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