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Wismar Wismar: Gefällter Birnbaum sorgt für Kritik
Mecklenburg Wismar Wismar: Gefällter Birnbaum sorgt für Kritik
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17:06 09.07.2019
Der Schulhof mit Birnbaum vor der Sanierung. Quelle: Jürgen Lefke
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Wismar

Zurzeit lässt der Landkreis als Schulträger den Seitenschulhof des Geschwister-Scholl-Gymnasiums sanieren. Im Zuge der Arbeiten wurde ein großer Birnbaum gefällt. Das ärgert die Anwohner. „Ein großer, gesunder, erhaltenswerter Baum ist ohne Not gefällt worden“, beklagt Jürgen Lefke aus der ABC-Straße. „Dabei wurde uns auf Nachfrage immer bestätigt, dass der Baum stehen bleibt. Die Firma Dewenter hat die Tiefbauarbeiten auch dementsprechend ausgeführt“, berichtet der Anwohner.

Der gepflasterte Schulhof ohne Baum. Quelle: Haike Werfel

Ihm liegt eine Bauzeichnung vor, auf der der Birnbaum mit „denkmalgeschützt“ und als „Großbaum“ bezeichnet ist. In 70 Zentimetern Höhe soll er einen Durchmesser von 50 Zentimeter gehabt haben. Trotz anderslautender Aussagen ist er nun doch abgenommen worden. Auch diesmal fragt der OZ-Leser nach und erhält beim Landkreis die Antwort: Eine Fällgenehmigung sei nicht erforderlich gewesen, da es sich um einen Obstbaum handele.

„Also vom denkmalgeschützten Großbaum zum nicht erhaltenswerten Obstbaum“, macht Lefke seinem Ärger Luft. „Was ist der Nutzen der Aktion? Zwei zusätzliche Autostellplätze und der Hausmeister muss im Herbst kein Laub fegen. Der Schaden: Uns Anwohnern ist ein Stück Heimat gestohlen worden, kein Grün mehr, viel weniger Vögel in der Umgebung.“

Jürgen Lefke verweist auf die „Fridays for future“-Bewegung. „Freitags demonstrieren Schüler – auch in Wismar – für den Klimaschutz. Diese Baumfällung ist eine Aktion, die dem Klimaschutz zuwiderläuft. Ich frage mich, ob die Verantwortlichen ihren Kindern und Enkeln noch in die Augen schauen können. Ein gesunder Baum ist nur ein Mosaiksteinchen für ein gesundes Klima, aber ein wichtiges.“

Auch die OZ fragt beim Landkreis nach. Es sei ein Fehler in der Zeichnung, der Baum sei nicht denkmalschutzrechtlich geschützt, heißt es aus der Pressestelle. „Ein naturschutzrechtlicher Schutzstatus liegt nicht vor für den Birnbaum, auch nicht im Hinblick auf den Paragrafen 18 des Naturschutzausführungsgesetzes M-V, da dieser nicht für Obstbäume gilt.“ Der Landkreis habe eine artenschutzrechtliche Voruntersuchung durchgeführt mit dem Ergebnis, dass die Fällung möglich sei. „Aufgrund des Baumalters und der Maßgabe einer wirtschaftlich vertretbaren Erneuerung des Schulhofes wurde die Fällung des Baumes beauftragt“, lautet die Antwort aus der Kreisverwaltung.

Zudem ergab die Nachfrage beim Landschaftspflegebetrieb, der den Baum gefällt hat, dass er krank war. „Er war hohl. Die Fäulnis kann auch altersbedingt eintreten“, erläutert Marc Stürmer, einer der beiden Geschäftsführer.

Haike Werfel

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