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Wismar Wismarer macht mit Sandstrahlen Tassen und Gläser hübsch
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Wismar: Kristian Kny macht kreative Kunst mit Sandstrahlen

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14:03 27.02.2021
Kristian Kny mit dem Glas beim Sandstrahlen. Das können seine Kunden nach Wunsch auch selbst machen und so kreativ und aktiv werden - „kreaktiv“.
Kristian Kny mit dem Glas beim Sandstrahlen. Das können seine Kunden nach Wunsch auch selbst machen und so kreativ und aktiv werden - „kreaktiv“. Quelle: Nicole Hollatz
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„Ich habe da schon mal was vorbereitet“, beginnt Kristian Kny das Gespräch. In seinen Händen hält er ein Trinkglas mit dem Logo der Ostsee-Zeitung. Nicht aufgemalt, sondern gesandstrahlt, sprich edel mattiert – was für eine tolle Idee!

„Kreaktive“ Sandstrahlkunst

Der gelernte Mechatroniker hat jahrelang im Bereich Sandstrahlen gearbeitet. Normalerweise werden mit dem Strahlmittel beispielsweise Rost, Farbe oder Ablagerungen von Oberflächen entfernt. Kristian Kny nutzt die Technik für kunstvolle Gestaltungsmöglichkeiten.

Kristian Kny (29) hat sich mit einer ungewöhnlichen Kreatividee selbstständig gemacht. Seine Kunden können selbst Glas, Keramik, Edelstahl und Granit beispielsweise mit Sandstrahltechnik verschönern.

Er macht sich mit einer ungewöhnlichen Idee selbstständig, die er aus einem Dänemark-Urlaub mitgebracht hat. „Ich war ja in dem Bereich schon tätig und habe in Dänemark eine solche kreative Sandstrahlwerkstatt erlebt“, erklärt er.

Idee aus Dänemark

Der Urlaub ist drei Jahre her, Kristian Kny hat seine eigene Sandstrahlwerkstatt als Geschäftsgründung vorbereitet und dann mit bekommen, dass eben dieser dänische Laden einen Teil seiner Geschäftsausstattung verkauft – im perfekten Moment.

Den Laden in der Altböterstraße hatte er schon und er machte aus dem in die Jahre gekommenen ehemaligen Stoffladen in Eigenregie seine schicke Kreativwerkstatt. Am 3. März will er seine „Kreaktive Sandstrahlwerkstatt“ eröffnen, sein Wortspiel „kreaktiv“ aus „aktiv“ und „kreativ“ beschreibt, was möglich ist.

Individuelle Geschenkideen

Denn die Kunden können sich im Laden ihr Produkt aussuchen und dessen Oberfläche mit vorhandenen Schablonen selbst gestalten. Kristian Kny zeigt auf das Regal mit Gläsern, Vasen, Tassen, Tortenhebern und sogar Flachmännern beispielsweise. Auf der Fensterbank stehen Gestaltungsbeispiele.

Ein Sektglas mit dem Hochzeitsdatum und zwei Ringen für das stilvolle Anstoßen am wichtigsten Tag im Leben oder die Gläser mit dem Firmenlogo zum Jubiläum oder einfach die individuell für den Beschenkten gestaltete Blumenvase – die Möglichkeiten sind höchstens durch die Fläche begrenzt. Aber im Regal stehen auch größere Vasen für die größeren Botschaften.

Unendlich viele Möglichkeiten

„Glas, Edelstahl, Keramik, Granit und Plexiglas“ nennt der 29-Jährige Beispiele für Oberflächen, die bei ihm mittels Sandstrahlverfahren verschönert werden können. Die Kundinnen oder Kunden kaufen das Produkt bei ihm und dazu die Schablone als Positiv oder Negativ – je nachdem, wie das Objekt später aussehen soll. Soll das Logo oder Symbol mittels Sandstrahl mattiert werden oder die ganze Objektoberfläche bis auf das Symbol?

6500 Motive zwischen Wikingerboot, Kaffeetasse, Blumen, Noten, Musikinstrumenten und vielem mehr hat Kristian Kny vorrätig. Dank Plotter sind die Wünsche darüber hinaus und eben auch Firmenlogos und Schriftzüge wie Namen beispielsweise umsetzbar. Die Schablone wird aufgeklebt und jede Oberfläche, die nicht mit dem Sandstrahl bearbeitet werden soll, abgeklebt.

Machen oder machen lassen

Kristian Kny hofft, dass er sein Laden dann auch regulär öffnen kann. Denn die Idee wäre, dass die Kunden all das selbst machen können, wenn sie denn wollen. „Das können auch Kinder ab fünf, sechs Jahren mit ihren Eltern zusammen machen“, erzählt er. „Kreativangebote wie Mal- oder Töpferkurse beispielsweise werden ja gut nachgefragt, üblicherweise.“ Also außerhalb von Corona. Jetzt können die Menschen einzeln in den Laden kommen. Kristian Kny arbeitet auf vorerst auf Bestellung, „bis ich regulär öffnen darf.“

Sonst könnte Kundin oder Kunde dann an die Strahlkabine gehen. „Das ist kinderleicht“, führt Kristian Kny vor. Einmalhandschuhe für die Hygiene anziehen und dann mit den Händen in die großen Gummihandschuhe der Sandstrahlkabine. Das beklebte Objekt wird von der Seite reingelegt, alles verschlossen und dann sorgen drei bis vier Bar Sandstrahldruck dafür, dass die Oberfläche des Glases beispielsweise abgetragen und so mattiert wird. Ein paar Sekunden später ist das Glas schon fertig.

Infos und Kontakt: Sandstrahl-Werkstatt, Altböterstraße 1–3, www.sandstrahlwerkstatt.de, Telefon 0152 / 041 22 950, kny@sandstrahlwerkstatt.de. Öffnungszeiten: montags bis freitags von 9.30 Uhr bis 16 Uhr, samstags bis 14 Uhr.

Von Nicole Hollatz