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Wismar Wismar: Großer Andrang in den Wahllokalen
Mecklenburg Wismar Wismar: Großer Andrang in den Wahllokalen
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00:41 27.05.2019
Wahllokal im Wismarer Rathaus: Die Wahlhelfer Marcus und René Rühmling sowie Annika Behrens schütten die Urnen mit den Stimmzetteln der Europawahl aus. Quelle: Haike Werfel
Wismar

Der erste Wähler steht schon vor acht Uhr vor dem Wahllokal im Wismarer Rathaus. Auch in anderen Stadtteilen sind die Menschen früh auf den Beinen. „Zwei Minuten nach Öffnung gab bei uns der erste Wähler seine Stimme ab“, berichtet Marco Mühlen in Redentin. Fünfmal war der Mitarbeiter im Filmbüro MV bereits Wahlhelfer, diesmal ist er Wahlvorsteher. Die Helfer im Wahllokal in den Wismarer Werkstätten am Metkenberg haben gut zu tun. Nach zweieinhalb Stunden haben mehr als 150 der erwarteten rund 800 Wahlberechtigten bereits ihr Votum abgegeben.

Den ganzen Vormittag über gibt es Warteschlangen in den Wahllokalen. Das hängt nicht nur mit der Länge des Wahlzettels für die Europawahl zusammen. „Ich sehe es als meine Verantwortung als Bürger, wählen zu gehen. Eine Pflicht, der man nachkommen muss“, sagt Christian Román. Auch für Erstwähler Luis kommt nichts anderes infrage. „Klar, gehe ich wählen, das ist in unserer Familie so“, sagt der 18-jährige Azubi. Trotz Regen reihen sich die Wähler geduldig in die Schlange am Schwarzen Kloster ein. Sie reicht bis nach draußen auf die Mecklenburger Straße.

„Unser Eindruck ist, dass diesmal mehr Leute zur Wahl kommen“, sagt Daniela Holdt, Schriftführerin im Wahllokal im Zeughaus. „Viele fragen auch nach der Wahlbeteiligung.“ Die ist um 14 Uhr mit 30,18 Prozent schon deutlich höher als vor fünf Jahren, bestätigt Gemeindewahlleiter Frank Brosig. Zur Kommunalwahl 2014 betrug die Wahlbeteiligung insgesamt 40,5 Prozent, diesmal sind es mehr als 50. „In einigen Stadtteilen mussten wir Wahlkabinen nachliefern, elf insgesamt, weil der Andrang so groß war, zum Beispiel am Friedenshof“, ergänzt Brosig.

Auch in Neukloster und Gägelow müssen die Wähler warten. Im Gägelower Jugendclub reicht die Schlange einige Zeit sogar bis hinaus auf den Parkplatz – „weil viele ältere Wähler dabei sind und die mit den langen EU-Wahlzetteln nicht so schnell zurechtkommen“, erzählt eine Helferin. Die Kreuze müssen in der Gemeinde vor den Toren Wismars auf vier Zetteln gemacht werden. Denn hier wird auch noch der ehrenamtliche Bürgermeister gewählt. Und das lange Warten führt zu einigen Beschimpfungen. Doch am Nachmittag ist davon nichts mehr zu spüren – obwohl noch viel los ist.

Bis zur letzten Minute nutzen die Wähler die Möglichkeit zur Stimmabgabe – wie Liv Meissner. „Ich war den Tag über in Schwerin. Aber es ist mir wichtig zu wählen“, sagt die 16-Jährige.

Am Ende des Wahltages steht fest: Die großen Volksparteien müssen Verluste hinnehmen. Thomas Grote, Vorsitzender der Kreis-CDU, ist enttäuscht, dass sich der Europatrend auch im Kreistag bemerkbar macht. Horst Krumpen, Kreischef der Linken, ist mit dem Ergebnis nicht zufrieden und spricht von einer leichten Angeschlagenheit. Für ihn ist es „erschreckend, dass ausgerechnet die Parteien, die Europa schwächen wollen, bei dieser Wahl dazugewonnen haben.“

Landrätin Kerstin Weiss (SPD) hat befürchtet, dass die großen Fraktionen Federn lassen und die kleineren Parteien dazugewinnen. „Für die AfD freut es mich nicht. Ich hoffe, dass wir im Kreistag zu einer sachlichen Arbeit zusammenfinden und Politik im Sinne der Bevölkerung machen und keine Parteipolitik.“

André Jortzik, Kandidat der AfD in Wismar, ist wie etwa weitere 50 Leute am Abend in den Rathaussaal gekommen, um die Stimmentwicklung zu verfolgen. Das Abschneiden seiner Partei sei ein „Achtungszeichen“. Es zeige, dass eine große Anzahl der Wähler die Linie der AfD zur künftigen Entwicklung der Europäischen Union teile.

„Eine tolle Entwicklung“, kommentiert Tino Schwarzrock, Kreistags- und Bürgerschaftsmitglied der Grünen, das gute Abschneiden seiner Partei.

Haike Werfel und Kerstin Schröder

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