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Wismar Doktorand will sauberes Grundwasser für Indien
Mecklenburg Wismar Doktorand will sauberes Grundwasser für Indien
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11:27 18.12.2018
Rahul Singh im Labor für Chemie und Umweltanalytik, das sich im Laborkomplex in Malchow auf der Insel Poel befindet und hervorragende Forschungsbedingungen für den Doktoranden bietet. Quelle: Hochschule Wismar
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Wismar/Poel/Dehli

Seit Anfang Oktober 2018 arbeitet und forscht der indische Doktorand Rahul Singh im Bereich Maschinenbau/Verfahrens- und Umwelttechnik der Fakultät für Ingenieurwissenschaften der Hochschule Wismar. Sein Ziel ist, das Grundwasser in seinem Heimatland sauberer zu machen – durch die Anwendung eines Filter-Verfahrens, mit dem kontaminiertes Grundwasser gereinigt werden kann. Dabei wird ein Effekt genutzt, der infolge der Platzierung geeigneter, wasserdurchlässiger „Filter“-Materialien direkt im Untergrund im Strömungspfad des Grundwassers erzielt wird.

Durchströmte Reinigungswand: Generelles Prinzip und Auslegung als vollflächig durchströmte Barriere. Quelle: Volker Birke/Hochschule Wismar

Um die in Deutschland seit mehreren Jahren etablierte Technologie auch in Indien effektiv einsetzen zu können, muss Doktorand Rahul Signh die angestrebten Pilotprojekte akribisch vorbereiten. Vor dem Hintergrund, dass in Indien besonders schwierige Bedingungen herrschen, wie zum Beispiel stark erhöhte Schadstoffkonzentrationen, muss der Nachwuchswissenschaftler unter anderem allgemeine Planungskriterien auf konkrete Grundstücke übertragen. Dabei kann der 26-Jährige auf seine Erfahrungen als Tiefbauingenieur aufbauen und die Labore der Wismarer Hochschule nutzen.

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Sein Aufenthalt wird durch ein Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes unterstützt. Im September kommenden Jahres wird Rahul Singh an seine Heimatuniversität, dem Indian Institute of Technology (IITD) Delhi, zurückkehren. Geplant ist dann die Anwendung eines speziellen Verfahrens zur Sanierung von kontaminiertem Grundwasser. Bis dahin wird er von Professor Volker Birke betreut, der seit mehr als 20 Jahren intensiv solche innovative Verfahren erforscht und entwickelt.

Bereits während seines Masterstudiums Umwelttechnik am „National Institute of Technology Allahabad“ von 2014 bis 2016 wurde Rahul Singh mit einem Stipendium durch das indische Ministerium für Personalentwicklung unterstützt. Für die beste Abschlussprüfung im Umweltingenieurwesen erhielt er 2016 eine Goldmedaille von seiner Hochschule. Im Anschluss ging er an das IITD Delhi – eine der renommiertesten und bedeutendsten Universitäten Indiens – um dort seine Dissertation zu schreiben. Auch hier wurde und wird er durch ein Stipendium des indischen Ministeriums unterstützt. „Die hervorragenden Forschungs- und Laborbedingungen an der Hochschule Wismar und vor allem die Betreuung vor Ort durch einen deutschen Experten, Professor Volker Birke, haben in mir den Wunsch reifen lassen, hierher zu kommen“, so der 26-Jährige. Den Wechsel von einer Megastadt in das vergleichsweise beschauliche Wismar konnte er auch dank eines DAAD-Stipendiums vollziehen. Für seine Forschungsarbeit ist er vor allem im Laborkomplex Malchow auf der Insel Poel unterwegs, nutzt aber auch die Freizeit, um die Hansestadt kennenzulernen.

OZ/Kerstin Baldauf

17.12.2018
17.12.2018
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